Adler von Arathor / Die Mark Hohenwacht

Die Aldor
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Hallo liebe Community, Forengemeinde, Freunde und Feinde unseres langjährigen Gildenkonzeptes!

Da der alte Thread mittlerweile ziemlich ausgeleiert ist und Informationen enthält, die längst nicht mehr up to date sind, nehmen wir (gemeint ist an dieser Stelle AvA) uns die Frechheit heraus einen neuen, bereinigten Thread zu erstellen. Daher bitten wir euch, geneigte Community darum den alten Thread bitte in Untiefen des Forums versinken zu lassen.

IC-Teil:

Hohenwacht. Festung und Land am Ende der Welt - zumindest wenn man es aus der Sicht der Menschen heraus betrachtete. Dies Land wurde schon so lange von Menschen besiedelt, dass selbst die ältesten Aufzeichnungen in den markgräflichen Bibliotheken schon von den Vorfahren der Menschen hier kündeten. Ein raues Land - ein Tal gelegen zwischen zerklüfteten Bergen, in hügeligen Lagen durchschnitten vom kleinen Fluss Hohensporn, der den umliegenden Bergen entsprang. Doch ein Land, welches die Menschen, die es belebten nicht ohne Stolz Heimat nannten.

Die Menschen von Hohenwacht waren von jenem stolzen, hartgesottenen Schlag Menschen, der sich selbst Stromic, nach ihrem Land Arathi oder einfach Hochländer nannten. Meist von bäuerlicher Herkunft geprägt versuchten diese Menschen den großen Taten ihrer Altvorderen gerecht zu werden, von denen die Barden im Herbst und Winter an den Feuern kündeten. So wurde das Volk von Hohenwacht überall als ein im Grunde herzliches, dem Met und der Musik, aber auch dem Raufhandel und Kampfkunst zugeneigten Volk innerhalb des Grenzen des Hochlandes, doch gewiss auch für manchen darüber hinaus bekannt.

Die Menschen von Hohenwacht unterstanden seit Alters her dem Haus van Haven, dessen rotes Banner ein aufrecht gehender weißer Drache ziert, und welches stets ein loyaler Vasall der Bergkönige auf dem Thron von Stromgarde war und ist. Es könnte kein passenderes Wappentier sein, welches das Haus vor sich her trägt, denn die adeligen Herren der Mark sind wie ihr Volk von einem stolzen, manchmal hochmütigen wie kämpferischen Geschlecht - mehr Eisen denn flexibler Kupfer, und kaum bereit, das Haupt vor jenen zu neigen, die sie als geringer schätzen denn sich selbst.
Dies ist die Geschichte der Mark Hohenwacht, wie sie seit jeher war und bleiben wird.

Verehrter Reisender, wir heißen euch in den Landen des Hauses van Haven, der alten Mark Hohenwacht und an unseren Feuern willkommen. Mögen eure Geschichten und Legenden zu unseren eigenen Beitragen, und sie mehren.
Adler von Arathor - was ist das?

Die Gilde Adler von Arathor gehört zu den ältesten aktiven RP Gilden auf dem Server "Die Aldor". Seit jeher verfolgen wir mit unserem Konzept mehrere Ansätze. Zunächst wäre da das Adelige Haus van Haven, und es ist eines unserer Hauptziele, dieses Adelshaus mit Familienmitgliedern und Haushalt im RP dazustellen. Zum Haushalt des Hauses gehören in etwa die Hausgarde, das Gesinde auf der Festung Hohenwacht, die geschworenen Ritter und Vasallen des Hauses sowie diverse Angestellte - das können Spezialisten in Sachen Handwerk, aber auch zum Beispiel Söldner sein.
Ferner ist es unser Ziel, dem von uns bespielten Landstrich, der Mark Hohenwacht Leben einzuhauchen. Die Mark ist selbstverständlich von unterschiedlichen Menschen bewohnt und mit kleineren Ansiedlungen und Gehöften überzogen, deren Bewohner auch dargestellt werden wollen. Alles in allem: Die Gilde <Adler von Arathor> stellt die Mark Hohenwacht, das regierende Haus van Haven sowie deren Vasallen und Gefolge dar.

Die Mark Hohenwacht

Die Mark Hohenwacht ist alles in allem gewelltes Hügelland, welches sich in das Flusstal des kleinen Flusses Hohensporn schmiegt, welcher die Berge Arathis durchschneidet. Es liegt nördlich des großen Thoradinwalles, nordöstlich des Hügellandes und südlich der Pestländer. Die Mark ist vor allem landschaftlich geprägt und wird dabei durch den untersten Stand der Mark bestellt: Den Freisassen, welche freie Wehrbauern sind, die jedoch Steuer- und Militärpflichtig sind, wenn die Mark es braucht. Ein genauerer Überblick über die Mark Hohenwacht und ihre Details findet sich auf unserer Seite im Aldorwiki:

http://diealdor.wikia.com/wiki/Das_Adelshaus_van_Haven/Die_Mark_Hohenwacht

Weiterhin sei hier auch noch die Karte der Mark verlinkt, die Leofwine so freundlich war für uns zu erstellen:

http://i97.servimg.com/u/f97/16/63/60/10/map_ho11.jpg
Wo wird gespielt?

Gespielt wird vor allem in Rabenhold im Vorgebirge des Hügellandes, welches wir als Burg Hohenwacht bespielen. Dort ist der Sitz des Hauses van Haven und auch der Machtapparat von Hohenwacht konzentriert.
Weiterhin kann man uns in Dandred's Senke finden, welche wir als den Weiler Hohenwacht bespielen, der am Fuße der Festung liegt. Falls ihr Mitglieder der Gilde im Vorgebirge des Hügellandes seht, könnt ihr sicher sein, dort auch auf RP zu treffen.

Was wird gesucht?

Der Wehrstand
Der Adel der Mark. Dies geht von den Mitgliedern der regierenden Familie bis herunter zu einfachen Rittern und Junkern, welche Vasallen des Hauses sind. Folgende Konzepte sind also denkbar:
- Ritter / Knappen / Junker / Allgemein niedere Adelige aus der Mark
- Familienmitglieder aus Seitenlinien des Hauses, nach Absprache mit der Gildenleitung

Der Lehrstand
Priester der Kirche des Lichts oder Paladine, die deren Aufgaben wahrnehmen, in Ermangelung von Priestern. Magier die am Hofe eine beratende Funktion einnehmen. Folgende Konzepte sind möglich:
- Priester und Prediger
- Magier

Der Nährstand (Derzeitige Priorität)
Das gemeine Volk der Mark. Das kann vom gut betuchten Großbauern über den Handwerker im Weiler, einen Büttel bis hinab zum einfachen Schuldknecht gehen. Zum Nährstand gehören auch alle Gemeinen am Hofe, wie Bedienstete, Angestellte aber auch die Hausgarde. Folgende Konzepte gehören hierher:
- Gemeines Volk aus dem Weiler Hohenwacht (Bauern, Handwerker, derlei)
- Besonders ein Bürgermeister des Weilers Hohenwacht (Bitte mit mir Rücksprache halten)
- Gesinde am Hofe
- Angestellte am Hofe
- Die Hausgarde

Wer rekrutiert?

