[A-RP] Vorschlag zu Adels Rollenspiel in SW

Die Aldor
Haus Ashford unter anderer Führung ist weiterhin existent und dem Fokus auf wirtschaftlichen Stärken. Mittlerweile gurke ich aber auch mit Frühling drüben auf AD rum. Gerade weil innerhalb der Gilde das verlockende Angebot besteht, diplomatische Kontakte mit Kul Tiras zu knüpfen und zu pflegen auf langfristiger Basis.

Abseits von Haus Hekate und Adler ist es sonst eher recht still und bisweilen öde.
Mal so 'ne Frage vom Laien: Woher nehmt ihr denn die Kenntnisse über die einzelnen Adelstitel (ingame), deren Befugnisse (ingame), deren Privilegien (ingame) und deren Pflichten (ingame)? Um ganz ehrlich zu sein, eure Listen sind ja alle ganz nett soweit, aber wenn ich mir mal eben fix den Kurfürsten rauspicken darf, so als Beispiel - wo passt der denn in die Lore?

Das Nächste, was mich da brennend interessiert: Wie handhabt ihr den Umgang mit euren Mitspielern? Insbesondere dann, wenn besagte Mitspieler keine Lust haben, euren Adligen als die Persönlichkeit zu behandeln, die er ist?

Und zu guter Letzt (aber das betrifft nicht nur Adlige): Wie macht ihr das, wenn Mitspieler die Reichweite eures Charakters mal eben so beschneiden, weil es das eigene Spiel einschränken würde und man keine Lust hat, euren Charakter als gottgegeben hinzunehmen?

Nicht falsch verstehen, ich erkenne im Bespielen des Adels durchaus einen gewissen Anreiz und gönne es jedem, der da Lust drauf hat. Allerdings frage ich mich jedes mal auf's Neue, ob ich solchen Charakteren samt ihren Spielern im Schlepptau ingame und besonders in character über den Weg laufen möchte. Hab halt nicht so besonders Lust drauf, irgendwo rausgeschmissen zu werden, nur weil ich Graf Kreuzfurz von Hinterbergen zu Laberfels an die Kurve nicht kenne und mich deshalb auch nicht an seine Anweisungen halte. Hab immer so den Eindruck, dass man da insbesondere dem Spieler zu dem adligen Charakter ganz wundervoll auf den Schlips treten kann.
Woher nehmt ihr denn die Kenntnisse über die einzelnen Adelstitel (ingame), deren Befugnisse (ingame), deren Privilegien (ingame) und deren Pflichten (ingame)?


Ich schätze da ist viel bei was man aus dem RL einfach übertragen hat, was man selber als sinnvollpassend/passend erachtet hat.

Wie handhabt ihr den Umgang mit euren Mitspielern? Insbesondere dann, wenn besagte Mitspieler keine Lust haben, euren Adligen als die Persönlichkeit zu behandeln, die er ist?


Gute Frage. Mit meinem Adeligen bin ich so gut wie nie alleine auf ner Straße rumgelaufen. Es kam praktisch nie groß zu Kontakt zwischen nem "Normalo" und meinem Heinzel.

Und zu guter Letzt (aber das betrifft nicht nur Adlige): Wie macht ihr das, wenn Mitspieler die Reichweite eures Charakters mal eben so beschneiden, weil es das eigene Spiel einschränken würde und man keine Lust hat, euren Charakter als gottgegeben hinzunehmen?


Ich denke da sollte man etwas differenzieren. Wenn irgendein Adelsfutzi direkt bei der ersten Begegnung (man kennt weder Char noch Spieler) direkt einen auf dicken Willy macht und anfängt mit Anweisungen und Befehlen um sich zu schmeißen, dann würde ich mich da fix rausspielen und meiner Wege gehen, bzw den als Bekloppten ansehen. Das Konzept hat nunmal eine gewisse Verantwortung und die "Ich-bin-Adel"-Keule sollte man nicht groß nutzen. Das sorgt auch fix für Frust.

