[A-RP Gilde] Der Smaragdzirkel

Die Aldor
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Geschichten zum Plot

Die Nacht der Heilung

Ihr Körper wirkte schwach und ausgemergelt, wie er dort lag. Ihr körperliches Ich hatte sich unter dem geschwungenen Treppenabsatz eingerollt, der hinauf in den improvisierten Besprechungsraum des Turms führte. Die Hände lagen stützend unter dem Kinn, die Beine hatte die Druidin eng an den Leib angewinkelt.

Ob es sie wohl kümmern würde, wenn man sie morgens so fand?

Das herzförmige Gesicht der schlafenden Gestalt schien noch blasser als sonst. Die einzige Regung ging von ihrem Brustkorb aus, der durch ein regelmäßiges Heben und Senken überhaupt irgendein Lebenszeichen signalisierte.

Würde es sie schmerzen, wenn man sich fragte, warum sie es nicht geschafft hatte, einen sinvolleren Schlafplatz auszusuchen?

Gaomee betrachtete sich als sei es nicht ihr eigenes Selbst, das dort erschöpft im wohlverdienten Schlaf schlummerte. Sie fühlte sich entrückt von allem und verspürte vor allem Mitleid mit der jungen Kaldorei , die außerhalb des Traums ihr volles Potential nie ausschöpfen würde. Ob Bruder Morgennebel ahnte, wie Recht er damit gehabt hatte, dass dieses Kind der Sterne körperlich schwach war?

Das Lächeln auf ihren Lippen erstarrte. Sie ließ ihren Blick schweifen.

Es war offensichtlich, dass sie träumte. Ein überaus seltsam anmutender Traum, wenn sie es recht überlegte. Doch er erschien ihr friedlich und so sorgte sie sich nicht.

Mit leichtfüßigen Schritten trat sie an das spiegelnde Wasser des Brunnens und sah ihr eigenes Ebenbild, das ihr ernst und ruhig entgegen blickte.

Ihre bernsteinfarbenen Augen erstrahlten in dieser Welt in ihrem eigentümlichen Gold . Ihre gesamte Erscheinung wirkte ausgeglichen und stolz. An diesem Ort vermochte sie alles zu tun, was sie wollte, das wurde ihr mit einem Mal klar. Hier gab es keine Grenzen, keine Ängste oder selbstauferlegte Schranken.

Wieder warf sie einen Blick zurück auf das, was ihr Gefäß in der wirklichen Welt war und wandte sich endgültig ab.

Ungesehen und ungehört durchwanderte sie den Hain, vorüber an schlafenden Kaldorei. Bei manchen blieb sie stehen und blickte auf sie herab. Auch sie hatten sich ihren Schlaf verdient. Ihre Hand strich beinahe zärtlich über die ein oder andere Wange . Ob sie überhaupt merken würden, dass sie bei ihnen gewesen war? Dass sie insgeheim und heimlich über sie wachte?

Plötzlich vernahm sie hinter sich eine Bewegung und hob den Kopf. Ihre durchscheinende Hand, die gerade die Schulter des Sprechers berührt hatte, um sich davon zu überzeugen, dass seine Träume ungestört blieben, verharrte. Sie hob ihren Kopf und sah hinaus.

Dort, im Grün des Hains beinahe verborgen, stand jemand und beobachtete sie. Eine Gestalt, deren Silhouette ihr vage vertraut vorkam.

Gaomee erhob sich. Raschen Schrittes trat sie hinaus in die Stille und schaute sich suchend um. Sie erhaschte einen Blick auf einen hochgewachsenen Krieger mit blauschwarzem Haar, der sich, kaum dass sie aus dem Eingang trat, in Richtung des Waldes wandte und verblasste. So, als sei er nie dagewesen. Hatte sie sich die Gestalt nur eingebildet?

Um sie herum frischte der Wind auf und wirbelte Blätter mit sich. Ihre Hand tastete Halt suchend nach dem Holz des Geländers. Sie kannte diesen Kaldorei, glaubte zu wissen, wo sie ihn einordnen musste. Aber war er wirklich oder nur eine Erinnerung, die sie streifte?

Bilder wuchsen und verschwammen mit ihrer Umgebung. Sie glaubte eine Lilie im Wasser des Mondbrunnens treiben zu sehen, die jedoch ebenso verblasste wie der Kaldorei zuvor.

"Altra".

Ihr Flüstern wurde vom aufkommenden Wind mit sich getragen. Der Name hallte leise in ihrer Erinnerung nach und ließ weitere Eindrücke erwachen, die auf sie einstürmten.

So gewaltig war diese Bilderflut, dass sie auf die Knie sank, um nicht kraftlos herabzufallen.
*tritt den Thread brummelnd hoch*

Seit wann ist hier ne Zeichenbegrenzung von 5000 Zeichen...
Wie soll man denn da sinnvolle Geschichtenteile posten....