Im Falle von Interesse an der Hausgarde bitte an Makoros wenden. In allen anderen Belangen sind die richtigen Ansprechpartner Tellos, Oríanne, Nunziata und ich.
Ein Wort zu Vasallen

Das Haus van Haven verfügt über zwei Vasallenhäuser. Eines dieser Häuser ist das Haus Farring von Farringhall, welches bei <Adler von Arathor> von Kalerython und mir repräsentiert wird. Das Andere ist das Haus Valrick, welches bei uns von Marían repräsentiert wird. Um Vertreter dieser beiden Häuser zu spielen, sollte man sich an Cenestra oder Marían wenden.

Was gerne gesehen ist bei Bewerbungen

Wir sehen es überaus gerne, wenn man sich im Vorfeld des Beitritts zur Gilde in unserem Forum bewirbt, sich und den eigenen Charakter ein wenig vorstellt um der Gilde und ihren Mitgliedern einen Eindruck von sich zu verschaffen. Das ist nicht unbedingt notwendig, aber definitiv ein großer Bonus. Den Link zum Forum findet ihr weiter unten im Thread.

Kooperationen und Partnergilden

Natürlich spielt die Gilde <Adler von Arathor> in der Welt nicht ganz alleine. Als Kooperation gibt es innerhalb der Gilde das Projekt der Kreuzfahrerfestung Schwanenfurt, welches von Leofwine betrieben wird. Hierbei handelt es sich um ehemalige Mitglieder des Scharlachroten Kreuzzugs die südlich der Mark eine Präsenz aufbauen. Bei Interesse an Scharlachroten RP sei hiermit an Leofwine verwiesen.
Weiterhin seien unsere Partnergilden genannt, mit denen wir Plots und Events gemeinsam planen:

<Rabenbanner> - Eine Militärgilde, die zu den Verlassenen gehört. Mit ihnen planen wir militärische Events.
Aldor Forum: http://eu.battle.net/forums/de/wow/topic/17612501324
Homepage: http://rabenbanner.bplaced.net/phpBB3/

<Rittergut Wolfenberg> - IC unsere Verbündeten, OOC eine Gilde mit der wir gemeinschaftlich vor allem gesellschaftliche Events planen, aber auch kämpferisch-militärische
Aldor Forum: http://eu.battle.net/forums/de/wow/topic/17611251079
Homepage: http://www.rittergutvonwolfenberg.de/

All jenen, die Interesse an Verlassenen RP oder an Adels- und Gesellschafts RP im Rahmen Sturmwinds haben, seien diese beiden Gilden wärmstens empfohlen!
Für den erfahrenen Leser - Was ist aktuell bei AvA?

Die Zeiten sind hart für die Mark Hohenwacht. Eine der Baronien der Mark ging unter dem Ansturm der Legion verloren, und die Kernbaronie Hohenwacht selbst wurde schwer beschädigt und befindet sich im mühevollen Wiederaufbau. Die Nachricht vom Fall der Hauptstadt schlägt auf die Moral, und wäre das alles noch nicht genug, so haben sich nun auch die Verlassenen in der verwüsteten Baronie Nordwestmarken eingenistet - auf der Suche nach etwas, von dem die Herren der Mark noch nicht wissen, was es sein mag. OOC führt dies zu Events, die sich mit dem Wiederaufbau beschäftigen, aber auch zu militärischen Zusammenstößen mit den Verlassenen des <Rabenbanners>. Weiterhin planen wir, einen wöchentlichen Tavernenabend in Dandred's Senke zu veranstalten, zu dem auch Externe sehr gerne eingeladen sind.

Linksammlung:

Unser Forum:
https://adlervonarathor.enjin.com/

Unsere Seite im Aldor-Wiki:
http://diealdor.wikia.com/wiki/Das_Adelshaus_van_Haven

Ein Stromgarde Guide, nach dem wir uns richten:
http://eu.battle.net/forums/de/wow/topic/17613211308

Unser alter Thread:
http://eu.battle.net/forums/de/wow/topic/16946544740?page=1

Soziale Netzwerke:
https://twitter.com/AvA_DieAldor

Wir hoffen, dass unsere Vorstellung euch zusagt, und dass wir mit ihr vielleicht auch euer Interesse an einem Zusammenspiel wecken konnten. Falls dem so ist, stehen wir euch gerne für allerlei Antworten ingame, hier oder in unserem Forum zur Verfügung.

Es grüßen,
Euer Forendrache und der <Adler von Arathor>
- Platzhalter -
Ich kann die Finger einfach nicht stillhalten.
Macht immer wieder Spaß, mit euch zu spielen.
Danke an Leo(f) für die Karte, jetzt kann zumindest ich mir weitaus besser vorstellen, was, wo, wie, warum.

Blöderweise haben meine Charaktere (insbesonders die 'Dame' links neben diesem Post) derzeit null Ahnung, was 'da oben' bei euch vor sich geht, seit den Invasionen und so. :x

Gruß mit dem Trinkhorn!
Der Verlassene hebt vorsichtig ein grosses Schild über den Kopf, als er näher tritt. In sehr krakeliger, einfacher und recht fehlerhafter Weise prangen dort die Worte:

"Ich kommä in Fridän! Würklich! Zumindesst Isch!"

Das Schild langsam senkend winkt er den leicht verwirrten, misstrauischen Wachen des Hauses zu, die ihn mustern. Auf das Gebrüll WAS beim Licht er hier will, stammelt der Verlassene kläglich:

"Guten Tag, die Herren! Na ihr sucht doch Gesindel und so. Und ich bin, äh WAR mal Bauer! Deswegen wollte ich mich mal bewerben ..."

Ooc: Ron wünscht seinen neuen "Bekannten" alles Gute und hätte gerne noch mehr schöne, rote Klamotten zum anziehen!
30.09.2016 16:10Beitrag von Aeslynn
Natürlich spielt die Gilde <Adler von Arathor> in der Welt nicht ganz alleine. Als Kooperation gibt es innerhalb der Gilde das Projekt der Kreuzfahrerfestung Schwanenfurt, welches von Leofwine betrieben wird. Hierbei handelt es sich um ehemalige Mitglieder des Scharlachroten Kreuzzugs die südlich der Mark eine Präsenz aufbauen. Bei Interesse an Scharlachroten RP sei hiermit an Leofwine verwiesen.