Schwieriger wird es wohl wenn man dauerhaft Umgang mit solchen Konzepten pflegt. Man hat das Konzept als auch den Spieler ja irgendwo akzeptiert und damit ja auch die "IC-Autorität" die damit einhergeht. Und ich denke dann sollte man schon aufpassen das man selber nicht auch Situationen provoziert wo man den Adelsspieler bloß stellt. Den ein Adeliger ohne ein gewisses Standesbewusstsein ist (in meinen Augen) auch eher unglaubwürdig.
Wenn ich mir den Gedanken mit dem «Kontrollorgan» durch den Kopf gehen lassen, kommt mir ne Art freiwillige Kontrolle in den Sinn, ne Gruppe von 5 oder 7 Spielern, aus verschiedenen Lagern damit entsprechend Diversität herrscht, die dann Konzepte überprüfen, kritisieren, Verbesserungsvorschlage machen usw. die von den restlichen Spielerin freiwillig eingeschickt werden. Also ne freiwillige Adel und Rang Überprüfung. Dann kann de Gruppe nen Thread mit ner Liste aufmachen, die erweitert wird.

Und wer sich für so ne Überprüfung meldet willigt ein das die Gruppe ihn ic, bei nem Fehlverhalten oder verbrechen entsprechend bestrafen kann. Verliess, Geldstrafe, Aberkennung des Titels.. sowas z.b. und wer sich nicht überprüfen lassen will, lasst es eben. Kein Zwang kein Muss, aber die restliche Spielerschaft hat dann die Möglichkeit nachzusehen ob.. Johann von und zu Haus Sturmberg mit ner Armee von 120000 Mann auf der Liste ist oder nicht und dann selbst entscheiden ob sie auf sein Adelsspiel eingehen oder nicht. (ja das Beispiel war jetzt mit Absicht übertrieben)

So hätte man ein Kontrollorgan für hohe Ränge und Adel, das sich selbst entsprechen kontrolliert in dem es mehr als 1 Spieler ist und sie über die Konzepte abstimmen. Das wär zumindest mal ne Grundidee meinerseits dazu, wobei mir klar ist dass das je nach anklang verdammt viel ooc Arbeit sein würde ‘^^
04.11.2018 05:37Beitrag von Zweifeuer
Mal so 'ne Frage vom Laien: Woher nehmt ihr denn die Kenntnisse über die einzelnen Adelstitel (ingame), deren Befugnisse (ingame), deren Privilegien (ingame) und deren Pflichten (ingame)? Um ganz ehrlich zu sein, eure Listen sind ja alle ganz nett soweit, aber wenn ich mir mal eben fix den Kurfürsten rauspicken darf, so als Beispiel - wo passt der denn in die Lore?

Das Nächste, was mich da brennend interessiert: Wie handhabt ihr den Umgang mit euren Mitspielern? Insbesondere dann, wenn besagte Mitspieler keine Lust haben, euren Adligen als die Persönlichkeit zu behandeln, die er ist?

Und zu guter Letzt (aber das betrifft nicht nur Adlige): Wie macht ihr das, wenn Mitspieler die Reichweite eures Charakters mal eben so beschneiden, weil es das eigene Spiel einschränken würde und man keine Lust hat, euren Charakter als gottgegeben hinzunehmen?

Nicht falsch verstehen, ich erkenne im Bespielen des Adels durchaus einen gewissen Anreiz und gönne es jedem, der da Lust drauf hat. Allerdings frage ich mich jedes mal auf's Neue, ob ich solchen Charakteren samt ihren Spielern im Schlepptau ingame und besonders in character über den Weg laufen möchte. Hab halt nicht so besonders Lust drauf, irgendwo rausgeschmissen zu werden, nur weil ich Graf Kreuzfurz von Hinterbergen zu Laberfels an die Kurve nicht kenne und mich deshalb auch nicht an seine Anweisungen halte. Hab immer so den Eindruck, dass man da insbesondere dem Spieler zu dem adligen Charakter ganz wundervoll auf den Schlips treten kann.


Abgeschlossenes Geschichtsstudium mit Fokus Mittealter/Renaissance, also ich weiß wovon ich rede. Und ich spiele meine auch entsprechend. Sprich sie weiß was Nobless Obliege ist und sie kennt den Knigge wie sich eine Gilnearische Lady zu benehmen hat.

