(RP) Die Geschichte der Geisterklinge Alyndra

Rollenspiel
Die Geschichte der Geisterklinge Alyndra - 1. Ankunft auf Kul Tiras und Zundalar

Alyndra entschied sich, das Sprengkommando Drei nicht weiter zu begleiten. Das für sie unbegreifliche Gezanke mit der lichtgeschmiedeten Draenei und den Gnomen nur des Balzversuchs eines Menschen wegen konnte sie nicht verstehen. Für sie wäre der Bursche bloss eine kurzzeitige Spielerei gewesen, doch durch das Geschrei am Braufest hatte das Ganze seinen Reiz wieder verloren. Licht und Schatten passten nun mal nicht zusammen, und so war für sie klar, dass sie eine lichtgeschmiedete Draenei, noch dazu eine Paladin, niemals neben sich im selben „Team“ dulden würde.
Sie reiste zwar zusammen mit den Sprengkommando Drei nach Kul Tiras, verabschiedete sich aber dort aber emotionslos und reiste weiter zur Insel Zundalar. Alyndra hatte viel gehört von diesem Ort und wusste dass er von der Horde beansprucht wurde. Mit diesem „Pack“ hatte sie sowieso noch eine riesengrosse Rechnung offen. Also kam ihr gelegen, dass es in diesem wilden, ungeziefergeplagten Dschungel immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen der Horde und der Allianz kam.
Sie hatte auch nicht vergessen, wie vor einigen Monaten eine Bande wilde, unzivilisierte, grosse, und gefährliche Orks kämpfend und marodierend durch den Wald der Menschen zogen, der Elwynn hiess. Dort hatte sie erstes Blut gerochen und die Kampfeswut hatte sie mit Leidenschaft gepackt. Und nun hatte sie ihre Kriegskunst verfeinert und war zu einer verlässlichen Kämpferin im Dienst Alleria Windrunners geworden.
Aber es war nicht mehr ihre Art, wie eine Weltenwanderin durch die Lande zu ziehen und den offenen und ehrenhaften Kampf zu suchen. Seit sie dem Flüstern der Schatten nachgab, seit sie Allerias Bitte nachgekommen und ihrem Pfad der Leere gefolgt war, hatte sie Pfeil und Bogen sowie Kurzschwert für immer abgelegt und gegen scharfe Dolche eingetauscht, die sie in Gift tränkte und damit aus dem Hinterhalt dem Feind schadete, wo er es am Wenigsten erwartete. Nein, die Zeiten des fairen Kampfes waren spätestens auch dann für sie vorbei, als der Hordenabschaum um Sylvanas zu höchst unfairen Mitteln in der Belagerung um Lordaeron griff. Damals war die Leerenelfe nur mit viel Glück – und vor allem auch beherzter Hilfe des besagten Sprengkommandos Drei – am Leben geblieben.
So schlich sich Alyndra durch den Dschungel, kümmerte sich um das Erlegen wilder Tiere und griff immer wieder aus dem Hinterhalt ihre Feinde an. Meistens, wenn diese nicht damit rechneten und vor allem noch mit anderen Dingen beschäftigt waren. Bei offiziellen Scharmützeln zwischen Horde und Allianz beteiligte sie sich ebenfalls und hatte grosse Freude daran, ihre Gegner zu vergiften und in den Staub zu schicken. Am liebsten kämpfte sie sowieso gegen die Orks und die Trolle. Während Erstere ihrer Meinung nach gar nichts auf diesem Planeten zu suchen hatten, so waren Zweitere für Alyndra nichts weiter als erbarmungswürdige Geschöpfe die es verdient hatten, so schnell wie möglich von der Last des Lebens befreit zu werden. Insgeheim hoffte sie auch immer darauf, auf Orks mit dem Wappen der Gemeinschaft zu stossen, gegen die sie einst im Wald von Elwynn kämpfte. Aber von dieser Bande fehlte jegliche Spur. Dennoch hatten ihre Dolche genügend Gelegenheit, anderweitiges hordisches Blut zu „lecken“.
Nach zwei Wochen hatte sie sich so sehr an die Kämpfe und die Scharmützel gewöhnt dass sie sich dazu entschied, ihr Quartier ganz nach Kul Tiras zu verlegen. Von dort könnte sie nämlich stets schnell nach Zundalar reisen, wenn ihre Klingen gebraucht wurden oder wenn König Wrynn es befahl. Von Borlaus aus war sie zudem schnell zur Stelle, wenn hordische Angriffe auf Kul Tiras stattfanden. Als Alyndra nach Boralus zurück gereist war, schrieb sie ihrem Diener einen Brief, der folgende Zeilen trug:

„Gib unser Quartier in der Hütte der Weltenwanderer am Loch Modan auf.
Die Zwerge können auch selbst auf ihr Bier aufpassen.
Verkauf sämtliches Hab und Gut, mach es zu Gold und reise mit dem gesamten Vermögen meines Hauses nach Boralus.
Dort angekommen beauftrage ich dich damit, ein neues Quartier zu suchen.
Unbedingt weg vom lärmigen Markt, und noch weiter weg vom Gestank der Gasse.
Am besten also etwas ausserhalb.
Beziehe Quartier, richte es ein und lass es mich wissen.
Dann werde ich einziehen und erst dann werde ich meine
Klingen vom hordischen Blut reinigen.
Der Leere verschrieben
Alyndra Sternglanz
Geisterklinge in den Diensten von Alleria Windläufer“


Sie schickte das Schreiben sofort ab und gönnte sich dann ein kul tiranischen Wein. Das Gesöff war zwar nicht annähernd so gut wie ein thalassischer Sonnentropfen, aber süffig war er auch so.
Die Geschichte der Geisterklinge Alyndra - 2. Scharmützel auf den Inseln