Naja...dann erstmal so ;)

Wir sind noch immer auf der Mondlichtung zu finden!

*winker*
Rückkehr zur Mondlichtung- Teil 1 von 2

Zorn.

Alles umschlingend, umfassend und verschlingend.

Es gab kein größeres Gift, als dieses Gefühl, das sich einer Krankheit gleich in den Adern verteilte. Einmal in den Körper eingedrungen, verbreitete es sich und wuchs. Wie ein Geschwür, das sich an die Zellen anheftete und sie von innen heraus zerfraß. Ein geheimer Parasit, der nie gänzlich verschwand, sondern sich nur zurück zog, einem lauernden Tier gleich. Bereit dazu, im nächstbesten Moment wieder zu zu schlagen und seinen Wirt heimzusuchen.


Die Druidin hatte sich von den anderen getrennt, kaum dass ihre bloßen Füße das Gras der Mondlichtung unter sich spürten. Es schien ihr, dass ihr Zorn in dem Moment verrauchte, als die Einflüsterungen des verderbten Waldes von ihr abließen. Was blieb, war Leere. Ein Loch, das ihr Herz von innen heraus zerfraß und nicht mehr gefüllt werden konnte. Sie hatte die Diskussion nicht mehr ertragen. Zivilistin oder Feind? Unschuldig oder schuldig? Verräter oder Freund? Vor all diesen Fragen floh sie. Fort von denen, die ihr so viel bedeuteten.

Insgeheim hoffte sie, dass ihre harsche Reaktion dem Stress der letzten Tage geschuldet war und wusste es besser. Es gab keine Entschuldigung für ihr Handeln, außer sie selbst.

Sieh es ein! Du hast dich im Moment nicht unter Kontrolle!

Ihre Hände hoben mehrere Ranken empor, damit sie sich unter ihnen hindurch schlängeln konnte. Ob sie Ärger bekommen würde, weil sie sich einfach von der Einheit entfernt hatte?

Gaomee seufzte und ließ sich am See, versteckt unter einer der Weiden, nieder. Dumpf starrte sie auf das silber glänzende Wasser, das sich in feinen Wellen zum Ufer hin kräuselte.

Es tat es ihr leid, wie sie Fenubar angefahren hatte. Ob er ihre Entschuldigung vorhin überhaupt wahrgenommen hatte? Oder war sie im allgemeinen Gewirr der Stimmen untergegangen?

Noch immer fragte die Druidin sich, warum sie ihre aufkommende Wut an ihm ausgelassen hatte. Er konnte beim besten Willen nichts dafür. Nicht er. Vor allem nicht nach dem, was sie gemeinsam im Smaragdkreis erreicht hatten. Es beschämte und frustrierte sie gleichermaßen, dass sie ihre Gefühle in dieser Weise offenbart hatte. Sie hätte sich besser beherrschen müssen und aus diesem Streitgespräch heraushalten. Alles andere ließ nur alte, schwärende Wunden wieder aufbrechen. Ob er jetzt schlechter von ihr dachte? Ob auch die anderen sie nun mit anderen Augen sahen?

Gaomee schüttelte den Kopf. In ihrem Geist regte sich plötzlich Unwillen. Sie dachte an Luthien Worte und daran, wie beherzt Pippa versucht hatte, sie von einer anderen Ansicht zu überzeugen. Die Druidin schnaubte. Ein Gnomin, die glaubte, ihnen ihren eigenen Weg erklären zu müssen. Das war grotesk und irgendwo schon frech und doch verstörte es sie gleichermaßen. Hatte sie am Ende Recht?

Oder ist es der Fluch unseres langen Lebens, das wir verlernen zu vergeben?

Mit einem "Klonk", das einen stechenden Schmerz mit sich brachte, ruckte ihr Kopf an den Baumstamm hinter sich. Sie fühlte sich so unendlich müde, obwohl sie versucht hatte, den Schlaf nachzuholen, den die Priesterin ihr nahegelegt hatte. Sie verstand einfach nicht, warum so viele diese Goblin verteidigten. Lag es am kindlichen Aussehen? An ihrer Angst oder ihrer Kooperation?

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Rückkehr zur Mondlichtung - Teil 2 von 2

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Gaomees Hände gruben sich in den moosigen Untergrund. Wieder spürte die weißhaarige Kalorie das tosende Brüllen, mit dem die Wut in ihr empor stieg und sie mit sich zu reißen drohte. Das konnte doch nicht ihr Ernst sein? Hatten sie vergessen, zu wem dieses Wesen gehörte? Was sie im Teufelswald getan hatten? Was sie immer noch zu erreichen suchten? Sie glaubten doch nicht im Ernst, dass diese Gobelin wirklich unschuldig war? Ein unscheinbarer Zivilist, der gegen seinen Willen dieser Mission beigestanden hatte?