03.11.2018 18:29Beitrag von Tanvala
03.11.2018 16:27Beitrag von Saranielle
Das ist Teil des Problems. Jemand behauptet "ich habe mir [Titel/Waffe] erspielt"
Das als Rechtfertigung für auch nur irgendetwas zu benutzen ist lächerlich.

Oh, wenn du wüsstest, was man zu lesen bekommt, wenn man das nicht erwähnt.

An Kareatana:
Wer haut deinem Charakter im RP auf die Finger, wenn sie denn mal etwas tun sollte, was sich eigentlich nicht gehört? Gibt es überhaupt Spieler, deren Charaktere das können?


Die Wachen ihrer Ubergebenen. Wenn sie in einer Hauptstadt unterwegs ist, ist sie Gast der herrschenden. Und sie benimmt sich wie eine wohlerzogene Ladydie den Knigge kennt und weiß wie sich ein Gast zu benehmen hat. Und sie gehorcht den Wachen der Hauptstadt, denn diese sind die direkten Wachen des lehens des Herrschenden. Sprich in Sturmwind sind alle Stadtwachen Königliche Wachen und sprechen das Wort ihres Königs. Und in der Draenei haupstadt sind sie die Hände Velens. Sowie in Eisenschmiede dienen sie dem Rat der Zwerge. Und diese sind Verbündete, also benimmt eine Dame sich entsprechend!

Natürlich ist dies ein zweigleisiges System. Das heißt, ich erwarte auch das die Stadtwachen im RP sich entsprechend benehmen. Ihr repräsentiert euren Herrscher! Also benehmt euch auch entsprechend, denn ihr seid das erste was Besucher eurer Stadt sehen. Und euer König will keine rüpel und Säufer die ihn repräsentieren und auch keine Wachen die offen korrupt sind.
04.11.2018 05:37Beitrag von Zweifeuer
Woher nehmt ihr denn die Kenntnisse über die einzelnen Adelstitel (ingame), deren Befugnisse (ingame), deren Privilegien (ingame) und deren Pflichten (ingame)?
Diese Frage stelle ich mir bei fast jeder Militär- und/oder Wachgilde. Ein Bundeswehr ähnliches Rangmodell wird so gut wie immer benutzt, das von Blizzard mit Patch 1.4.0 eingeführte Rangsystem findet jedoch keinerlei Beachtung. Bei Nichtgefallen des Namens kann man ja auch den ein oder anderen Rang einfach nicht nutzen.
https://ninjalooter.de/blog/wp-content/uploads/2011/02/alte_pvp_range.jpg
Aber das ist natürlich etwas off topic.

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In dem House of Nobles findet sich zumindest ein Graf und ein weiterer wurde anscheinend mal auf der 4. sammelbaren Seite zu der Quest "Die Grünen Hügel des Schlingendorntals" erwähnt, in der man die Seiten eines Tagebuchs einsammelte. Alles andere werden vermutlich Herleitungen des uns bekannten und vergangenen Adelstitelsystem sein.
https://wow.gamepedia.com/House_of_Nobles
Sprich sie weiß was Nobless Obliege ist


*Noblesse oblige
04.11.2018 05:37Beitrag von Zweifeuer
Hab halt nicht so besonders Lust drauf, irgendwo rausgeschmissen zu werden, nur weil ich Graf Kreuzfurz von Hinterbergen zu Laberfels an die Kurve nicht kenne und mich deshalb auch nicht an seine Anweisungen halte. Hab immer so den Eindruck, dass man da insbesondere dem Spieler zu dem adligen Charakter ganz wundervoll auf den Schlips treten kann.