Die Blutelfe sah Alyndra schmerzerfüllt aber dennoch erstaunt an. Doch der tödliche Dolchstoss in die Rippen liess sie an Ort und Stelle zusammen sacken. Die Leerenelfe zog ihren Dolch zurück und erwiderte den Blick der Sin’Dorei finster.
„Du kämpfst gegen dein eigenes Volk, gegen dein eigenes Blut!“ Sagte die Sterbende, aber Alyndra schüttelte den Kopf, während sie die Klinge an einem Palmenblatt vom Blut reinigte.
„Ihr habt uns verstossen und aus Quel’Thalas gejagt! Wir gehören nicht mehr zu Euch.“ Verkündete sie gefühllos.
„Nein, dafür kann ich doch nichtssss…“ Die Stimme der Sin’Dorei erstarb, und auch das grüne Funkeln in ihren Augen verblasste, als das Leben aus ihr wich.
Bevor die Leerenelfe die Sin’Dorei plünderte, kontrollierte sie die Umgebung. Aber es war ruhig, und es blieb auch still. Nur die Geräusche der Tiere des Dschungels waren zu vernehmen. Und in weiter Entfernung war ein Dinosaurier zu hören, der vor sich hinröhrte und wohl Artgenossen anlocken wollte.
„Und ich kann nichts dafür, dass aus Silbermond verbannt wurden.“ Flüsterte Alyndra leise, während sie die tote Sin’Dorei nach ihren Habseligkeiten durchsuchte und alles plünderte, was nur irgend einen Wert zu haben schien. Goldmünzen, magische Reagenzien und sonstiger Kleinkram wanderte in die Taschen der Geisterklinge. Dann musterte sie die Blutelfe nochmals. Sie war jung, jünger als sie selbst und an ihrer Ausrüstung erkannte sie, dass sie vermutlich den arkanen Künsten nachgegangen war. Vielleicht war sie auch eine Priesterin, doch jetzt spielte es keine Rolle mehr.
Die Leerenelfe erhob sich und sprang zwischen die Palmenblätter in die Schatten und in die Sicherheit zurück. Dieses kleine Intermezzo war für sie beispielgebend für alles, was sie in den letzten Tagen erlebt hatte. Die niedergestreckte Sin’Dorei war zu jung und noch zu schwach, um sich gegen Alyndras Angriff zu wehren. Und als sie es tat, war es bereits zu spät für sie.
Dumm, dass Allianz und Horde in denselben Gebieten unterwegs waren und teilweise sogar dieselben Gebiete auf den verheerten Inseln beanspruchten. Immer wieder gab es Scharmützel und Kämpfe, und sie liefen nie fair ab. Solange die Streiter und Champions beider Fraktionen in der Unterzahl waren, hüteten sie sich davor, anzugreifen oder zu provozieren. Aber sobald sich einer der Seiten als stärker erwies, wurde gnadenlos angegriffen. Weder die rote noch die blaue Seite verhielt sich ehrenhaft oder mutig.
Aber auch Alyndra hielt es nicht anders, denn sie lernte schnell, in diesem blutigen Spiel mitzuspielen. Und dank ihren Schattenkünsten hatte sie den Vorteil, selbst entscheiden zu können, wann und wo sie zuschlagen und zustechen wollte. Es lag an ihr, Zeitpunkt, Ort und Gegner zu wählen. Ihre neuen Fähigkeiten, ihre Schattenkünste und ihre Beherrschung der Leere vermittelten ihr eine Sicherheit und eine Überlegenheit, die sie schätzen gelernt hatte.
Oft versteckte sie sich irgendwo und beobachtete einfach, wie die Gegner ihren Aufgaben nachgingen. Oder sie beobachtete eine verlassene Hexe beim Angeln in den Fischschwärmen, die sich scheinbar in Sicherheit befand. Alyndra war es schon Genugtuung wenn sie wusste, dass sie jetzt aus dem Hinterhalt zuschlagen könnte, ohne dass sie es wirklich tat.
Wenn aber irgendwo ein offener Kampf ausbrach, war sie stets zur Stelle und unterstützte die Allianz im Kampf gegen die „böse“ Horde. Und meist war sie auch sofort wieder in den Schatten verschwunden, wenn der Kampf vorüber war. Es passierte aber auch, dass die Gegenseite einen Kampf gewann. Dann schaffte Alyndra es oft nur im allerletzten Moment, sich lebend davon zu stehlen. Die Priester und Heiler der Allianz hätten mit ihr viel zu tun, aber sie verzichtete auf die Anwendung jeglicher Licht- und Heilmagie. Die Leere die sie erfüllte, würde all das Licht nur wirkungslos verschlingen und ihr im Gegenteil Schmerzen bereiten statt zu lindern. Also sie ihre Stich- und Hiebwunden meist nur konventionell mit Verbänden pflegen und trank heilende und schmerzlindernde Getränke.
Schliesslich erreichte sie der Brief ihres Lakaien, der Quartier in Boralus beziehen konnte. Sie unterbrach ihre Expeditionen und Nachforschungen und reiste in die Hauptstadt Kul Tiras‘ zurück.
"Der Leere verschrieben"? Klingt komisch. Leerenelfen sind keine "Diener" der Leere, und auch keine "Anbeter". Sie nutzen die Kräfte der Leere lediglich als Werkzeug um ihre Ziele zu erreichen. Nicht mehr und nicht weniger.
17.10.2018 20:42Beitrag von Valerie
"Der Leere verschrieben"? Klingt komisch. Leerenelfen sind keine "Diener" der Leere, und auch keine "Anbeter". Sie nutzen die Kräfte der Leere lediglich als Werkzeug um ihre Ziele zu erreichen. Nicht mehr und nicht weniger.


Davon war auch nicht die Rede, sondern im Sinne von Bedeutung Nr. 4 im Duden:
https://www.duden.de/rechtschreibung/verschreiben
Wogegen überhaupt nichts spricht.