Ich verweise dabei einmal auf den - sich noch im sukzessiven Aufbau befindlichen - Eintrag der Schwanenfurt und des Projektes, in dessen Rahmen das Ganze IC über einen längeren Zeitraum erspielt wurde, im Aldor-Wiki:

  • http://diealdor.wikia.com/wiki/Ordensland
  • http://diealdor.wikia.com/wiki/Der_Orden_Demetrias

  • Interessenten dürfen sich gern bei mir inGame melden, oder sich im Forum zu erkennen geben.
    Wir schreiben den dritten Oktober im Jahre 634 nach dem Königlichen Kalender. Auf der Schwanenfurt.

    Er saß an seinem Schreibtisch in seiner Kammer, bescheiden und schlicht eingerichtet, während kühler Wind durch ein geöffnetes Fenster hereinwehte. Es roch nach Herbst; und während draußen die Sonne im Begriff war, zu sinken, lehnte sich Sir Leofwine Delaney auf seinem Stuhl zurück, die müden Augen mit den Handballen zu reiben. Seit Tagen hatte er kaum mehr als zwei oder drei Stunden geschlafen, nachts – und war er nicht mehr so jung wie einst. So vital, diese Belastung einfach wegzustecken, die nun ihren Tribut unbarmherzig einforderte. Vor ihm lagen stapelweise Papier, Dokumente und Aufzeichnungen, Briefe und Notizen. Sein Blick wanderte hinaus, in die Weite des Berglandes, an den Ausläufern von Alterac, Arathor und Lordaeron. Sie waren gut vorangekommen. Die Festung war gesichert und Sir Reinmar hatte bereits damit begonnen, die kampffähigen Männer für die Miliz zu trainieren.

    Während die Gemeinen ihren Pflichten nachgingen, die ihnen auferlegt waren, musste die gesalbte Ritterschaft eine gleichwohl größere Bürde auf den Schultern tragen. Das Land war ihre Heimat, ob durch Geburt oder Wahl, doch war sie nicht mehr sicher. Würde es ihre Pflicht sein, eben diese Sicherheit einer glorreichen und großen Vergangenheit wiederherzustellen. Unwillkürlich kräuselte sich auf seinen Lippen ein Lächeln, blass und schmal, als er sich erhob, um an das Fenster zu treten. Den einzigen Luxus, den sich der hochwürdige Herr genehmigt hatte: Die Aussicht. Der beste Blick über die Lande, den Silberlauf und darüber hinaus. Tief sog er die Luft ein, die Lungen mit Frische und Lebenskraft zu füllen. Seine Späher hatten gemeldet, dass man sie wohl noch nicht entdeckt hat – die natürliche Grenze, markiert durch den großen Flusslauf des Hohensporns, schien nicht überschritten und die Augen der Kreuzfahrer waren wachsam. Es war ein guter Tag.

    Vor allem im Hinblick auf den Erfolg, den sie bei der Jagd hatten. Hatte er vielleicht ein Dutzend seiner besten Ritter ausgesandt, die besten Bogenschützen unter ihnen, die Grenzlande der Baronie zu patrouillieren und zu sichern, wobei diese eine Siedlung vom Bergvolk erspäht hatten. Recht früh, hatte er nicht damit gerechnet, sobald schon sein Vorhaben beginnen zu können, doch war der Erlass des Rates in diesem Punkt schon lange gefasst: Die Stämme würden ausradiert werden. Das Heidenvolk der Mark mag sich wohl in Sicherheit wähnen; doch außerhalb der Grenzen der häretischen Lady Regentin und ihrem Land der Finsternis würde diesen Barbaren kein Pardon gewährt werden. Am Ende würde der Ritter in strahlender Rüstung ohnehin die feuer- und schwefelspuckende Bestie bezwingen; das war der Lauf der Geschichte. Und so kam es nun, dass die wenigen Überlebenden dieser kleinen Ansiedlung zur Schwanenfurt geführt wurden. Jene, die das Pech hatten, den Streitern des Lichtes lebendig in die Hände zu fallen.

    Es war ihm ein Vergnügen gewesen, jene Urteile zu unterzeichnen, die nur eine einzige Strafe bedeuten konnten, die solcher Ketzerei angemessen wäre. Und auch, wenn die Baroness ihre Schwierigkeiten damit hatte, unter Tränen gar ihre Bedenken äußerte, so wusste er doch, dass es getan werden musste. Und dass die Dame Edeena, wie schon oft bewiesen, genau die Richtige war, in angemessener Weise die Urteile zu vollstrecken.
    Hallo zusammen!

    Aus jüngstem Rollenspiel hat es sich ergeben, dass die Kreuzfahrer der Schwanenfurt ein- bis zwei spezielle Rollen zu besetzen haben, die an dieser Stelle beworben werden sollen:

    Für die hochwohlgeborene Sartine, Baroness von Schwanenfurt, werden eine oder zwei Handmaiden gesucht. Allerdings sollen diese Rollen nicht allein die höfischen und privaten Aufgaben erfüllen, die mit ihrer Position einhergehen, sondern darüber hinaus auch für den Schutz der Herrin sorgen. Sie sollen aus den Reihen der Siedler und Gemeinen rekrutiert werden und in der Folge - natürlich im RP und ausgespielt - ausgebildet werden. Vornehmlich werden sie gründlich in den Dingen und der Lehre des Lichtes geschult, wie unsere Charaktere diese verstehen und auslegen, darüber hinaus wird höfische Kultur genauso wie der Kampf mit verschiedenen Waffen eingeübt. Diese junge(n) Frau(en) werden in hohem Maße in die Struktur der Ordensherrschaft eingebunden und werden IC Zugang zu beinahe allen Treffen der Kreuzfahrer haben. Dies sei vor allem daher erwähnt, da im Zusammenspiel zwischen Adel und Gemeinen oftmals die Problematik der fehlenden Schnittpunkte zwischen den zuvor genannten Gruppen entsteht. Das Ziel des Generalkapitels ist es, mit dieser neu geschaffenen Institution einer "Jungferngarde", nicht nur die Sicherheit und das Wohlbefinden des nominellen Oberhauptes zu gewährleisten, sondern auch die Linientreue des ritterlich-klerikalen Hofstaates zu kontrollieren.

    Im Verlauf des Rollenspiels ist es daher IC das ausgewiesene Ziel des Generalkapitels, aus potentiellen Kandidatinnen eine kleine Gruppe von hochspezialisierten aber auch hochfanatisierten Kämpferinnen und Dienerinnen zu erschaffen. Wie erfolgreich das Ganze sein wird und ob es überhaupt zustande kommt, hängt von der Entwicklung im RP ab. Der Charakter an sich soll vom Spieler natürlich völlig frei gestaltet werden können; wobei nur das Folgende "verpflichtend" ist:

  • Der Charakter ist weiblicher Mensch
  • Der Charakter ist im Alter zwischen 18 und 25
  • Dem Charakter wird ein Bezug zu unserem Projekt gegeben (Absprache gern inGame mit mir!)
  • Der Charakter ist von der Ausrichtung "rechtschaffen" (Gut, neutral oder böse spielt dabei zunächst keine Rolle.)

