{Troll-RP} Stamm der Schattenspeere

Kult der Verdammten & Co.
Die Abenddämmerung senkte sich über die Bucht und tauchte sie in ein intensives rot-violettes Licht. Die Wellen rollten sanft an den Strand und spielten mit den Muscheln und dem weißen Sand. Jede Welle veränderte das Bild neben den Füßen des Trolls, der nachdenklich an der Wasserlinie saß und über die in tausend Kaskaden funkelnden Wasserberge des Meeres starrte. Das Rauschen des Meeres mischte sich mit dem knistern des Lagerfeuers hinter Baako. In der Entfernung hörte er die Stimmen der Dorfbewohner und Gäste.

Die Dorfbewohner hatten Baako in den letzten Tagen aufmerksam beobachtet. Er merkte ihre Blicke in seinem Rücken und das leise Getuschel, wenn er vorüber gegangen war. Seitdem die Thraz’ai abgezogen waren, lag Schattenflucht schutzlos in der Wüste. Die Horde hatte sich nie sonderlich um das kleine Dorf an der kargen Westküste Kalimdors gekümmert. Der bullige Troll wusste, dass sie Hoffnungen in ihn setzten. Die Dorfbewohner und die Trolle, die mit ihm hier angekommen waren. Baako wusste, worauf sie hofften. Den Schutz eines Stammes und den Schutz eines Jins. Den Schutz vieler Speere für Schattenflucht. Den Schutz der Schattenspeere!

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Mittlerweile ist viel Zeit vergangen. Über ein ganzes Jahr ist ins Land gezogen und hat seine Spuren hinterlassen. Das Dorf hat viele Leute kommen und gehen sehen.
Baako sitzt nachdenklich am Meer und blickt über die wogenden Wellen. Er wurde als Jin hintergangen und gestürzt, doch sein Leben und das Leben seiner Familie wurde verschont. Er darf noch im Dorf leben. Als einfacher Jäger und Handwerker. Mehr als das, was ihm in seiner Heimat erwartet hätte..


Was ist das für eine Gilde?
Wir sind eine Trollgilde, die Schattenflucht bespielen wird. Nachdem die Thraz’ai Desolace verlassen haben, bespielen wir nun mit den Schattenspeeren das Dorf. Wir sind ein Stamm der Horde, der jeder Klasse oder Rasse neugierig gegenübertritt. Ausnahme dazu bilden Blutelfen, Verlassene, Todesritter und Hexenmeister (die als solche ausgespielt werden!). Diese Leute werden zwar nicht sofort rausgeworfen, sie stehen jedoch unter besonderer – sehr feindseliger Beobachtung.

Das RP-Leben des Trollstammes steht primär im Vordergrund. Der ein oder andere PVP/PVE-Liebhaber ist zwar in unseren Reihen zu finden. Doch es gibt keine Intentionen die Gilde in diesen Bereichen kurz- oder mittelfristig zu entwickeln.

Jeder der mit uns spielen möchte, kann gerne in Schattenflucht vorbei kommen und uns anspielen. Wir haben sowohl RP-Veteranen, als auch absolute RP-Neulinge in unseren Reihen. Ein Gildenbeitritt ist erst nach einigen Wochen oder gar Monaten gemeinsamen Zusammenspielens möglich. Das ist unserer Meinung ein Vorteil für beide Seiten um sich erstmal besser kennen zu lernen. Bei Fragen oder Problemen meldet euch bitte im Trollkanal unseres Serververbundes ( "Mojo") .