Ich bitte ferner darum, einen separaten Thread zu eröffnen, sollte das eine Diskussion lostreten, ich möchte hier die Geschichte entwickeln, danke.
Die Geschichte der Geisterklinge Alyndra - 3. Quartierbezug in Haderfurt

Das gemietete Quartier befand sich nicht in Boralus selbst sondern etwas ausserhalb, nördlich der Hauptstadt in Haderfurt. Alyndras hochelfischer Lakai fand ein grosszügiges Zimmer in einem schicken Haus, das zur Gaststätte in Haderfurt gehörte, aber sich gleich nebenan befand.
Als die Geisterklinge in Haderfurt ankam, begrüsste ihr Lakai sie freudig und bat sie ins Quartier, das sie neugierig betrat.
„Und? Was haltet Ihr davon?“ Wollte er wissen.
Alyndra gab ihm aber noch keine Antwort, sah sich in allen Zimmern und Räumen neugierig um, prüfte Fluchttüren und die Verriegelbarkeit der Fenster, und wischte mit dem Zeigefinger ebenfalls über den hölzernen Tisch, um eine Staubkontrolle vorzunehmen. Ihr Finger blieb sauber und sie lächelte zufrieden.
„Ich denke, Du hast gut gewählt. Abseits von Kul Tiras und doch nah genug, um rasch dorthin zu reisen. Ich bin ausnahmsweise zufrieden mit dir. Und wie hoch ist das Vermögen, das wir mitnehmen konnten?“
Ihr Lakai trat an den wuchtigen Holzschrank und öffnete ihn. Darin stand ein grosser, sperriger Panzerschrank. Der Lakai streckte ihr den Schlüssel hin.
„Vergewissert Euch selbst. Ich denke, Ihr werdet auch in diesem Punkt zufrieden mit mir sein.“
Die Geisterklinge legte ihren Kopf in typisch elfischer Manier schief und musterte ihren Diener lange wortlos. Ihr Gesichtsausdruck wirkte einen Moment zustimmend, wandelte sich dann aber und wurde wieder ernst. Schliesslich nahm sie den Schlüssel und öffnete den Geldschrank. Darin befand sich eine Schatulle, die eine grosse Anzahl Goldmünzen enthielt. Alyndra drehte sich um, stolzierte mit der Schatulle zum Tisch und stellte sie hin.
„Du erwartest bestimmt nicht, dass ich dieses Kleingeld zählen soll. Wieviel?“
„Oh…es ist natürlich nicht alles hier. Hier haben wir eintausend Goldstücke. Der Rest ist auf der Bank hinterlegt, die Quittung befindet sich in der Schatulle.“ Entgegnete ihr hochelfischer Diener. Alyndra hob den Innenboden der Schatulle hoch und fand die mit einem dicken Siegel der Bank versehenen Beleg. Darauf wurde bestätigt, dass ein Vermögen von 50‘000 Goldstücken hinterlegt wurde. Sie blickte die Quittung lange an und dachte nach. Dann verstaute sie den Zettel wieder, stand auf und schob ihrem Lakai die Schatulle hin.
„Gut. Nicht zuviel und nicht zuwenig. Damit kann ich Bestechungen oder Aufträge finanzieren, wenn es notwendig wäre. Jedenfalls verschafft es mir Handlungsfreiheit. Aber ich muss mir trotzdem über einen Plan B Gedanken machen.“ Sagte sie langsam und gedankenverloren. Ihr Lakai verschloss die Schatulle, verstaute sie zurück im Schrank und schloss diesen sorgsam zu. Dann überreichte er ihr den eisernen Schlüssel und fragte:
„Einen Plan B? Ihr sagtet, Ihr wolltet hier gegen die Horde kämpfen, oder?“
Alyndra nickte, während sie den Schlüssel in ihrer Gürteltasche verschwinden liess. „Ja. Die Kämpfe hier bieten mir zwar Zerstreuung und Erfahrung. Aber ich habe gelernt, was ich lernen musste. Die Scharmützel hier sind zu klein und es wird zu feige gekämpft. Das ist keine richtige Aufgabe für mich. Die Allianz hat viel Blut vergossen in Lordaeron. Es wäre jämmerlich, wenn eine solche Schlacht zu nichts Nutze wäre. Lordaeron liegt in Trümmern und ist auf Jahre verseucht, sowas bringt der Allianz nichts. Aber DU weisst sicher, worauf ich hinaus will?“
Sie blickte ihren Lakaien erwartungsvoll an. Dieser überlegte lange und zuckte dann mit seinen Achseln.
„Für mich ist schwierig zu sagen, was in Euch vorgeht. Ihr habt bestimmt tapfer in Lordaeron gekämpft, und…“
„Überleg nicht weiter, Lakai! Ich kämpfe nicht tapfer. Eine Geisterklinge schlägt aus den Schatten zu.“ Sie hielt kurz inne und musterte ihren Lakaien, der sie erstaunt ansah, aber schwieg. Der reine blaue Glanz seiner Augen widerte sie erneut an und liess ihren Zorn in ihr hochkochen.
„Von Lordaeron aus ist es nicht weit nach Quel’Thalas, Narr!“ Fauchte sie ihn an, und er begriff endlich, worauf sie hinaus wollte.
„Das ist nicht Euer Ernst? Ihr wollt Silbermond? Denkt Ihr, Ihr habt Anspruch darauf?“ Zum ersten Mal spiegelte sich so etwas wie Selbstsicherheit in den Augen ihres Dieners. Sie doppelte nach:
„Genauso viel oder so wenig Anspruch wie Ihr jämmerlichen Hochelfen! Die Sin’Dorei kuscheln mit den Orcs und den Trollen, als wären sie blutsverwandt. Und Sylvanas ist eine gefallene Herscherin über Leichen, die unter die Erde gehören und nicht mehr das Recht hätten, das Sonnenlicht zu sehen. Ja, ich werde mich dafür einsetzen, dass in Silbermond wieder die Banner der Allianz wehen. Ob dann gleichzeitig eure verstaubten Hochelfenbanner oder diejenigen der Leerenelfen mitwehen sollen, ist mir eigentlich egal! Doch genau dieser Gedanke ist in den letzten Tagen in mir gereift.“
„Warum wollt Ihr so etwas? Ist nicht genug Blut geflossen auf Azeroth? Ist nicht…“ Er kam nicht weiter, denn Alyndra musste laut lachen und unterbrach ihn dadurch. Er rechnete mit einer weiteren Hasstirade auf die Hochelfen, doch die Geisterklinge entspannte sich und blickte ihn lächelnd an.
„Endlich zeigst du etwas Rückgrat, sehr gut. Und nein, leider ist NICHT genügend Blut geflossen. Aber wenn weiteres Blut fliesst, so soll es sinnvoll vergossen werden. Strategisch ist Silbermond wichtig. Wenn es der Allianz gelingen würde, unsere Stadt einzunehmen, dann wäre die Horde praktisch aus Azeroth vertrieben. Kalimdor ist sowieso verloren, die verkohlte Eiche der Baumkuschler bringt uns sowieso nichts mehr. Ja, das wären meine Bestrebungen. Wenn sich weitere Verbündete finden lassen, dann könnten wir Quel’Thalas endlich wieder den Frieden bringen, den es verdient. Ohne die Horde!“
Ihr Lakai hörte ihr aufmerksam zu und schüttelte schliesslich den Kopf: „Ich bin trotzdem der falsche Gesprächspartner, Herrin. Aber Ihr werdet sicher Verbündete finden, die Euch unterstützen können in solch einem Vorhaben. Denkt Ihr schon an jemand bestimmtes?“
„Das werde ich sorgfältig angehen. Wir Leerenelfen sind leider wenig an der Zahl, aber wenn wir weitere Verbündete innerhalb der Allianz finden, ja. Ah, mir fällt ein, dieser seltsame Menschenkrieger, dieser Alfrick. Er hat mich vor einiger Zeit um Mithilfe in einer vertraulichen Sache gebeten. Wenn ich ihm helfen kann, können wir einerseits unsere Kasse weiter aufbessern, und andererseits erklärt er sich vielleicht bereit, meine Sache ebenfalls zu unterstützen. Menschen waren schon immer flexibel, wenn es um Betrachtungsweisen und Standpunkte ging. Andererseits wären da die Gnome. Sie sind sehr zahlreich, aber wenig organisiert und könnten in Silbermond vielleicht goblinische Errungenschaften sicherstellen. Ich weiss nicht ob es sowas gibt, denn ich war zu lange nicht mehr in Silbermond. Aber irgendwas wird sich schon finden lassen, das sie ködert. Ich denke, ich werde mich mal nach Quel’Thalas schleichen und mich umhören. Ausreichende Tarnung wird mir nicht schwerfallen. Aber jetzt habe ich Hunger, servier mir was mit Wein, Diener!“ Sagte Alyndra und setzte sich an den Tisch. Ihr Lakai brachte ihr das gewünschte Glas Wein und frische Früchte, die er ihr hinstellte.
„Und was ist mit eurer eigenen Familie? Eurem Haus und Euren Lieben, Alyndra? Wisst Ihr, ob sie noch leben und was sie heute tun?“ Wollte er wissen.
Die Geisterklinge biss in eine Zitrone, verzog zufrieden ihren Mund und wischte den sauren Saft mit einem feinen Tuch von ihren Lippen. Dann überlegte sie wieder und sprach dann:
„Sie sind alle tot. Als Silbermond fiel war ich weit weg auf dem Schlachtfeld. Mein Haus existiert nicht mehr, und es interessiert mich auch nicht. Vater war ein respektierter Magier im Turm, aber er hat es bestimmt nicht überlebt. Wie ich hörte, liegt das westliche Silbermond noch immer in Trümmern. Unser Anwesen war unweit des Falkenplatzes. Ich würde viel bezahlen, um es wieder zu sehen. Aber meine Familie ist Geschichte.“
„Ihr habt die Gewissheit?“
Alyndra schüttelte den Kopf.
„Nein. Aber falls Silbermond fällt und wir es sicheren Fusses betreten dürfen, werde ich sicherlich schwarze Blumen auf das Grab meiner Ahnen und meiner Schwester legen und sie ehren.“
Der Lakai nickte bedächtig und goss ihr noch etwas Wein nach.
Die Geschichte der Geisterklinge Alyndra - 4. Der Brief an den jungen Löwen