  • Natürlich ist diese Rollenbeschreibung und das Gesuch nur ein grober Umriss dessen, was in diesem Rahmen möglich ist. Nach Absprache ist sicherlich sehr viel machbar und gangbar. Ein hohes Maß an Fingerspitzengefühl und Erfahrung mag nötig sein und wird erwartet; genau wie eine gewisse Aktivität. Wir möchten diese Rolle(n) nicht an den vierten oder fünften Twink vergeben, da die meisten von uns die meiste Zeit ihres Rollenspiels in diesem Projekt verbringen.

    Ferner sind wir natürlich immer gern bereit, Paladine und Ritter mit entsprechendem Hintergrund und Befähigung bei uns aufzunehmen. Hierbei sind die Rahmenbedingungen deutlich weniger strikt und können im Zweifel einfach abgesprochen werden.

    Es grüßen,
    Leofwine und die Kreuzfahrer der Schwanenfurt
    Das Licht mit Dir, liebe Aelendra,

    Einige Zeit ist seid unserer Abreise aus dem Norden vergangen und ich hoffe, meine Zeilen erreichen Dich und die deinen bei bester Gesundheit. Sicher seid Ihr sehr damit beschäftigt, die Spuren der vergangenen Schlachten zu beseitigen. Auch wir haben alle Hände voll zu tun, um rechtzeitig vor dem Winter die nötigsten Dinge zu orden.

    Dennoch wollen wir nicht vergessen, dass auch Freude zum Leben dazu gehört. Aus gegebenem Anlass möchte ich Dich und die Deinen am ersten Wochenende im elften Monat zu einem Festwochenende einladen, an dem wir noch einmal mit allen Verbündeten und Kampfgefährten des Sieges über die Legion in den Nebelbergen gedenken wollen.

    Ausserdem werden wir an diesem Wochenende Sir Daros und Baron Garek auf das Banner der Familie Wolfenberg einschwören und planen ein zweitägiges Turnier. Am Freitag beginnen wir das Wochenende mit einem festlichem Empfang, dem am Samstag die Zeremonie und der Aufmarsch der Turnuierteilnehmer zum ersten Turniertag folgen wird.

    Am Sonntag findet dann der Tjost als Höhepunkt des Festwochenendes ab, an dem die Ritter ihr Können mit Lanze und Pferd zeigen können.

    Ich würde mich freuen, wenn unsere Streiter wieder einmal in Freundschaft und Verbundenheit die Klingen und Lanzen kreuzen, aufdass diese nur fester gedeihen möge.

    Die Vorbereitung des Markttreibens in den Nebelbergen laufen recht gut an. Ich werde am 18. Tag des laufenden Monats alle INteressenten zur Marktbesprechung ins Gasthaus nach Kreuzlingen bitten, um dort wichtige Einzelheiten besprechen zu können. Wir sprachen ja schon einmal kurz darüber,
    Und nicht zuletzt öffnet das Einhorn seine Türen wieder und somit werden wir noch vor der Winterhauchzeit hoffentlich auch wieder im Blauen Salon zusammen kommen.

    Wie stehen die Angelegenheiten in der Mark? Ich hoffe, Ihr seid ein wenig zur Ruhe gekommen und habt die Übergriffe der Verlassenen sicher zurück schlagen können. Dem Norden wäre etwas Ruhe mehr als nur zu wünschen. Immerhin sind wohl Murlocs und Gnolle dank des Einsatzes der Kämpfer in den Nebelbergen kein Problem. Du siehst mich innerlich ein wenig schmunzelln.

    Bitte richte Lady Strifent und Lady Fiona meine herzlichen Grüße aus. Während ich dem Boten ein paar Spezialitäten aus meiner Käserei für dich mitschicke ( ich denke, den metgetauchten Bergkäse wirst du vielleicht mögen) ,wird er für Lady Fiona eine Dose feinstes Lordearoner Zimtgebäck übergeben. Für Lady Strifent hingegen sind die Whiskeyküsschen bestimmt. Ich gehe fest davon aus, dass sie die Botschaft verstehen wird.

    In der Hoffnung, Dich und die Deinen bald wieder zusehen, verbleibe ich mit den besten Wünschen. Das Licht und die Ahnen behüten dich und die Menschen der Mark.

    Eleona
    Wie klein der verwüstete Weiler am Fuße der Hohenwacht doch wirkte. Unordentliche und kaputte Miniaturhäuschen, weit weg, und doch wirkte es so nah, als müsse man nur die Hand ausstrecken um sie zu ergreifen. Winzig und wuselnd wie ein Schwarm Ameisen huschten die Einwohner der Mark umher, errichteten Baugerüste, fuhren Karren umher, räumten Schutt weg und taten Dinge, die von so weit Weg nicht klar erkennbar waren. Irgendwo in diesem Gewirr mussten auch die Männer und Frauen der Garde sein. Selbst ein paar Ritter und der Gemahl der Regentin, wenn sie nicht irre. Ob sie auch dort unten sein sollte?
    Was für ein Unfug, natürlich sollte sie nicht, dachte sich die blondhaarige Magierin, während sie zu der Keksdose langte, die neben ihr in der Luft schwebte. Putzige Winterhauchmotive zierten den Rand, ein dicklicher, lachender Zwerg als Allvater Winter, fliegende Rentiere mit knallroten Nasen und lachende Kinder, die sich über Geschenke freuten oder sich mit Schneebällen bewarfen.
    Natürlich könnte sie dort unten sein, sinnierte die Dame, während sie krümelnd in einen Schokoladenkeks biss. Oder zumindest Arkanis und ihre anderen, kleinen, magischen Helferlein. Aber was sollte das schon bringen? Nicht nur, das es ausgesprochen unschicklich wäre, als Edeldame bei Aufräum- und Wiederaufbau mit anzupacken, ohne ihre Magie wäre sie vermutlich ohnehin keine sehr große Hilfe. Natürlich, mit ihrer Magie könnte sie wohl ein wenig mehr bewirken. Aber wozu denn schon? Wozu sollte sie schließlich schon um das Wohlwollen der einfachen Freisassen buhlen? Das sie in ihrer Ignoranz und ihrem Aberglaube die Großartigkeit der hohen Künste des Arkanen zu schätzen lernen würden, schloss sie kategorisch aus. Außerdem genoss sie bereits das Wohlwollen der Leute, auf die es ankam. Zuletzt gab es schlichtweg wichtiges. Die Wissenschaft, zum Beispiel.