Außerdem könnt ihr auf der Homepage Kontakt zu uns aufnehmen:
http://trolle.fantasiewelt.de/
Die Winterstürme tobten über dem Meer und brachten in ihren Ausläufern immer wieder Regen oder sogar Schnee nach Desolace. Vor wenigen Tagen hatte ein mächtiger Sturm ein Schiff zerstört, die Überreste waren am nächsten Morgen in der Bucht von Schattenflucht angeschwemmt worden. Baako hatte angewiesen, die Toten zu bergen und die Wrackteile sowie die Wahren an Land zu bringen. Wie durch ein Wunder hatte Paji, eine etwa zwölfjährige Trollin, den Schiffbruch überlebt und konnte erschöpft an Land gebracht werden. Seitdem hielt sie sich immer in der Nähe von Riyka oder Mebakwa auf, die sich um das verängstige Mädchen kümmerten. Ob die Mutter der Kleinen das Schiffsunglück überlebt hatte ist unbekannt, da sie selbst oder ihr Körper noch immer nicht gefunden wurde.

Jirukawa hatte mit Samedi, dem dunklen Wanderer und Herrscher über Tod und Schlaf lange verhandelt um eine sichere Passage für die Seelen der Toten durch die Nebelwelt zu gewähren. Baako hatte abschließend die gesalbten und geweihten Körper in einer kargen, stillen Abschiedsfeier dem Feuer übergeben.