„Eure Hoheit, König der Allianz
Ihr habt weise entschieden, die Leerenelfen in Eure Dienste aufzunehmen.
Wir verrichten unseren Dienst im Sinne der Allianz.
Ich selbst bin froh, dankbar und es erfüllt mich mit Stolz für unsere gerechte Sache einstehen zu dürfen.
Erlaubt mir aber, Euch mein Anliegen zu formulieren:
Die Kämpfe auf den verheerten Inseln münden oft nur in kleine Scharmützel,
die unserer Sache nichts bringen.
Viel wertvolles Blut wird vergossen, ohne Resultate zu erzielen.
Erlaubt mir, Euch beliebt zu machen, ein strategisch wichtiges Ziel anzugreifen.
Nach der erfolgreichen Schlacht in Lordaeron wäre es für die Allianz von immenser Wichtigkeit,
den Machtbereich weiter nach Norden auszudehnen.
Silbermond aus dem Griff der Horde und der verräterischen Blutelfen zu befreien,
wäre ein taktischer und epischer Schachzug, von dem unsere Ahnen noch in tausend Jahren berichten würden.
Die Vormacht der Allianz auf dem Kontinent Azeroth würde uns einen strategischen Vorteil bringen,
und ferner die Möglichkeit, die Horde endgültig zu vernichten und das Gesindel zu vertreiben.
Silbermond könnte in neuem Glanz unter dem Banner der Allianz und verwaltet durch uns Leerenelfen erstrahlen.
Eure ergebene Dienerin bedankt sich bei Euch für die wohlwollende Aufnahme meines Anliegens.
Gezeichnet: Alyndra Sternglanz, Geisterklinge der Leerenelfen“