    „Wir haben alles vorbereitet, Magistra.“ erklang in völliger, geradezu mechanischer Synchronizität ein Chor aus fünf Stimmen, fremdartig, unmenschlich, manche Monoton, andere mit einer ausgesprochen kultivierten Höflichkeit ausgezeichnet. Stimmen, die zu fünf kleinen Arkanwesen gehörten, die in einem Halbkreis im Rücken der Lady Fiona Stellung bezogen hatten, die glühenden Augen ihrer vor magischen Energien wabernden Körper auf sie gerichtet. „Wir sind nützlich.“ verkündeten sie, wieder geradezu perfekt synchron. Es zauberte ihr ein Lächeln auf die Lippen. Nützlich zu sein erfüllte ihre kleinen Assistenten mit Stolz und Freude. Man konnte glatt sagen, nützlich zu sein war ihr Lebensinhalt. Schließlich hatte die fähige Beschwörerin sie zu genau diesem Zweck erschaffen. Sie klopfte sich die Hände ab, um verbleibende Krümel zu beseitigen und wendete sich um. Hier oben hatte sie ihr Test und Übungsgelände erschaffen, ein wenig abseits der Hohenwacht. Zaubersprüche lagen auf dem Boden, die die Geräusche und Lichtblitze dämpften oder gleich ganz verstummen ließen, die ihr Tun unweigerlich hervorbrachte, um das Burgpersonal nicht zu verschrecken. Annäherungszauber warnten sie vor nahenden Personen, während Illusionen den Augen eine leere Wiese vorgaukelten. Vor allem den Kindern der Dienerschaft, von denen einige mit einer geradezu gefährlichen Neugierde beseelt waren. Eine Neugierde, die sich nicht damit vergelten wollte, sie versehentlich die zerstörerischen Mächte der Magie am eigenen Leib spüren zu lassen. Und das sie hier mit Mächten übte und forschte, die für ihr Arbeitszimmer in der Burg nicht geeignet waren, davon kündete der ruinierte Boden, der entweder von Feuer versengt war, bedeckt mit Überbleibsel von Eis, das nicht auf weltlichem Wege entstand, oder violettfarbenen Arkanrückstände aufwies, die sich permanent in die Erde eingebrannt hatten. Dieses Mal ging es jedoch um etwas anderes.
    Es ging um einen Durchbruch. Oder zumindest etwas in diese Richtung. Durchbruch klang jedenfalls schöner. Die Früchte ihrer Arbeit an dem elementaren Schlüsselstein, der ihnen im Kampf gegen die Dämonen von solcher Hilfe gewesen war. Der Stein, dessen zerstörte Hülle nun im Zentrum eines Zirkels aus Beschwörungs- Eindämmungs und Schutzzaubern schwebte. Sie hatte bereits herausgefunden, das Teile des Steins noch immer energetisch geladen waren, Fragmente der ihm ursprünglich innewohnenden, urtümlichen Macht. Sie hatte es sogar vollbracht Splitter aus dem Stein zu extrahieren. Splitter, aus denen in diesem Augenblick durch fähige Zauberer in Dalaran das Herzstück ihres neuen Stabes geschaffen wurde. Zumindest glaubte sie, das man in diesem Moment an ihrem Stab arbeitete. Vielleicht hatten die beauftragten Zauberhandwerker auch grade Pause. Aber darum ging es ja auch nicht. Jedenfalls nicht hier und jetzt.
    Als die Magierin in das verschlungene Muster der magischen Kreise trat, bezogen ihre Arkanfamiliare Position. Während die einen arkane Messinstrumente überwachten, hielten andere Pergament und Schreibfeder bereit, um in all ihrer Nützlichkeit den Versuch zu analysieren und protokollieren. Sie selbst streckte ihre Sinne nach den Energien der Leylinien aus und zog sie an sich, wie Fäden die sie aus einem Wollknäuel zog. Synchron zu ihren vor arkanen Energien glühenden Händen, die Zaubergestiken beschrieben, intonierten ihre Lippe die Spruchformeln, die ihr wie ins Blut übergegangen waren. Diesmal nur kanalisierte und lenkte ihre Wille die urzeitlichen Mächte in die Überreste des präparierten Schlüsselsteins. Und trotz seines beschädigten Zustandes spürte sie den Effekt sofort. Es brauchte nur einen Bruchteil der Macht, der Zeit und des Aufwandes, den der Spruch normalerweise benötigen würde. Es knisterte und krachte. Elektrisierte Luft kribbelte auf ihrer Haut, während ein stürmischer Windzug ihr entgegenschlug und die Haare wild im Wind wehen ließ. Gebunden durch metallene Armschienen, erhob sich die elementare Kreatur, die sie liebevoll „Herr Fünkchen“ getauft hatte, einmal mehr. Ein tosender Wirbelsturm, durchzuckt von violetten Energieblitzen, die in seinem Inneren gefangen zu sein schienen. Größer, kräftiger, machtvoller als üblich, wenn sie diese Kreatur beschwor und an ihren Willen band. Die vor elementarer Macht glühenden Augen legten sich auf seine Beschwörerin und Herrin, als auch auf den pulsierenden Schlüsselstein, der zwischen den beiden lag. Donnernd und tosend hallte die Stimme des Elementars über die ruinierte Wiese. „Ihr ruft. Und der Zorn des Himmelswalls antwortet!“

    Die Züge der Magierin zeigten ein gewinnendes Lächeln. Sie wischte sich einige Strähnen ihres Haares hinfort, die der unnatürliche Wind ihr ins Gesicht geweht hatte, und griff zufrieden nach ihrer schwebenden Winterhauchdose. Der Versuch war ein voller Erfolg. Und es würde bei weitem nicht der letzte sein. Es gab wirklich wichtigeres als den Weiler, dachte sie sich, als sie krümelnd in ihren Keks biss.
    Während die van Havens im Süden an den Festlichkeiten dieses heidnischen Saufgelages teilnahmen, blieben die Kreuzfahrer der Schwanenfurt nicht untätig.

    So ritt eine Gruppe Reiter, angeführt von einer Ritterin in scharlachroter Rüstung, in Richtung Mark. Das Ziel waren die Bergvölker, die wohl kaum jemand vermissen würde - außer vielleicht die Regentin der Hohenwacht, die sich ja ach-so-sehr um diese sorgte, wie sie nur wenige Wochen zuvor im Gespräch mit Kaplan Delaney betonte. Die armen, armen Bergvölker würden allerdings schon bald keine Sorgen mehr haben, wenn die Ritterin mit ihnen fertig war.

    „Ihr führt das Kommando unter einer Bedingung“, hatte Sir Leofwine ihr gesagt. Sogleich war sie Feuer und Flamme, was auch immer diese Bedingung sein mochte. Voller Eifer nickte sie dem Kreuzfahrer daraufhin zu, die Gier loderte dabei in ihren dunkelbraunen Augen, die einst so sanft und weich waren. Die Wärme wich allerdings schon vor Jahren daraus. „Lasst niemanden am Leben.“ Das war eine Bedingung mit der sie leben konnte. Eine Bedingung, die ihren Eifer nur noch weiter schürte.

    Die Dorfbewohner wussten nicht, was über sie kam, als das scharlachrote Dutzend über das Dorf herfiel. Einige versuchten zu fliehen - aber alle Wege aus dem Dorf waren bereits abgeschnitten von Reitern, die nur auf Flüchtlinge warteten. Und sie machten vor niemandem halt. Weder vor den besonders Alten, noch vor den besonders Jungen. Nicht vor den Gebrechlichen und auch nicht vor den Frauen. Besonders nicht vor den Frauen.