Die Wrackteile des Schiffes sollten als Brenn- und Bauholz verwendet werden. Die restlichen angespülten Güter des Handelsschiffs wurden als Geschenk der Loa angenommen und sollten schon bald unter den Stammesmitgliedern und der Dorfbevölkerung aufgeteilt werden.
„Eine Ziege!“, ruft die junge Paji aus und stürmt zum Schreitergehege hinter Tukks Unterstand. Sie rennt gegen den Holzzaun und baumelt kurz an diesem, um dann zu der Ziege hin zu düsen. Die fünf Schreiter flüchten von der schnellen Bewegung der jungen Troll in alle Himmelsrichtungen und kreischen alamiert. Auch die neue Ziege glotzt die Troll an und fällt dann einfach um. Erschrocken quiekt Paji auf und hüpft zurück. „Ich hab die getötet!“, ruft sie zu Me´bakwa hoch, welche etwas langsamer den Weg vom Gasthaus herunter kommt, mit ihrer eingewickelten Tochter Be´hati am Arm.
„Ich glaub, du hast sie nur erschreckt. Guck, sie steht schon wieder auf.“, erklärt die rothaarige Dunkelspeer, welche in ihrem dicken Wollhemd und Rock am Gehege ankommt und dort stehen bleibt, um sich auch dieses ihr fremde Tier an zu sehen.
Langes zottelig weißes Fell hat es. Und große Hörner auch.
Paji beobachtet die Ziege beim aufstehen und reißt die Arme in die Luft. „Boah!“, ruft sie aus.
Me´bakwa betrachtet den Welpen mit den strubbeligen dunkelblauen Haaren und lächelt dann. Erstaunlich, wie schnell sich das Mädchen gefangen und an diese ihr neue Umgebung gewöhnt hat. Nachts macht es einen anderen Anschein. Jede Nacht, seitdem sie in Schattenflucht ist, ist Paji aus ihrem Schlaffell hoch geschreckt und hatte nach ihrer Mutter gerufen. Um dann zu realisieren, dass sie nicht am Schiff ist, sondern in einem Gasthaus.
Die Rothaarige sieht zum Meer hinunter und atmet die salzige kalte Luft ein.
„Gut, lass uns runter zu den Hütten gehen und sie sauber machen, damit wir wieder dort schlafen können. Hilfst du uns?“, sie lächelt den Welpen an, welcher sofort nickt und wieder aus dem Gehege kommt.
Bewaffnet mit einem Schrubber und einem Eimer mit klarem Wasser folgt sie Me´bakwa zu den Hütten am Strand, wo sie dann beginnen den Seedreck vom Hochwasser zu beseitigen.
Ein junges Trollmädchen rennt im Hopserlauf über den Dorfplatz. Sie hopst im Kreis herum und klatscht mit den Händen über dem Kopf ein passendes Lied zu ihren Schritten.
Die Schreiter beobachten das Kind skeptisch aus ihrem sicheren Gehege und scharren nervös mit den Krallen am Boden.
„Kommt zu mir und tanzt mit mir~“, singt die helle Stimme des Mädchens immer wieder, während sie weiter ihre Kreise tanzt. In ihrem Gesicht sieht man noch die schwarze Bemalung des Festes der vergangenen Nacht, welche nicht weg gewaschen wurde.
Der Morgen bricht an in Schattenflucht. Ein klarer, wenn auch eisiger Morgen. Die aufgehende Sonne schickt die ersten rötlichen Strahlen über die Berge zum Dorf hin. Der warme Schein vermittelt trügerische Wärme. Die Gastwirtin Sikewa streckt den müden Rücken durch, schnaubt zufrieden aus und lächelt. Mit dem nächsten Atemzug nimmt sie einen seltsam vertrauten Geruch auf. Im nächsten Moment dämmert es ihr. "Feuer!", schallt ihr Schrei von den Bergen zurück in das noch friedlich daliegende Dorf. "Es brennt!"
Der mühsam geborgene Treibholzhaufen der von dem Schiffsunglück übrig geblieben ist wird von hungrigen orangroten Flammenzungen verschlungen. Obwohl sich schnell müde Bewohner mit Eimern finden ist wenig zu retten. Die Wachen können sich diesen Vorfall nicht erklären. Niemand hat etwas gesehen.
Den Loa sei Dank ist das Feuer nicht über Tukks alten Stand hergefallen, in dem noch immer einiges an Waren aufbewahrt wird. Auch die Schreiter haben nur einen Schreck bekommen.
/hochschubbs
Der Jäger blieb die ganze Nacht am Dorfeingang auf seinem Posten, die Augen und Ohren offen haltend. Wartend, ob diese Sandmähnen sich nochmals blicken lassen würden. Dumm genug dafür schätzte er sie ein.
Er unterhielt sich mit der Farraki, welche ebenfalls dabei gewesen war am Abend, als die Besucher vor dem Jin der Schattenspeere gekrochen waren, gebettelt hatten, dass er ihnen doch hilft die verloren gegangene Ga´jin zu finden.
Die Farraki, welche selbst noch nicht lange im Dorf war, erzählte, dass sie den Kerl anders in Erinnerung hatte. Wild, Sandwüter schlachtend. Nicht so.
Ja, auch Iok hatte den Kerl anders in Erinnerung. Beim letzten Besuch der Sandmähnen waren sie mit einem lauten Knall aus dem Dorf verschwunden. Das erzählte er Pi´li, welche große Augen machte.
Die kalte Nacht blieb friedlich.
/push
Wir sind nun nach dem Feralas-Plot wieder in Schattenflucht angekommen und dort täglich ab ca. 20 uhr erreichbar!
*hochschieb*
Schlendernd geht die Farraki ihre Runde durch das kleine Küstendorf und schaut dabei gelegentlich zum Himmel hinauf, über welchen dünne Schleierwolken ziehen. Die Sonne steht hoch, und einige der Dorfbewohner bereiten sich schon ihr Mittagessen zu. Verschiedene Essensgerüche wehen aus den Hütten, und aus dem Gasthaus kann man heiteres Gelächter hören.
Beim Schreitergehege hinter Tukks altem Stand angekommen, lehnt sie sich gegen den Holzzaun und betrachtet die übrig gebliebenen drei Schreiter und die junge Paji, welche sie gerade mit Weizenkörnern füttert.
Der Tag geht vorüber, ihr Wachdienst endet und nach einem kurzen Gespräch mit der nächsten Wachfrau geht sie hinauf zum Gasthaus, wo auch die anderen Bewohner des Dorfes bald eintreffen werden.
Sie bleibt vor der mit einer Lederplane verdeckten Türe stehen und dreht sich zum Geländer nach links, auf welches sie sich schließlich setzt und wartend zum Dorfplatz hinunter sieht.


