[Kul Tiras-RP/Hotspot] Pfandhaus "Schiffbruch"

Die Aldor
Die Stille war beinahe erdrückend. Etwas abseits, auf der anderen Seite der Stadt, von wo aus man über die lichtbeflackerten Wogen auf die züngelnden Öllampen blicken konnte, die hier und da aus den Fenstern der hölzernen Hütten schienen. Hier erinnerte das nächtliche Boralus mit seinen Kupferdächern, der salzigen Mischung aus Wurst, Fisch und See, mehr an ein chaotisches Landschaftsgemälde, das sie dereinst in ihrer Kindheit gesehen hatte. Nun erinnerte sie sich nicht mehr daran, ob es ein Bild von Beutebucht, einer anderen Piratenstadt, oder Kul Tiras gewesen war. Und sicherlich wären die Kul Tiraner über den implizierten Vergleich mehr als nur bestürzt. Doch die Seefahrt sprang einem in dieser Stadt, nichtsdestotrotz, an allen Ecken und Enden so frappierend entgegen, dass man als Festländer manchmal einfach nicht umhin kam.

Neben dem tüddeligen Tintenfisch zu arbeiten, in einem Haus, das nicht gerade mit Lärmschutz aufwarten konnte, bedeutete eben auch, dass das Leben, das in der Seefahrerkaschemme auffuhr, bei feuchtfröhlichen Nächten bisweilen so klang, als stünden die raubeinigen Seeleute unmittelbar im Ladenraum des Pfandhauses. Wenngleich die Kulisse mitunter zu weißem Rauschen geworden war, drückte deren Fehlen gerade allzu sehr auf die Ohren, wo nur das seichte Plätschern brandenden Wassers die Stille erfüllte.

Aus Drustvar hatte sie bislang nur Geschichten gehört, die man allenfalls in den Werken von Willhelm Schlotter - einem Gruselbuchautoren aus Sturmwind - erwarten würde, der nicht zuletzt durch seine grotesken und bis zur Unglaubwürdigkeit bizarren Geschichten bekannt wurde. Entsprechend wenig begeisterte sie die Aussicht, diesen Landstrich womöglich bald selbst in Augenschein nehmen zu müssen. Zumindest verhieß das eine Andeutung aus einem Brief. Näheres würde wohl noch folgen müssen.


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