    „Lasst es wie einen normalen Raubzug aussehen!“, hallte die Stimme der Dame Edeena durch das Dorf, während die Männer sich verteilten um die Häuser und Hütten zu durchsuchen. Die Dorfbewohner wurden derweil auf dem Dorfplatz zusammengepfercht wie das Vieh, das diese Ketzer waren. Die Männer der Schwanenfurt ließen sich das nicht zweimal sagen. So verwüsteten sie die Häuser, nahmen mit, was ihnen nützlich erschien. Natürlich müssten diese Dinge geläutert werden, nachdem sie in den Händen der Heiden waren. Aber das war nur eine Kleinigkeit. Nachdem die Hütten auseinandergenommen wurden, widmeten sich die Männer den Frauen, um es vollends aussehen zu lassen, als seien Barbaren durch die Gegend gezogen.

    Barbaren. Die ganze Mark war voller Barbaren, denn die Heiden waren nichts Anderes als das.

    Während die Männer sich nahmen, was sie wollten, widmete die Dame Edeena sich dem Dorfplatz. Sie hatte kein Interesse an den fleischlichen Gelüsten ihrer Reiter, denn ihr war auch egal, was die Männer unternahmen, um es wie einen herkömmlichen Raubzug aussehen zu lassen, solange es dafür sorgte, dass ihr Auftrag vollends erfüllt würde. Ihr hingegen dürstete es nach Blut. Ihre Axt war geschärft und kreischte schon danach, endlich in Blut gebadet zu werden. Und baden, das würde sie.

    Wie im Blutrausch schnitt sie daher durch die Menge, machte vor nichts und niemandem Halt. Wenn einer ihrer Männer ihr in die Quere kommen wollte, fletschte sie die Zähne und befahl ihm, zurückzutreten. Mit den Heiden machte sie leider keinen kurzen Prozess. Sie ließ sie leiden. Ketzer leiden zu lassen war ihre Berufung. Noch während die Axt durch die Luft sauste, beteten die Männer und Frauen, Alten und Kinder zu den Ahnen. Doch niemand entkam. Niemandem wurde von den Ahnen geholfen. Weder hier, noch in dem anderen Dorf, das die Männer und ihre Kommandantin an diesem Abend aufsuchten.

    Auch auf dem Weg zurück zur Schwanenfurt, tief in der Nacht und im Schutze der Dunkelheit, ritt die Dame Edeena voran. Diesmal von oben bis unten mit Blut besiedelt. War der Blick auf dem Hinweg ernst und voller Eifer, so war er nun durch und durch zufrieden. Sogar ein Lächeln lag auf ihren Lippen, selbst wenn es eines der grausamsten Art war. Die Männer hatten Beute gemacht und sie hatte ihren Auftrag erledigt.

    Für das Licht. Für den einzig wahren Glauben.
    Eine schicksalshafte Nacht

    Nur schwerlich kämpfte sich das fahle Mondlicht durch die unzähligen Blätter der Bäume, welche den augenscheinlichen Wald noch unheimlicher wirken ließen, als ohnehin schon. Ohne Fackellicht war man hier definitiv verloren. Äste knackten. Büsche raschelten. In der Ferne war Wolfsgeheul zu hören. Die Flamme an der Fackelspitze begann zu flackern. Schatten tanzten um die Gestalt, welche die behelfsmäßige Lichtquelle hielt.

    Sie war dunkel gekleidet, in braunes, grobes Leder. Ein ausgefranster, schwarzer Umhang war an den Schultern mit einer schmucklosen Mantelspange befestigt. Auf dem Rücken befanden sich, in Lederschlaufen geschoben, zwei Kurzschwerter. Das Gesicht im Halbdunkel entblößte den Hirschen der Hohenwacht – obgleich er deutlich jünger wirkte, und ihm der Bart zu fehlen schien. Beinahe lautlos huschte Andir von Baum zu Baum, sich immer wieder an einen der teilweise riesigen Baumstämme pressend. Sein Atem ging flach, während er lauschte: Stille.

    Plötzlich durchdrang ein markerschütternder Schrei den dunklen Forst. Jemand rief verzweifelt seinen Namen. Eine Stimme, welche ihm seit seiner Kindheit vertraut war. Knurren, das Fletschen von Zähnen, Geheule und auch Geifern waren die nächsten Laute, welche an Andirs Ohr drangen. Sein Herz pochte und es fühlte sich so an, als ob es den beengenden Brustkorb, in welchem es gut geschützt lag, zerbrechen wollte.

    Innerlich zählte er bis drei, bevor Andir auf die Lichtung stürmte, die Fackel dabei beiseite werfend. Im Laufen fanden seine Hände Halt an den Griffen der Kurzschwerter und rissen jene aus ihren Halterungen. Mut war schon immer einer von Andirs Wesenszügen gewesen. Nur genau jetzt, in diesem Moment, schien Mut tödlich zu sein.

    Weißes Fell umspielte einen massigen, animalischen Körper. Das Mondlicht schien sich im Fell des Worgen zu brechen, während die hellblauen Augen auf einer Gestalt ruhten, welche der von Andir erstaunlich genau zu gleichen schien. Sie war ein gutes Stück kleiner als er selbst, und wirkte noch jünger als der Ritter. Die Haare waren auch länger, deutlich länger, und zu einem Pferdeschwanz gebunden, während links und rechts mehrere Strähnen herabhingen. Panisch starrte der Junge von vielleicht sechzehn Jahren auf den Worgen, welcher ihn mühelos mit der rechten Pranke zu Boden drückte. Seine Hände hatten die Klaue umschlossen, und er strampelte mit den Beinen, windete sich unter dem eisernen Griff des Wolfsmenschen.

    Aus dem Lauf heraus warf sich Andir von hinten auf die fellige Bestie, um sein junges Ebenbild aus der Gewalt des Worgen zu befreien. Beide, sowohl der Ritter als auch sein tierischer Kontrahent, nahmen eine unfreiwillige Landung im mattgrünen Gras des Waldes hin. Bevor Andir wusste wie ihm geschah, spürte er einen stechenden Schmerz, welcher sich von seiner Brust aus auf den ganzen Körper auszubreiten schien. Sein Lederharnisch war unter einem reißenden Geräusch durchdrungen worden, und die rasiermesserscharfen Krallen der Bestie hatten eine Spur auf seinem Oberkörper hinterlassen.

    Aus vier feinen, länglichen Strichen, welche sich quer über den Brustkorb zogen, quoll rotes Blut hervor. Der Harnisch hing in Fetzen davon. Ein lautes Ächzen entsprang Andirs Kehle, bevor er sich zur Seite rollte, und dort wo sein Schädel noch einen Augenblick vorher gewesen war, thronte eine geballte Worgenfaust. Rasch rappelte sich Andir auf, die linke Hand samt Schwertgriff auf die verwundete Brust drückend. Ihm wurde allmählich schwindelig und übel.