Das ist eigentlich ganz einfach - meine Adeligen Charaktere mischen sich kaum jemals unter das einfache Volk. Und wenn man irgendwo zu Besuch ist, benimmt man sich eben wie ein Besucher. Andersherum erwarte ich das aber eben auch, wenn man uns besucht - when in Rome, do like the Romans do. Wenn man das partout nicht kann / will / whatever, dann ist ein gemeinsames Spiel eben wenig fruchtbar. Ob sich da jemand auf den Schlips getreten fühlen muss, weiß ich aber nicht.
Vor allem...um mich auch mal wieder zu Wort zu melden:

1. Leider muss ich als selber über 10-semestriger Mittelaltergeschichtsstudent manchmal mit den Händen über dem Kopf zusammenschlagen, wenn ich andere (vermeintliche) Absolventen der Fachrichtung sehe. World of Warcraft ist nicht das Hochmittelalter des HRR. WENN, dann sind die Anleihen EHER englisch vielfach. Im großen und ganzen ist es aber klassisches Fäntelalter. Wie die Anrede oder der Wahlmodus oder die Hierarchie- und Verwandschaftsebene von Fürsten oder Herzögen zueinander oder zum König historisch im HRR waren ist halt für WoW maximal Wurst. Klar kann man sich funktionale Anleihen holen, aber ein "Das ist so richtig, weil Geschichte" ist halt uff... "Das ist so richtig, weil es sich plausibel anfühlt und in die bestehende, beschriebene, Welt einfügt" ist IMMER das bessere Argument.

2. Ein Fehler, der bei Adelsspiel (egal ob beim P&P, im LARP oder Online) oft gemacht wird ist diese vermeintliche "Adel = Darf befehlen!" Ebene. Ein Adeliger verdient von den im Stand unter ihm stehenden Respekt. Befehlsgewalt, wenn, hat er nur über SEINE Untertanen. Der Graf von A kann also den Bauern von B nicht einfach rumkommandieren. Bzw. er wird es vielleicht aus Gewohnheit tun, hat aber kein "Anrecht" drauf, da das eben nicht "sein" Bauer ist. Wenn dann auch noch freie und Bürger mit ins Spiel kommen endet, außer man ist der Stadtherr, sowieso jegliches "Ich kann dir befehlen, Pöbel!" Von demher: Wenn ein Adeliger mir irgendwas "befiehlt", was ich IC oder OOC nicht tun will, ziehe ich die "DU bist nicht MEIN Adeliger!" Karte.
04.11.2018 12:18Beitrag von Yatumi
Wenn ein Adeliger mir irgendwas "befiehlt", was ich IC oder OOC nicht tun will, ziehe ich die "DU bist nicht MEIN Adeliger!" Karte.


Wobei sich ohnehin die Frage stellt, wie häufig sowas im "real existierenden RP" denn vorkommt. Wie einige schon heraus gearbeitet haben, gibt es in Sturmwind kaum bespielte Adelshäuser.
Das ist ein Faktor, den ich als nur selten Anwesender tatsächlich nicht beurteilen kann. Ich griff es nur auf, weil dieses Thema in manchen der Posts schon wieder mitschwang und ich zum einen die Unsinnigkeit der Annahme immer gerne aufgreife und zum zweiten den "Nichtadelsspielern" auch die Angst nehmen will, das gut gespielte Adelige andauernd Leute rumkommandieren würden und dürften :-)
Wie einige schon heraus gearbeitet haben, gibt es in Sturmwind kaum bespielte Adelshäuser.


Dafür sehe ich aber doch recht viele, muss ich gestehen. Wobei 90% irgendwie Gilneeradel sind. Also ja, Sturmwindadel gibt es wenig! :P
Ich wollte mich ja wirklich zurückhalten aber.. ich kann nicht mehr.
In den Ländereien des Königreich Sturmwinds sind überall Bürgermeister/Vorstände eingesetzt. Ich sehe da wenig von Adel.
Und was die anderen Ländereien angeht.. nehmen wir mal ein Gilneer.
Adelige haben Land, da arbeiten Menschen drauf, dadurch kriegen sie ihr Geld. Oder von mir aus haben sie auch irgendwo einen Laden. Gilneas ist aber platt gemacht worden und ich bezweifel das man auf der Flucht so viel mitnehmen konnte. Was hat dieser Adelige also noch, denn sein Land ist ja von Untoten besetzt bzw wohl verseucht? Richtig, nichts. Deshalb runzel ich immer die Stirn wenn die ganzen Leuten mit ihren Adelsreichen kommen und so viel Geld besitzen, wo ich mir denke das fast alle Menschenkönigreiche doch von der Horde besetzt sind bzw zerlegt wurden.
Und die Vergangenheit der WoW-Story der Menschen hat doch gezeigt das jedes Königreich ein Teufel tut und Land an ein anderes Königreich gibt, also kriegen Gilneer Adelige (immer noch ein Beispiel, fügen sie hier sonst Lordaeron und Co ein) auch nicht Land geschenkt im Königreich SW.