Diesen verfassten Brief überreichte Alyndra einem Marschall des Königs, der ihr wiederum versprach, diesen persönlich an Anduin Wrynn überreichen zu wollen. Danach blieb es ruhig, und die Tage zogen ins Land, ohne dass die Geisterklinge eine Antwort erhielt, oder in die Burg Sturmwind gerufen wurde.
Nach drei weiteren Tagen ohne Nachricht wurde ihr das Warten schliesslich zuviel und sie beschloss, selbst in die Burg Sturmwind zu gehen und den König um Audienz zu bitten.
Als sie um Audienz bat, wurde aber schnell klar, dass Anduin Wrynn keine Zeit für sie hatte, zumindest in absehbarer Zeit nicht. Ihr wurde zwar versichert, dass ihr Brief den jungen Löwen erreicht hatte und er ihr Ansinnen ernst nahm. Es war aber nicht absehbar, wann er Zeit für sie hatte.
Alyndra war enttäuscht aber gleichzeitig überzeugt davon, im Sinne der Allianz das Richtige zu tun. Ein Abgesandter des SI:7 der sich am Hof aufhielt, wurde jedoch auf die Geisterklinge aufmerksam. Er nahm sie zur Seite und sprach sie direkt an und Alyndra erzählte ihm ansatzweise vom Inhalt ihres Anliegens an Anduin Wrynn. Der Abgesandte sagte: „Ich kann die Ungeduld über Euer Ansinnen gut verstehen, aber seid Euch gewiss, dass der König alles tut, um die Allianz sicher durch die Kriegswirren zu führen. Vielleicht könnt Ihr Euch unterdessen trotzdem nützlich erweisen im Kampf gegen die Horde und im Bestreben, Silbermond zu „befreien“!“
Die Geisterklinge stutzte einen Moment, musterte den Meisterschurken des SI:7 eingehend und war sich sicher, dass diesem die Interessen des Geheimdienstes wichtiger waren als das Wohlergehen einer Leerenelfe, die vor kurzem noch als Feindin bezeichnet wurde. Sie verstand sich aber auf die Spielchen und Intrigen, die sie bereits aus früheren Tagen aus Silbermond kannte. Alyndra schenkte dem Menschen ein süsses Lächeln und nickte: „Ich bin ganz Ohr für Euren Vorschlag, Herr!“
Der Meisterschurke erwiderte Ihr Lächeln und führte sie etwas abseits des Geschehen bei Hofe, um sich in Ruhe mit ihr zu unterhalten:
„Ihr kommt aus Silbermond und Ihr hättet keine Mühe, Euch als Blutelfe zu tarnen. Solange der König Euch im Ungewissen lässt, ob Eure Wünsche erfüllt werden, könntet Ihr Euch trotzdem im Sinne der Allianz nützlich machen. Wenn Ihr wertvolle, strategische Informationen zu uns bringt, dann garantiere ich Euch, dass wir sie sinnvoll verwerten und Euch beim König in geeigneter Form unterstützen werden. Wir haben das grösste Interesse daran, die Horde zu schlagen. Dazu gehört auch die Rückeroberung Silbermonds. Was haltet Ihr davon, Lady…wie heisst Ihr schon wieder?“
„Alyndra. Ganz einfach Alyndra, die Geisterklinge. Und wer seid Ihr?“ Wollte sie wissen und blickte den Meisterschurken abermals skeptisch an. Dieser deutete eine Verbeugung an und sprach: „Raphael Dunkelzahn, Stellvertreter von Renzik. Das macht mich in gewisser Weise zu einem erweiterten Stellvertreter unseres Meisters, Mathias Shaw. Hier ist mein Zertifikat der Diebeskunst!“
Er zeigte ihr kurz die Insignien des SI:7 sowie seine Diebes-Urkunde, und fuhr dann mit säuselnder Stimme fort: „Ich bin – wie Ihr – der Meinung, dass die Fähigkeiten einer Geisterklinge in der Spionage besser angebracht sind als in sinnlosen Raufereien bei den Trollen. Reist von den Pestländern aus nach Norden, reist zurück in Eure Heimat. Sammelt Informationen über den Zustand der Sin’Dorei und der Horde vor Ort. Kehrt zurück mit wertvollen Information und lasst Euch als Heldin feiern, Alyndra!“
Seine Worte umgarnten die Geisterklinge, während er sie anlächelte, doch er konnte ihr nichts vormachen. Sie blickte in unbeeindruckt an, aber nickte.
„Ein guter Vorschlag. Aber dazu sind keine Verführungskünste Eurerseits notwendig, Raphael. Ich weiss, wer ich bin und was ich kann. Ich diene dem jungen Löwen und der Allianz, aber ich bin keine Heldin. Doch werde ich es in Erwägung ziehen.“
„Wenn Ihr etwas braucht, Ausrüstung, Waffen, Gifte, lasst es mich einfach wissen. Das SI:7 kann Euch unterstützen. Jederzeit.“ Versicherte der Meisterschurke sie, und empfahl sich dann.
Alyndra zog sich ebenfalls zurück und verliess Burg Sturmwind. Der König konnte oder wollte sie nicht empfangen, das hatte sie zu akzeptieren. Die Idee der Spionage war aber wirklich eine Erwägung wert. Wenn sie sich als Blutelfe getarnt in die Geisterlande, den Immersangwald und sogar nach Silbermond selbst wagen konnte, wären Informationen der Allianz viel wert. Doch wehe, wenn sie enttarnt und erwischt würde. Die Blutelfen würden unzimperlich mit einer Verräterin umgehen, die vor einigen Monaten noch hochoffiziell aus Quel’Thalas verbannt wurde. Und was ein San’layn mit ihrer Hilflosigkeit anstellen könnte, daran wagte sie gar nicht zu denken.
Die Geschichte der Geisterklinge Alyndra - 5. Bericht an SI:7 nach Spionage in Quel'Thalas