    Der Worgen seinerseits wandte sich zu Andir herum, die Zähne fletschend. Speichel tropfte über sein Kinn. Der Wolfsmensch stützte seine Klauen am Boden ab, und setzte zum Sprung an. Die Mordlust stand ihm ins Gesicht geschrieben. Ein lautes Knurren war noch zu hören, bevor sich das Wesen mit aller Kraft vom Boden wegdrückte.

    Andir sah die fellige Masse auf sich zufliegen. Mehr den Reflexen als dem Verstand folgend, warf er sich im letzten Moment erneut zur Seite, im Sprung mit dem linken Schwert ausholend. Mit einem schmatzenden Geräusch grub sich die Klinge in das linke Schulterblatt des Worgen. Dieser kam schlitternd am Boden auf, ein Jaulen von sich gebend. Zitternd steckte das Schwert im Körper der Bestie. Rund um die Waffe begann sich bereits das Fell rot zu verfärben.

    Mühsamer als vorhin rappelte sich Andir erneut auf. Seine Knie zitterten, während sich die Welt um ihn herum zu drehen begann. Langsam stapfte er auf sein jüngeres Ich zu, seine linke Hand auf die Brust gepresst. Mal abgesehen von einem unschönen Klauenabdruck am Hals, schien der Junge unverletzt zu sein. Der Schreck stand ihm aber ins Gesicht geschrieben. Das ohnehin schon blasse Gesicht wirkte aschfahl, und er zitterte am ganzen Körper wie Espenlaub. Mit großen Augen starrte er Andir entgegen.

    Einen Moment lang brauchte der Ritter um zu begreifen, warum. Doch da war es schon zu spät. Er spürte den Schmerz in seiner Schulter, und wie ihn eine zentnerschwere Last zu Boden drückte. Andir versuchte noch, sich zu befreien, fuchtelte mit dem Schwert planlos in der Luft herum, bevor es schwarz um ihn wurde.

    Andir saß kerzengerade in seinem Himmelbett. Der nackte, von Narben bedeckte Oberkörper glänzte direkt im trüben, morgendlichen Sonnenlicht, welches durch eines der Fenster schien. Die blaue Daunendecke, mit einem weißen, sich aufbäumenden Hirschen bestickt, war ebenso wie die gesamte linke Betthälfte, klitschnass. Sein Herz raste, der Atem ging flach, und sein Brustkorb hob und senkte sich in einem raschen Tempo. Die Haarsträhnen klebten ihm im Gesicht. Einen Moment lang krallten sich seine Finger in die Bettdecke, bevor er sich wieder zurück ins Kissen fallen ließ, und an die Decke starrte.

    So hatte es angefangen. Das erste Mal, dass ihn sein Leichtsinn und seine Liebe zu einem Menschen beinahe das Leben gekostet hätte. Für die Rettung hatte er einen hohen Preis zu zahlen.

    Andirs Blick glitt auf seine rechte Schulter. Das Gebiss, man konnte es sogar noch erkennen. Die Schulter wirkte abgestorben, waren doch die ehemaligen Wundränder schwärzlich und die Haut trocken, schon beinahe pergamentartig. Langsam wanderten die Augen zu seiner Brust. Die Krallenspur konnte man noch immer gut erkennen, trotz der anderen Narben, welche sich mittlerweile dazugesellt hatten.

    Aus Liebe hatte er das Richtige getan, und sich damit selbst ans Messer geliefert. Sein größter Traum, eines Tages Paladin zu werden, auf dass seinen Händen jene heilende Kraft entspränge, welche er so bewunderte; an diesem Tag schien er gestorben zu sein. Mit diesem Traum ein Teil von ihm. Wenn er damals achtsamer gewesen wäre, sich vergewissert hätte, dass er den Worgen wirklich erledigt hatte, vielleicht würde heute nicht er, sondern jemand völlig anderer liegen. Er wäre vielleicht genau das geworden, was er sich so gewünscht hatte.

    Langsam schloss Andir wieder seine Augen und drehte sich im Bett herum, sodass ihn die Sonne nicht mehr blenden konnte. Dieser eine Alptraum – er war schlimm, und doch nicht von solcher Schuld und Furcht beseelt wie der Andere, welche ihn immer wieder heimsuchte. Andir betete inständig, dass er zumindest noch eine Weile ruhig schlafen konnte. Damit entschwand er auch wieder ins Reich der Träume – und in einen äußerst unruhigen Schlaf.
    *Aus Leoricks Tagebuch*