Aeslynn mal als Beispiel ist da eine Ausnahme und hat es erklärt wie wo wann warum. Aber von den meisten Adeligen fehlt mir irgendwie ein bisschen das. Weil die meisten sind im Prinzip mittellos, wenn sie nicht bei reichen Freunden untergekommen sind oder ggf. für diese arbeiten.

Ich persönlich meide Adelige aber eher, weil sie dann Graf von und zu mit fünf weiteren Titeln sind, schwerreich aber jeder ist DER Samariter. Einem Bettler mal eben 20 Gold geben, am Besten noch einstellen, mit dem Pöbel in der schlimmsten Taverne sitzen, Einkäufe am Besten selbst erledigen. Das Konzept macht bei einer Person ggf. Spaß aber wenn jeder so ist fehlt mir der typische Adelige und dann frag ich mich, warum man nicht einfach einen reichen Händler spielt.
Aber wehe du bist fies zu ihnen. DANN kommt die Adelskarte!
Oha.

Offen zugegeben habe ich jetzt nicht jeden Beitrag genau durchgelesen. Darum bitte ich um Nachsicht, wenn ich irgendetwas anbringe, dass bereits gesagt wurde. Und bevor ich mich zu Tode zitiere und im Umkehrschluss zu Tode zitiert werde, fasse ich mal ein paar Dinge die mir auf dem Herzen liegen zusammen.

Im allerersten Satz sticht mir vor allem ein Wort ins Auge: Ränge.

Ich mache es kurz: Nein, Adelsitel sind keine Ränge und vom Junker bis zum Kaiser gibt es keine glatte Hierachie. Dieser Vorstellung sollte man sich schnellstmöglich entledigen und wenn man gerne geordnete Rangabfolgen hat lieber ins militärische RP einsteigen.

Im allgemeinen stimme ich allerdings zu, dass Adelstitel, die rein auf der aus Wikipedia kopierten und hier angesprochenen Tabelle unten angesiedelt sind, redlich einfacher auszuspielen sind. Warum? Ich versuche das mal einfach zu erklären.

Adelstitel sind wie erwähnt keine Ränge, keine Hierachie. Der Graf herrscht grundsätzlich nicht über den Baron. Der Baron grundsätzlich nicht über den Ritter. Hinzu kommt, dass der Graf als solcher generell nicht "herrscht".

Grafen sind im einfachen Verständnis vom König selbst ernannte, stellvertretende Beamte die ein Feudalherrentum (Grafschaft) politisch und wirtschaftlich verwalten. Wer also seinen rollenspielerischen Fokus eher auf solches RP legen möchte, was zu bespielen schwierig genug ist, sollte sich eher eines Grafen bedienen.

(Für alle vom Fach: ich klammere hier mediat und immediat einmal aus. Ich glaube, das wäre zu schwer zu erklären)

Barone (auch Freiherren) sind eben das. Freie Herren, die entgegen des Grafen keiner verwalterischen Tätigkeiten für den König unterliegen. Sie sind, ebenso wie die Fürsten 'souverän', tragen daher aber auch meist eine höhere Verantwortung, weil sie sich im Falle von Verstößen etc. selbst zu verantworten haben, da sie nicht wie ein Graf (auf Vertrauensbasis) "ernannt" wurden. Wer ein wenig unabhängig sein will, gleichzeitig aber nicht auf diverse verwalterische, wirtschaftliche und auch militärische Aspekte verzichten will, sollte sich für das Ausspielen eines Barones entscheiden.