Nach ihrem Ausflug nach Quel'Thalas kehrte Alyndra schnurstracks in das SI:7-Quartier nach Sturmwind zurück, wo sie den Meisterschurken Raphael Dunkelzahn traf.
Dieser war höchst erstaunt und hätte sie nicht so früh zurück erwartet: "Ihr seid schon wieder da? Das ging ja erstaunlich schnell. Was habt Ihr zu berichten, Geisterklinge?"
Er deutete ihr einen freien Platz am Kamin, wo ein wärmendes Feuer loderte. Alyndra nickte dankend, setzte sich hin und wärmte sich ihre unterkühlten Finger am warmen Feuer.
"Ich habe angetroffen, was ich erwartet hatte. Und ich wurde enttarnt. Unglaublich, nicht wahr?" Gab sie zu Protokoll. Raphael blickte sie besorgt an: "Seid Ihr verletzt? Braucht Ihr Hilfe?"
"Nein, alles ist gut. Es ist nichts passiert, ich bin verschwunden, bevor etwas hätte passieren können."
"Gut. Eure Enttarnung spielt keine Rolle. Die Horde weiss sowieso, dass wir an allen Ecken und Enden rumspitzeln. Umgekehrt ist das genauso. Nun bitte zu Eurem Lagebericht, Leerenelfe. Rechnen die Blutelfen mit einem Angriff der Allianz?
Was ist mit den San'layn?" Wollte der Meisterschurke wissen, trat zum Tisch, nahm zwei leere Gläser hervor und schenkte in beide etwas blutroten Wein ein. Den einen Becher reichte er Alyndra, die
den Wein dankend annahm.
"Es ist sehr ruhig in den Geisterlanden und auch im Immersangwald. Ich habe nichts gemerkt von Nervosität oder erhöhter Kampfbereitschaft. Ich war sehr lange nicht mehr in Silbermond, und ich bin erstaunt.
Höchst erstaunt!" Sie hielt kurz inne, gönnte sich einen Schluck vom Wein und fuhr fort: "Der westliche Teil der Stadt liegt immer noch in Trümmern. Die Blutelfen haben ihn nicht wieder aufgebaut. Die Todes-
schneise vor der Stadt ist wieder etwas grüner, aber die Geisterlande sind unverändert. Ein dunkles, verlorenes Gebiet, fern des Lichts!"
Der Meisterschurke nahm sich den Stuhl neben ihr, setzte sich rittlings hin und lehnte sich mit dem rechten Unterarm auf die Lehne. Auch er nahm einen Schluck Wein, und fuhr in seiner Befragung fort:
"Und die San'layn? Gibt es irgendwo in Quel'Thalas Anzeichen für Aktivitäten dieser verfluchten Brut?"
Alyndra schüttelte den Kopf. "Nein, ich habe nirgendwo San'layn gesehen, auch nicht in Silbermond. Ich denke, sie wären dort nicht geduldet. Sylvana tut gut daran, sie aus Quel'Thalas fernzuhalten."
"Gut zu wissen. Euer Bericht ist uns viel wert. Ihr seid natürlich nicht die einzige Spionin im Norden, aber sämtliche Informationen sind wertvoll. Ihr sagtet, Ihr wurdet enttarnt. Wie ist das passiert?
Wart Ihr nicht vorsichtig genug?" Fragte der Meisterschurke.
Die Geisterklinge nahm noch einen Schluck Wein und trank das Glas leer. Dann stellte sie es vor der Feuerstelle auf die Steine und erzählte weiter: "Es war reiner Zufall. Ich begegnete vor dem Sanktum des Nordens
einer neugierigen Blutritterin. Sie stellte sich als Seradane Sternenstaub vor, sie sei eine Ritterfürstin. Ich tat zwar als wäre ich eine Weltenwanderin die den ewigen Frühling wahrt und den Wald vor zuvielen jungen Drachenfalken schützt.
Aber sie liess mich nicht weiterziehen und stellte immerzu Fragen. Sie hatte Glück, dass ich nicht zum Töten in Quel'Thalas war. Aber sie wurde lästig. Sehr lästig sogar. Kennt Ihr etwa diese Blutritterin?"
Raphael stand auf, stellte sein Weinglas zurück auf den Tisch und sagte: "Das lässt sich nachprüfen. Ich bin gleich wieder da." Er verliess das Zimmer und liess die Geisterklinge alleine.
Diese stand ebenfalls auf und sah sich um. Ihr fiel auf, dass es hier sehr karg eingerichtet war. Ausser dem Feuer brannte nirgendwo ein Licht. Ihr sollte es recht sein. Sie schenkte sich selbst noch etwas Wein ein, und
schliesslich kehrte Raphael zurück. In seinen Händen hielt er ein geöffnetes Notizbuch. "Wie hiess die Blutelfe schon wieder?" Wollte er wissen.
"Seradane Sternenstaub, Ritterfürstin. Vermutlich im Dienste dieser Ritterlady?"
Der Meisterschurke nickte: "Lady Liadrin. Natürlich wird sie in ihren Diensten stehen. Aber hier im Büchlein haben wir einige wichtige Namen von Blutrittern in hohen Rängen. Eine Seradane Sternenstaub ist aber nichts verzeichnet. Das muss aber nichts heissen.
Wie seid Ihr enttarnt worden?"
Alyndra biss sich verärgert auf die Unterlippe, überlegte einen Moment und sagte dann: "Ich denke, sie hatte eine Ahnung, wer oder was ich bin. Einige Elfen haben diesen siebten Sinn. Sie liess nicht locker, und sie fragte immer wieder.
Ich vermute dass sie mit ihrer Familie beim Sanktum wohnt. Vielleicht fühlte sie sich bedroht. Irgendwann wurde es mir zuviel und ich provozierte sie, warf meine Kapuze zurück und gab mich zu erkennen. Ich nannte ihr sogar meinen
richtigen Namen. Ich war zum Kampf bereit, aber die Blutritterin blieb stoisch ruhig auf ihrem Schlachtgaul sitzen und erwähnte etwas von diplomatischen Bemühungen und einer Reise nach Goldhain. Stellt euch vor, Blutelfen in Elwynn!"
Die Geisterklinge musste laut lachen bei diesem Gedanken, doch der Meisterschurke blieb ruhig und fuhr fort: "Gut, ist Euch nichts passiert. Und ja, hin und wieder wagen sich die "Grünaugen" in unsere Gebiete, das ist nichts Neues."
"Wie diese jämmerlich Orkbande vor einigen Monaten, oder? Die waren ebenfalls in Elwynn." Alyndra blickte Raphael fragend an. Dieser klappte das Notizbuch zusammen, steckte es in seine rechte Hosentasche und sagte:
"ihr meint den Donneraxt-Clan? Ja, natürlich. Wir haben überall zu tun. Solange es die Horde gibt, werden wir nie Ruhe haben."
"Soso. Donneraxt-Clan wird diese Ork-Bande genannt. Gut zu wissen!" Alyndra grinste, doch der Meisterschurke schüttelte den Kopf: "Uns wäre mehr gedient, Ihr behaltet Euren Fokus in Quel'Thalas, Alyndra. Hier, für Eure Mühen. Das SI:7 ist Euch dankbar."
Er streckte ihr einen Dolch hin, den die Geisterklinge dankbar annahm und ihn gegen den Schein des Feuers hielt. Ihr gefiel, wie die scharfe Klinge in den Flammen glitzerte. Sie führte ein paar Scheinangriffe aus und liess den Dolch schliesslich
irgendwo verschwinden. Dann nahm sie ihr Weinglas wieder, und trank es erneut aus.
"Habt Dank. Ich bin Euch weiterhin zu Diensten, wenn es für Euch kein Problem ist, dass ich aufgeflogen bin."
"Nein, wie geesagt, wir haben damit kein Problem. Es ist auch nicht weiter verwunderlich, dass sie verbannte Leerenelfen noch immer in Quel'Thalas rumtreiben. Lasst Euch aber bloss nicht nochmals erwischen, denn wir müssen mehr wissen. Noch viel mehr! Besucht die Orte, wo Ihr noch nicht wart, und macht Euch schlau, bitte!"
Die Geisterklinge nickte, stellte das Weinglas hin und trat zur Türe, wo sie sich nochmals umdrehte: "Seid unbesorgt. Ich kehre nach Quel'Thalas zurück. Da ist etwas, was ich in Morgenluft erledigen muss. Diese Seradane hat mir verraten, dass meine Schwester noch lebt. Damit
hätte ich nicht gerechnet. Ich muss mir das ansehen und werde nach Morgenluft reisen."
"Morgenluft? Eine sehr gute Idee. Dort waren wir überhaupt nicht, denn der Ort erschien uns uninteressant. Das SI:7 wünscht Euch viel Glück, Alyndra!" Er lächelte die Leerenelfe an, dann verliess Alyndra das Zimmer und das Quartier des SI:7. Beim Hinaus gehen überlegte sie, was sie dem SI:7 tatsächlich wert war. Sie kramte
den Dolch hervor führte ein paar Angriffe und Finten aus und war sehr zufrieden mit dieser Waffe. Der Dolch würde ihr als neue Hauptwaffe gut dienen. Doch Alyndra traute weder diesem Meisterschurken Raphael noch dem SI:7. Trotzdem war sie bereit, weiter in Quel'Thalas zu
spionieren. Schliesslich diente sie damit auch König Anduin Wrynn. IHM war sie zu Diensten.
*Es folgt ein Bericht über die Begegnung einer Blutritterin, mit einer Ren'dorei, unweit der großen Kreuzung, südlich des Falkenplatzes, verfasst von ebendieser Ritterin, aus dem archivierten Buch der inländischen Einsatzberichte.*