Das Schreitergehege: https://41.media.tumblr.com/e9255026c2ee6c91f6d606e696ce3e38/tumblr_nhs45rzGwN1sliclno2_1280.jpg
Die junge Dunkelspeer tritt aus der Hütte und dreht das Gesicht in Richtung der gerade aufgehenden Sonne. Schattenflucht wird von einem sanften roten Licht überflutet.
Die Nächte sind immer noch frisch, aber die Sonne gewinnt langsam wieder an mehr Kraft. Gar kein Vergleich zu den Echo Inseln, wo sie bis vor kurzem noch gewesen ist. Dort war es sehr warm gewesen.
Das kurze Fell auf ihren Armen stellt sich leicht auf wegen der Kälte, dann streckt sie sich ausgiebig vor der Türe und späht anschließend nochmal durch die leicht geöffnete Lederplane hinein, um zu Khazz und ihrer Tochter zu sehen, welche darunter schlafen. Ein zufriedenes Lächeln huscht über ihre Lippen, dann widmet sie sich ihren Aufgaben welche sie erledigen kann, bevor das ganze Dorf auf den Beinen ist.
Riyka zieht die Planen zur Seite, die den eisigen Winterwind davon abgehalten haben durch die Räume zu fegen. Deutlich milder trägt der Wind die Frühlingsluft zu ihr und sie schließt lächelnd die Augen. Bald würde es wieder warm genug sein um ein wenig länger im Meer zu sitzen. Warm genug um die Umhänge im Haus zu lassen. Der Frühling kam nach Schattenflucht und er brachte frischen Wind mit sich.
Am Morgen, als die Sonne gerade beginnt das Dorf zu wecken, rattert der große Karren des Händlers aus Donnerfels um den Hügel herum. Der auf dem Wagen sitzende Taure mit dem nussfarbenen Fell und dem schlecht sitzenden Schlapphut vermittelt den Eindruck von Ruhe. Er hält sein großes, gemütliches Kodo nicht am Dorfeingang an, grüßt die ihm bekannten Wachen aber mit freundlichen Worten. Am Gasthaus angekommen plaudert er mit Aboda, macht Sikewa ein kleines Kompliment und läd die Säcke mit dem Schreiterfutter vom Wagen. Er lässt sich Zeit im Gespräch mit den einzelnden Dorfbewohnern, verteilt bestellte Ware, streicht die Münzen oder Tauschwaren dafür ein und trägt gewissenhaft alles auf einem Pergament in eine Liste. Tratsch und Klatsch vermischt sich mit Berichten vom Frühling aus Mulgore, Orcplünderer im Norden des Landes und angriffslustigen Hyjänen auf dem Weg hierher.
Riyka tritt lächelnd auf den Händler zu und wechselt ebenfalls einige Worte mit ihm. Sie kann den Tauren gut leiden. Nachdem sie ihre Ware bezahlt und entgegen genommen hat macht sie sich auf die Suche nach Sunaida, um auch sie zum Wagen zu holen. Das aufgeregte Schnattern der Hühner auf dem Wagen mischt sich unter das der Dorfbewohner.
Die Trolle in Schattenflucht haben die letzten Tage unter anderem damit verbracht, ihre Hütten zu säubern. Neben dem zweistöckigen Gebäude, in welchem Shimahi im oberen Teil, und Me´bakwa mit ihrer Tochter im unteren Teil lebt, wurde ein Holzpfahl auf gestellt. An diesen haben die Frauen ein Seil befestigt, welches sie zur Hütte hin gespannt haben. Eine Wäscheleine, an welcher man Me´bakwa öfters stehen sieht, wenn sie Wäsche auf und ab hängt.
Hinter manch einer Hütte kann man einen kleinen Garten entdecken, in welchen gehackt und Unkraut gerupft wird.
Die Wachen unterhalten sich locker und lachen über Witzchen, und Abends finden sich einige der Dorfbewohner immer mal wieder am Strand ein, wo das Essen am Grill bereit steht.
Riyka blickte vom oberen Stockwerk des Gasthauses auf das ruhig daliegende Dorf herunter. Der sanfte Wind hatte die schneidende Kälte verloren, so dass sie Teile der Verkleidung offen ließen.
Nachdem sie die alte Wasserquelle wieder freigegraben hatten sollte bald ein Wasserrohr durch das Dorf gebaut werden. Sunaida hatte sich einen Garten angelegt und auch die neue Ga'jin Me'bakwa hatte Pflanzen zu versorgen. Es würde vieles leichter machen. Vielleicht fänden bald neue Trolle ihren Weg in das friedliche Dorf. Gäste die sich ebenfalls entschieden zu bleiben. Zuwachs für den Stamm der Schattenspeere.
Mühselig trägt Me´bakwa einen Eimer mit großen Steinen hinter ihre alte Hütte. Sie verteilt die Steine um den Rand ihres Beetes und türmt sie ein wenig auf, sodass man eine klare Grenze von Beet zu Umgebung erkennen kann.
Die Pflanzen wachsen im Schatten der Hütte nicht gut. Sie hat das Ganze eine Weile beobachtet und sich schon nach einem anderen Platz umgesehen, wo sie das nächste Mal etwas anpflanzen kann. Im nächsten Frühjahr. Neben dem Schreitergehege wird sie es versuchen, das nimmt sie sich vor.
Trotzdem bringt sie jeden Tag ausreichend Wasser zu dem schwächlichem Gemüse und pflückt hier und dort die ersten fertigen Früchte, auch wenn sie recht klein ausfallen, um sie in dem Essen für ihren Jin zu verarbeiten, welches sie ihm Mittags zur Hütte hinauf bringt. Dann, wenn er eine Pause von dem Stufen in den Berg schlagen macht, und sich stärken will.
Es würde noch einige Mondzyklen dauern, bis die Bewohner Schattenfluchts endlich einen leichten Zugang zum geplanten Ritualplatz in den Bergen haben werden.
Gegen Abend, die Sonne war schon längst unter dem leicht orange schimmerndem Horizont am Meer verschwunden, sammelten sich der Jin, die Ga´jin, einige Bewohner und die bis zu diesem Tag genannten Gäste beim großen Gong über dem Dorfplatz. Der zunehmende Mond stand bereits hoch am sonst sternenklaren Nachthimmel. Kein Wölkchen war zu sehen.