    Die Stalltür schlug heftig im Wind, Mutter hatte offenbar vergessen, sie zu schließen. Obwohl nein, eigentlich war das ja meine Aufgabe. Eigentlich. Ich drehte mich im Bett um, als ich plötzlich hörte, wie jemand die Tür öffnete. Für einen Moment hielt ich die Luft an, doch stieß ich sie erleichtert aus, als ich an den tapsenden Schritten erkannte, dass es nur meine Schwester war. Ungefragt krabbelte sie in mein Bett und schlüpfte unter die Decke.
    „Du hast ein eigenes Zimmer.“, brummte ich – sofern die Stimme eines 16-jährigen Bengels dazu in der Lage ist. Selina scherte sich aber nicht um meinen Einwand und schlang ihren Arm um mich.
    „Leo?“, fragte sie. „Gibt es Monster?“
    „Wie kommst du denn darauf?“
    „Oma Erna hat gesagt, dass die Toten wieder auferstehen werden, um die Lebenden zu fressen.“ Während sie diese Worte furchtsam flüsterte, umklammerte sie mich fester, als wäre ich ein Fels.
    „Beim Licht, Selina, du weißt doch,wie die Alten sind, reden nur dummes Zeug, weil ihnen niemand zuhört.“
    „Sie hat mir Angst gemacht!“, beharrte Selina.
    Ich strich sanft über ihr Köpfchen. „Es gibt keine Monster.“
    Es gibt keine Monster.
    Ein brennender Schmerz zuckte durch meinen Körper und riss mich aus dieser Erinnerung, die nun schon gut 20 Jahre alt war. Panisch schlug ich die Augen auf und blickte in das untote Gesicht des Apothekers. „Gefällt Euch mein Mittelchen?“, fragte er höhnisch. Eine neue Woge brannte durch meine Adern, es fühlte sich an, als würde mein Blut anfangen zu kochen, während mein armes Herz drohte zu explodieren. Ich wollte schreien, brüllen, weinen, aber noch war der Stolz stärker als die Pein.
    „Wie viele Magier habt ihr in euren Reihen?“, fragte die Verlassene, die mich hier her gebracht hatte.
    Ich bildete mir ein, dass der Schmerz einen Moment nachließ und schöpfte japsend Luft. „Fünf, mit mir sind es sechs.“, log ich.
    „Ihr seid Magier?“, fragte sie skeptisch.
    „Ja, ich verzaubere Frauenherzen.“
    „Hört auf, mir blödsinnige Antworten zu geben, sonst überlasse ich Euch dem Apotheker!“, bellte sie. Wie hatte mal mein alter Ausbilder beim Kreuzzug gesagt? „Leorick, du wirst noch solange faule Witze machen, bis mal ein Ghul darüber lacht.“
    Wie zur Bestätigung zuckte die Pein erneut durch meinen malträtierten Körper, schlimmer als je zuvor. Unwillkürlich wollte ich mich zusammenkrümen, doch hielten mich die Fesseln zurück. Ich wusste, dass ich sterben würde. Ihr Anführer hat es klar gesagt: „Stellt Eure Fragen und lasst ihn dann ausbluten.“ Ausbluten. Wie ein Stück Schlachtvieh. Seltsamerweise machte mir der Tod an sich noch nicht mal viel Angst, ich ertappte mich nur dabei, wie ich mir wünschte, dabei nicht allein zu sein. Marlien, Alaran, Andir, Mayenne, wo wart ihr bloß?
    Hohenthal, mein persönlicher Apotheker für diesen wundervollen Abend, zog eine neue Spritze auf, diesmal mit roter Flüssigkeit. Erschöpft schloss ich die Augen und murmelte: „Das Licht wird mich weder verlassen, noch verderben.“
    „Ihr seid dumm, Leorick Bender.“, meinte Hohenthal mitleidig, während er mir das Zeug injizierte. „Das Licht hat Euch längst verlassen, und ihr merkt es noch nicht einmal.“
    Ich muss gestehen, dass ich mich in diesem Augenblick insgeheim fragte, ob er nicht recht hatte. Und wieder brandete der Schmerz auf, doch zu meiner großen Überraschung ebbte die Pein plötzlich ab. Was war das wieder für eine Teufelei? Wollte er mir Hoffnung machen, damit ich das Finale genießen konnte?
    Hohenthal aber verließ den Raum, nachdem er einer Wache befohlen hatte, auf mich Acht zu geben. Ich sackte auf dem Foltertisch zusammen, soweit es die Fesseln zuließen. Mein Herz schlug sehr unregelmäßig, was ein Zeichen war, dass es bald streiken würde. Mein linker Arm baumelte nach unten weg, und schon erwartete ich, dass die Fessel ihn zurückhalten würde – doch nichts geschah, die Fesseln mussten sich gelöst haben, als ich mich rasend vor Schmerz hin und her gewandt habe! Ich war wie elektrisiert, gab es etwa doch noch Hoffnung für den Sohn Lordaerons?
    Der Verlassene, den die anderen aus unerfindlichen Gründen „Dürrenmatt“ nannten, kam zu mir. Wir waren mittlerweile allein, und verblüfft erkannte ich, dass er arg klein geraten war. Vermutlich hat man ihn als Halbwüchsigen zu einer dieser Kreaturen gemacht.
    Schon befürchtete ich, dass er das „Werk“ des Apothekers fortsetzen wollte, doch stattdessen stellte er mir zutiefst menschliche Fragen: Woher? Warum? Wieso? Ich war verblüfft. Waren die Verlassenen am Ende doch nicht alle Monster? Ich verdrängte den Gedanken und sondierte meine Lage. Er stand ziemlich dicht bei mir, die Fesseln waren – vermutlich – vollständig gelöst. Ich könnte mich abrupt aufrichten, seinen Kopf schnappen und ihm das Genick brechen. Mir ist das schon mal bei einem Menschen gelungen, und bei einem Verlassenen müsste es sogar noch einfacher sein, da weniger Haut, Muskeln und Sehnen im Weg waren. Außerdem war er klein. Ja, so konnte es gehen!
    Ich sprach etwas leiser, sodass er sich nach vorne beugen musste, um mich besser verstehen zu können. Dann spannte ich meine Muskeln an und fixierte seine Körpermitte – jetzt! Ich holte Luft, zuckte mit der Rechten und … „Dürrenmatt?“, fragte ich. „Wollt ihr mir nicht bitte einen Becher Wasser holen?“
    Er druckste etwas herum, da er ja eigentlich bei mir bleiben musste. Her je, Dürrenmatt! Ist dir eigentlich klar, dass dein untotes Leben von einem Schluck Wasser abhängt, fragte ich innerlich. Schließlich gab er nach und verließ den Raum. Endlich! Ich glitt von der Pritsche, doch kaum stand ich wieder auf eigenen Füßen, wurde mir schwarz vor Augen, auch der Schmerz kehrte zurück und lähmte mich. Genau das war der Grund gewesen, warum ich es am Ende doch lieber mit einem Trick statt mit Gewalt versucht hatte. Nach der Bewusstlosigkeit und der Folter konnte ich mir nicht sicher sein, ob mir meine Muskeln noch so gehorchten, wie ich es gewohnt war. Schließlich bin ich keine 20 mehr.
    Ich biss buchstäblich die Zähne zusammen und wankte auf eines der beiden Fenster zu. Durch welches sollte ich entkommen? Ich wusste, dass die Verlassenen nördlich von uns lagerten, das heißt, sie würden eher nördlich, im Sichtschutz der Gebäude dieses Gehöfts kampieren. Ich musste also das südliche Fenster nehmen. – Und wo war Süden? Ach verdammt! Mit rasenden Augen blickte ich zwischen den beiden Fenstern hin und her – da! Durch ein winziges Loch drang das Licht der untergehenden Sonne, hier war also der Nordwesten. Ich musste lächeln: Das Licht hatte mich offenbar doch noch nicht verlassen.
    Mit zittrigen Händen öffnete ich das gegenüberliegende Fenster und lugte hinaus. Nichts. Vorsichtig kraxelte ich aus dem Haus und schlug mich so schnell ich konnte durch die Büsche zum nahen See. Ich stürmte regelrecht ins Wasser, das mir wie eine Wohltat vorkam, nachdem mein Blut stundenlang gekocht hatte. Die Anstrengung setzte mir aber zu, ich spürte rasch ein Stechen in der linken Brust. Keuchend erreichte ich nach einer Ewigkeit das andere Ufer und ließ mich rücklings ins Gras fallen. Noch immer brannte, stach und pochte alles in mir. Ich musste, dass mir keine Zeit blieb, wahrscheinlich suchten mich diese Bestien bereits. Es ging nur nicht mehr. Da hörte ich Schritte im nahen Gras. Verflucht. Ich drückte mich in den Boden und gab keinen Mucks von mir. Da stieg mir plötzlich ein seltsamer Geruch in die Nase, es roch nach... nassem Hund. Andir! Und da hörte ich auch schon die Stimme meines Worgenfreundes: „Hier! Ich hab' ihn gefunden!“

    Nimm an der Unterhaltung teil!

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