Ich, Blutritterin Seradane Sternenstaub, begab mich nach dem Ende meiner Tagesverpflichtungen, am dritten Tage, des elften Monats, zur achten Abendstunde, auf dem Weg nach hause, zu Pferd. An der Kreuzung südlich des Falkenplatzes hörte ich das Aufschreien eines Drachenfalken, der erlegt wurde. Da keine Wache, oder Waldläufer in der Nähe zu sein schienen, wich ich von der Hauptstraße ab und ging dem Geräusch nach.

Dort angekommen sah ich eine Person in einer Lederrüstung, jedoch war das Gesicht vermummt. Ich näherte langsam zu Pferde, ließ aber einen gewissen Abstand, um die Person nicht zu provozieren. So suchte ich das Gespräch mit ihr.

((Ihr Verhalten und ihre rüden, zornigen Worte, dass "Ich ihr nichts zu sagen hätte.", gänzlich unprovoziert meinerseits, ließen mich stutzig werden, weshalb ich das sich anbahnende Gespräch vertiefte.))

Nach langem verbalen hin und her offenbarte sich die Fremde und entpuppte sich als Ren'dorei, die ihren Worten nach die bestehende Ordnung in Quel'Thalas anzweifelt und scheinbar die Dinge selbst in die Hand nehmen wollte.

((Das Gespräch verlief wechselhaft. Zeitweise wirkte sie angriffslustig, dann lächelte sie wieder, nur um wieder ausfallend zu werden. Dennoch, gab ich ihr ausreichend viele Möglichkeiten das Gespräch sachlich und konstruktiv zu gestalten, selbst nach ihrer Offenbarung als Leerenelfe. Vermutlich war es ein Fehler, doch ich nannte Ihr meinen Namen, meinen Rang und umschrieb mein grobes Tätigkeitsfeld, inklusive der diplomatischen Aktivitäten, wohlgemerkt ohne jedes Detail! Dies schien sie jedoch so "beeindruckt" zu haben., da sie mir ihren Namen nannte, Alyndra Sternglanz ehemalige Weltenwanderin und Schwester der Priesterin Alween Sternglanz, welche in Morgenluft heimisch ist und mit der ich persönlich bekannt bin. ))

Ihrer Rüstung und Dolchbewaffnung nach ist sie eine Art Attentäterin, ausgebildet um sich im Zweikampf mit Schatten- und natürlich Leerenmagie durchzusetzen, denn ersteres tat sie, als ich zu meiner Waffe greifen wollte. Sie entschwand schurkengleich in den Schatten, ohne dass ich die Möglichkeit gehabt hätte sie auf derart offenem Gelände festsetzen oder überwältigen zu können.

((Ich sorge mich aufgrund ihres Ausbruches, als ich ihre Schwester erwähnte, sehr um die Sicherheit von Alween Sternglanz, ihren Angehörigen, sowie dem Dorf Morgenluft als Ganzes. Alyndra Sternglanz wirkte zu jeder Zeit äußerst reizbar, aggressiv, unausgeglichen, schwankend in ihrer Stimmung, angefangen von einem vorgeschlagenen diplomatischem Gespräch in Beutebucht, nur um mich direkt im Anschluss zu beleidigen. In den letzten Sekunden, als sie nach ihren Waffen griff und sich mir näherte, fühlte ich mich zunehmend bedroht, doch noch bevor ich meine Waffe ziehen konnte entschwand sie fluchtartig in den Schatten.))

Das einzige, was ich, in diesem Moment, imstande war andeutungsweise zu erkennen, war ihre Bewegungsrichtung, die gen Süden verlief.

Als ich mir sicher war, dass niemand am Sanktum des Nordens verletzt oder in unmittelbarer Gefahr zu sein schien, ritt ich zügig zum Falkenplatz und alarmierte die Wachen. Ich sah noch einen Boten, wie er eiligen Schrittes sich auf dem Weg nach Silbermond machte, um die Kunde weiterzuleiten. Ich für meinen Teil nahm meinen Weg nach hause wieder auf, wobei ich auf dem Weg befindliche Wachen informierte und dringend den Ratschlag gab mit sofortiger Wirkung die Wachen in Morgenluft zu alarmieren und zu ihre Anzahl zu erhöhen und auch die Wachen in der Nähe der Anwesensiedlung in Kenntnis setzte. Zuhause, für den Fall, dass sie mir in den Schatten folgte, aktivierte ich die Schutzzauber meines Hauses.