Der Gong war geschmückt mit Ketten aus verschiedensten Materialien. Knochen, alle blank geputzt und poliert, helle Muscheln in vielen unterschiedlichen Formen, und knall bunt gefärbten Federn. An den Stützpfählen lagen wilde rote Blumen, angelehnt an den Stein, und Schalen und Beutel lagen Griffbereit bei der Feuerstelle, direkt davor.

Die Trolle sammelten sich um das Feuer.
Nachdem sie sich zuvor unten am Meer gereinigt hatten, konnten sie nun das Ritual vollziehen und lauschten den Worten des Häuptlings.
Er sprach von Familie, die an diesem Abend durch das mischen vom Blut aller am Feuer sitzenden zusammen rücken würde, unter den wachsamem Blick des Bärengottes.
Nachdem der Amani seinen Schutzloa angerufen hatte, ein wildes Knurren und Brüllen, verkündete er halb in Trance, dass dieser anwesend war.
Einer nach dem anderen trat vor Baako´jin, um sein Blut zu geben. Er schnitt sich selbst und ihnen in den Arm, ließ den roten Lebenssaft in eine Schale fließen, in welche er auch die Beeren und den Honig gelegt hatte, um alles zu einem duftenden Gemisch zu verrühren, von welchem er dann mit den Worten:
„Das Blut meiner Brüder und Schwestern.“,
trank.
Er brachte die Schale zu seinem Weib Me´bakwa, ließ diese trinken, und trug sie weiter zu Riyka, Jirukawa, Moqambe und Sunaida. Jeder sprach seine Worte nach und nahm einen Schluck von dem süß-metallisch-schmeckendem Trank.
Als jeder etwas davon getrunken hatte, übergab er dem Bärengott den Rest aus der Schale in die Flammen, als Opfer und Segensersuch.
Als die Flammen das Blut mit blau-grünlicher Gier verzerrten, atmete der Jin hörbar erleichtert durch und verkündete, dass der Bärenvater ihnen, den Schattenspeeren, seinen Segen gab.