Als Ritter ist man nicht gleich Ritter. Da gibt es Ritter unter eigenem Banner, Ritter unter eines anderen Herren Banner, freie Ritter, fahrende Ritter, Raubritter. Unabhängig dieser Unterschiede ist der gängige Ritter wie ihn sich die meisten hier vorstellen wohl am Einfachsten zu spielen, wenn man wenig Lust auf politisches Rollenspiel hat, dass mit Externen ohnehin nur bedingt stattfindet. Hier finden vor allem kleine, wirtschaftliche Aspekte ihren Platz (Verwalten von 3 Gehöften und dem eigenen Landsitz), es wird der durchschnittlichen Menge an Rollenspielern in einem Projekt gerecht und bietet außerdem Platz für alltägliches RP als auch Unternehmungen wie Plots und Events.

Nebst der drei aufgeführten gibt es für mich allerdings noch zwei andere "höhere" (wir erinnern uns: keine Ränge) Titel, die im Rollenspiel durchaus legitim sind.

Grundlage dafür sind allerdings eine gewisse Zahl an aktiven Rollenspielern und auch die Investition von Angeboten und Hintergründen.

Als Fürst hat man die Möglichkeit gewisser Maßen ein eigenes, kleines Reich zu bespielen. Was nicht heißt, dass man legitim entgegen des Königs in seinem Königreich spielen kann. Der Fürst als solcher ist aber einfach unabhängig, hat, je nach Einfluss und Größe seines Landes, mehrere Beamte unter sich und sorgt sich ebenso wie der Baron selbst und in eigenverantwortung um sein Land. Stumpf gesagt ist es der Baron in Groß. Wer also gerne nicht nur einen kleinen Haushalt, sondern gerne ein flächendeckendes Angebot vom Stalljungen bis zum Fürsten bieten möchte, dem wäre hiermit geholfen.

Gleiches gilt für den Markgrafen. Hier liegt nebst wirtschaftlichen und politischen Interessen seines Souverän auch ein gewisser militärischer Schwerpunkt im Spiel, da der Markgraf salopp gesagt "ein Grenzwächter" ist. Im Königreich Sturmwind böte sich soetwas also an den Grenzen des Reiches an. Im Hochland an den Grenzen zum z.B. Silberwald und bietet viel Inhalt für vor allem militärisches Plot-RP.

Von Titeln wie "Pfalzgraf", "Reichgraf", "Landgraf", "Kurfürst", "Großherzog", etc. sollte man nicht nur ob deren theroetischen Pflichten absehen. Sondern auch, weil das Titel sind, die schon ihrerzeit für Verwirrung gesorgt haben.

Das heißt: Wer einen Adeligen spielen möchte sollte sich nicht fragen "Wie hoch kann mein Titel sein?", denn dein Titel unterliegt keiner Rangfolge. Sondern eher "Was möchte ich ausspielen?" und "Was traue ich mir zu?".

Darüber hinaus ein kleiner Tipp: Ein Adelshaus ist kein eigenes Königreich und ihr als Gildenleiter nicht der König. Wer sich mit einem Adelskonzept allem voran selbst darsatellen will, der ist zum scheitern verurteilt. Ein funktionierendes Konzept braucht ebenso funktionierende und wichtige Mitglieder, wie ein Baron zufriedene Trabanten und Untertanen braucht.
Und um auch über die eigene Gilde hinaus Rollenspiel zu finden, sollte man sich in der Tat von einer erzogenen Seite zeigen, oder (und da muss ich meine Regel einmal brechen) wie Aeslynn es ausdrückt:

"Das ist eigentlich ganz einfach - meine Adeligen Charaktere mischen sich kaum jemals unter das einfache Volk. Und wenn man irgendwo zu Besuch ist, benimmt man sich eben wie ein Besucher. Andersherum erwarte ich das aber eben auch, wenn man uns besucht - when in Rome, do like the Romans do."

Soll auch heißen "Volksnah" heißt nicht, jedem Obdachlosen 20 Gold vor die Füße zu werfen und sich mit den Bedürftigen auf die Straße zu setzen. Sondern, dass man sich, besonders für seine Trabanten, erreichbar gibt, dennoch als Vorbild und Respektperson angesehen wird.