Ich, Seradane Sternenstaub bestätige und bürge für die Richtigkeit und Vollständigkeit meiner Angaben nach meinem besten Wissen und Gewissen.

*Es folgt eine Unterschrift mit geschwungenem Schriftbild*
Seradane Sternenstaub.

((Persönliche Einschätzung der Person: Ich halte Alyndra Sternglanz für ein gefährliches Individuum, doch ihre Wankelmütigkeit in Gestik, Mimik und Wortwahl, lassen mich vermuten, dass sie im schlimmsten Fall eine Kundschafterin der Allianz und im besten Fall eine übereifrige Assassine, ohne eigentlichen Auftrag im Feindesland, ist. Ich rate dennoch zu höchster Vorsicht und Alarmbereitschaft, besonders in Morgenluft und der westlichen Anwesensiedlung, aufgrund der o.g. Dinge, da sie zudem mit der Leere im Bunde ist. Sie wirkt talentiert bei dem, was sie tat und im Umgang mit ihren magischen Künsten, weshalb unerfahrene Mitglieder des Militärs von einem offensiven Zugriff Abstand nehmen sollten. Stattdessen rate ich ein möglichst sicheres Festsetzen beim gleichzeitigen Erbitten um Truppenverstärkung.))

((ooc, die eingeklammerten Stellen, außer diese, sind Textpassagen in der vollen, ungeschwärzten Fassung, die für deutlich höherrangige Personen, als sie es ist, vorgesehen ist.))
Blutelfisches Intermezzo - die Sin'Dorei sind gewarnt

„Sollte ich von diesem Kampf nicht zurück kehren, hast Du Dein Leben lang ein Recht darauf, böse auf Deine grosse Schwester zu sein, Alween!“
Mit diesen Worten verabschiedete sich Alyndra Sternglanz, Waldläuferin und Weltenwanderin, damals von ihrer Schwester Alween. Kurz vor dem Angriff der Geissel unter Arthas Führung wurde ihre Einheit ins südliche Quel’Thalas verlegt, dem Ort, der nach dem Angriff als Geisterlande bekannt war.
Alween musste an eben diese Worte wieder denken, als sie oben auf dem Balkon in Morgenluft stand, während eine sanfte Brise vom Meer durch den Immersangwald wehte und ihr goldenes Haar umspielte. Gedankenverloren blickte sie in die Ferne. Ihr Hab und Gut lag gepackt neben ihr, denn sie wollte wieder für einige Zeit zum Sonnenbrunnen reisen. Nein, sie war ihrer grossen Schwester niemals böse gewesen, im Gegenteil. Sie trauerte um sie genauso wie um ihren Gefährten Per’Alas nach all den Ereignissen damals.
Aber nun, nach all diesen Jahren der Überzeugung, dass sie die letzte Überlebende des Hauses Sternglanz war, war plötzlich alles anders. Alween hatte Besuch erhalten von der Blutritterin Seradane Sternenstaub, die sie vor ihrer Schwester warnte. Alyndra, ihre Schwester, war am Leben? Doch Die Priesterin konnte es einfach nicht glauben. Nach all diesen Jahren, nach der ganzen vergeblichen Suche nach ihr hatte sie sie längst aufgegeben, hatte um sie getrauert und sie niemals lebend zurück erwartet.
„Pass auf Deinen Mann und das Haus Sternglanz auf, bis ich zurück bin. Diese jämmerlichen Skelette und diesen Möchtegern-Dunkelprinzen werden wir rascher aus Quel’Thalas vertrieben haben, als Du eine Flasche Sonnentropfen entkorken kannst.“ Meinte Alyndra mit einem typischen Augenzwinkern zu ihr. Doch sie kam nicht wieder, und Alween hatte niemals erfahren, was ihr südlich des Elrendar widerfuhr. Nach dem Fall Silbermonds gab es so gut wie keine Berichte mehr aus dem Süden. Und Alween war es erst lange nach ihrer eigenen Befreiung möglich gewesen, nach ihrer Schwester zu suchen.
Und jetzt sei sie wie aus dem Nichts aufgetaucht? Unmöglich! Allerdings hatte Seradane keinen Grund, sie anzulügen. Vor einigen Jahren hatte sie die junge Blutritterin kennengelernt, die stets tapfer und aufrecht für ihre gemeinsame Sache einstand. Seradane war wirklich der Überzeugung, dass diese Leerenelfe ihre Schwester war.
Trotzdem blieb es für Alween unverständlich, und sie erfasste noch nicht einmal die Tragweite dieser Tatsache. Wenn ihre Schwester tatsächlich noch lebte, warum war sie nicht früher zurück gekehrt? Warum erst jetzt? Und wenn die Faktenlage stimmen würde, und sie jetzt eine Leerenelfe war, was hatte sie zu so etwas getrieben? Nein, sie konnte einfach nicht Alyndra sein. Sie, die jahrelang als stolze Weltenwanderin durch Azeroth zog, und als begabte Späherin sogar unter dem direkten Kommando von Sylvanas Windläufer stand. Wie um alles in der Welt konnte so etwas passieren?
Es musste sich um eine Hochstaplerin handeln, die sich bloss als ihre verschollene Schwester ausgab. Anders war das gar nicht möglich. Alweens Gedanken drehten sich im Kreis, während sie ihren Reiserucksack nahm, um Morgenluft zu verlassen. Die Erinnerungen und Bilder an einst kreisten Alween im Kopf herum, als sie Morgenluft verliess. Vor dem Gebäude blieb sie stehen, und schaute sich nochmals um. Alles erschien ihr friedlich, auch wenn ihr auffiel, dass die Wachen in Morgenluft zahlreicher waren als normalerweise. Dennoch für die Priesterin keinen Grund, sich zu fürchten. Quel’Thalas war ihre Heimat, und die Blutelfen mit Hilfe der Horde waren in der Lage, das Land gegen jede Bedrohung zu verteiden. So brach Alween nach Quel’Danas auf, um ihren Dienst am Sonnenbrunnen wieder aufzunehmen. Um diese Hochstaplerin, die sich als ihre Schwester ausgab, würde sie sich später kümmern.

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