Als Abschluss des Rituals gab er jedem den Speer in die starke Klaue.
Erneut zückte er den Dolch und schnitt den neuen Stammesmitgliedern in die Innenfläche der Hand, um die Wunde mit schwarzer Asche zu füllen und so das Zeichen zu setzen. Den Schattenspeer.

Danach gab es das Fest am Strand. Gutes Essen, viel Rum und Froschgiftbier, Trommelmusik, lachende Frauen, scherzende Männer, und aufreizende Tänze. Nicht nur die Schattenspeere feierten, sondern auch die Bewohner des Dorfes.
Man vernahm die Trommeln und Gesänge aus dem Dorf noch bis tief in die Nacht.
Die Farraki sitzt, wie so oft, am Strand vor dem Dorf und schnitzt an etwas herum während die Wachen am Eingang miteinander plaudern. Bei genauerem betrachten ist es ein großer Bärenschädel, der allmählich mit Mustern verziert wird. Das junge hoch-trächtige Weibchen benutzt dafür das neu erworbene Messer, eignet sich: "Ech´ gu´ dafür, eh. Ich benu´z nie wieder ein anderes für sowas."

Die Tage an der Küste sind warm und sonnig. Wenn der mäßig bis starke Wind mal Regenwolken vom Meer gegen die Küsten drückt, ziehen diese genauso schnell weiter, wie sie gekommen waren.
Aber der Sommer geht allmählich zuende. Das merkt die felllose Troll Abends, wenn die Sonne hinter dem Horizont verschwindet und die Kälte der Nacht allmählich wieder zu nimmt.

Sie sieht sich um, lässt den Blick über den Übungsplatz wandern, welchen ihr Mann Tzek zwischen die Hügel vor dem Dorf, in die Nähe seiner Hütte,
http://www.trolle.fantasiewelt.de/download/file.php?id=2313&mode=view
gebaut hat, und dann zum Dorf hinüber. Zum Grillplatz am anderen Ende der Bucht, wo sich die Stammestrolle der Schattenspeere meistens Abends versammeln, um gemeinsam zu essen, und sich aus zu tauschen.
Ruhig ist es dort geworden, seit dem einige auf Reisen gegangen sind.
Sie zuckt die Schultern, auf ihre eigenen Gedankengänge, und schnitzt weiter an dem Tierschädel. Auf ihrem Schoß und um die Sandtroll herum liegen bereits einige Knochenspähne.
"Staub wegfegt"
Me´bakwa sitzt auf den Stufen der Häuptlingshütte. Auf ihrem Schoß sitzt ihre einjährige Tochter, Be´hati. Beide sind sie eingewickelt in ein großes warmes Fell. Die Kleine spielt mit den Klauen ihrer Mama, welche sie locker fest halten, während diese eine ruhige Melodie summt und zum Dorfplatz hinunter sieht.
Kalt ist es geworden in Desolace. Der frische Wind vom Meer verdeutlicht, dass der Herbst auch in Schattenflucht nun eingezogen ist.
Die Hütten wurden von den Bewohnern bereits für die kalte Jahreszeit vorbereitet. Lederplanen und starke Vorhänge wurden befestigt, damit es in den Wohnräumen warm bleibt.
Auch ihre Hütte hat sie bereits Winterfest gemacht. Starke Planen halten den Wind draußen.
"Pa´?", Be´hati schaut kurz herum, sucht jemanden.
Me´bakwa hört auf zu summen, streichelt ihrer Tochter über die kurzen strubbeligen roten haare, und seufzt.
"Er kommt bald wieder."
Der Jin ist seit über einer Woche fort. Er will nach etwas suchen, und dann sofort zu ihnen zurück kehren. In seiner Abwesenheit hat die Ga´jin die Hütte kaum verlassen.

Nimm an der Unterhaltung teil!

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