Fassungslosigkeit ließ den aufkeimenden Zorn allmählich abebben. Allein der Gedanke an diese Möglichkeiten schmerzte, denn sie verstand diese Gründe einfach nicht. Wäre dieses verderbte Wesen wirklich ohne Schuld, dann hätte es sich nie einer solchen militärischen Aktion angeschlossen. Es gab auch für dieses Volk andere Möglichkeiten, Forschungen zu betreiben oder einem Tagewerk nachzugehen. Das wusste sie von den Brüdern und Schwestern im Zirkel. Jemand, der sich einer solchen Einheit anschloss, war alles, aber kein Zivilist.

Gaomee fühlte sich plötzlich allein. Wann hatte sich ihr Denken in diese Richtung verändert? War das noch sie? Ein rachsüchtiger Geist, der Tod und Zerstörung über die bringen wollte, die sie verletzten und das zerstörten, was sie liebte? Wann hatte sie sich selbst verloren? Als Auberdine fiel? Als sie mitansehen musste, wie ihre Schwestern und Brüder im Feuer am Hyjal fielen? Oder erst seit sie Teldrassil hatte brennen sehen? Ihre bernsteinfarbenen Augen schlossen sich und konnten die Bilder, die sich ihrer ermächtigten, doch nicht verdrängen. Letztendlich war es gleich. In ihr brodelte es. Rastlosigkeit, Unruhe, Angst, Veränderung.

Das war es, was sie der Priesterin versucht hatte zu erklären. Irgendetwas geschah mit ihr und sie konnte beim besten Willen nicht sagen, wohin ihr Weg sie führte.

Und das erfüllte sie mit mehr Angst, als sie jemandem gegenüber je zuzugeben im Stande war...
Das silberne Licht des Mondes spiegelte sich glänzend auf dem See. Die Geschäftigkeit des Tages war längst einer vollkommenen Ruhe gewichen, die das Gefühl von Frieden und Harmonie mit sich brachte. Einzelne Motten von durchscheinender Farbe flatterten über der spiegelnden Fläche auf und ab. Ihre Bewegungen kamen einem Tanz gleich, einzig und allein erleuchtet vom Farbenspiel der Schatten und plötzlich aufwallender Helligkeit.

Gaomee lag mit aufmerksamem Blick am Rand des schlafenden Nachthafens mit Blick auf das Wasser und genoss die Stille, die sie umgab. Ihre bernsteinfarbenen Augen folgten dem Auf und Ab der eleganten Wesen und sie verspürte den Drang, es ihnen gleichzutun. Sich dazu zu gesellen.

Ein Lächeln umspielte ihre Beerenfarbenen Lippen, während die Augen sich nicht satt sehen konnten an diesem wunderschönen Schauspiel der Natur. Sie spürte eine Ruhe in sich, wie seit langem nicht mehr. Einer Katze gleich hatte sie ihren Körper ins Gras gebettet, die Beine eng an den Körper gezogen und die Hände unter das Kinn gelegt. Längst wachte die Nacht über die Mondlichtung . Ob sie die einzige war, die noch auf war?

Mit einem leisen zufriedenen Seufzen drehte sie den Kopf und ließ sich von der Weite des Sternenhimmels über ihr vereinnahmen. Der dunkle Himmel war so klar, wie er es im verderbten Wald niemals hätte sein können. Einzelne funkelnde Sterne blitzten in dieser unendlichen Schwärze auf, ohne sie bedrohlich wirken zu lassen. Im Gegenteil. Die Druidin verlor sich in diesem Anblick und ließ ihn auf sich wirken.
Mit einem leisen Seufzen glitt die Druidin vom Holzbalken. Das Bild des Sees immer noch vor Augen. Sie würde es in ihrem Herzen behalten, wenn sie nun weiter zogen. Wohin es sie verschlug, wer wusste das schon?

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Der Smaragdzirkel bricht heute von der Mondlichtung erneut auf, um den eigenen Plot weiter zu verfolgen. Wo wir hingehen, weiß derzeit nur Thanris. Wir halten euch aber auf dem Laufenden ;)
Wir sind immer noch im Plot zwischen Teufelswald und Eschental :)
Elune adore, Brüder und Schwestern des Zirkels,

wir führen derzeitig im Eschental einen Guerillakrieg gegen die Horde.

Wenn ihr Lust auf ein Team-up (Kampf RP oder Lagerfeuer RP) habt, sagt Bescheid.

Nimm an der Unterhaltung teil!

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