Eine kleine Anmerkungen noch, dann bin ich fertig. Hier wurde eben geschrieben "Im Kriegsfall sind alle Adeligen Offiziere". Das stimmt so nicht ganz. Adelige (meist Zweitgeborene) hatten es dank ihrer Ausbildung von Kleinauf durch einen Waffenmeister natürlich deutlich einfacher. Auch die Möglichkeit, die "Offiziersschule" zu besuchen, wo ein Adeliger durchaus die Mittel hatte, war gegeben. Daher mag es die Regel sein, dass Adelige oft Offiziere waren. Aber nur weil die Horde von heute auf Morgen die Stadt angreift, ist Graf Waldersee von Eichstädt nicht direkt General Waldersee des Sturmwinder Heeres. Die Vorstellung, was dann für ein Chaos hereinbräche, lässt mich in der Tat schmunzeln.

Zuallerletzt: Auch der Adel hat über die Jahrhunderte Veränderungen erlebt. Und zwar so sehr, dass es hier sicherlich mindestens fünf Ansichten davon gibt, wie der Adel zu funktionieren hat. Erschwerend hinzu kommen Darstellungen aus Hollywood und Co. Ich persönlich würde mich nie auf eine bestimmte Epoche beschränken. Das würde auch das Spiel untereinander zu sehr einschränken. Die oben genannten Ausführungen über Ritter, Baron, Graf habe ich versucht möglichst allgemein, jedoch der Zeit gerecht darzustellen, an die das Warcraft-Universum nunmal angelehnt ist. Und da befinden wir uns nicht in der Zeit der Merowinger oder im frühmittelalterlichen, europäischen "Darkage", wo viele Könige noch Reisekönige waren und feudale Strukturen dürftig vorhanden.
04.11.2018 12:36Beitrag von Niennas
Aeslynn mal als Beispiel ist da eine Ausnahme und hat es erklärt wie wo wann warum.


Danke, danke. Aber streng genommen haben wir ja auch mit Sturmwind wenig am Hut. Wie jemand schon sagte - Adel verpflichtet, und zwar gegenüber dem eigenen König / Königreich.

04.11.2018 12:39Beitrag von Ícewind
Ein funktionierendes Konzept braucht ebenso funktionierende und wichtige Mitglieder, wie ein Baron zufriedene Trabanten und Untertanen braucht.


Ich kann gar nicht genug betonen, wie wichtig das ist. Du brauchst für ein laufendes Adelskonzept Mitglieder, die bereit sind wichtige Rollen am Hofstaat zu bekleiden, und die auch abseits ihrer Rolle bereit sind, zum Konzept beizusteuern. Und überhaupt den Aufwand, den man in das Konzept legen muss - Hintergründe, was gibt es in meinem Lehen / Landstrich, im Falle einer Markgrafschaft wie unserer auch: Wie ist das Militär organisiert? Tausend verschiedene Dinge, über die man sich Gedanken machen muss, und die man am besten auch niederschreibt.
Heiho zusammen :)
Wie man sieht bin ich Hordler und dazu gesagt ich habe kaum bis negative Erfahrungen zwecks Adels-RP gemacht.

Mir kamen spontan ein paar Fragen auf...
Die Vorschläge und Kommentare sind hier alle recht interressant, teils auch gut... Aber so wie ich das kenne wird eine Diskussion im Forum nicht den gewünschten Effekt haben :(

Daher: Ist es im Adels RP überhaupt möglich, dass die Leute kontrollierter die Titel nutzen? Denke nicht.
Zudem: Das, was ich beobachten durfte war eher ein gegeneinander Schaffen der Spieler auf Aldor. Serverweit. Egal wo.
Sehr bedauerlich, wie ich finde. Glaub bei der Allianz gibt es nicht mal eine Art Stammtisch? Wird vermutlich bei den ganzen Dickschädeln auch nicht funktioniert. *thinking*

Grüße
Ich würde wie manch andere hier behaupten das es jedem selbst überlassen ist wie er seinen Adeligen ausspielt. Klar gibt es fragwürdige Konzepte oder Konzepte wo man sich denkt "Wtf" really? Aber im Prinzip steht uns allen frei zu Verfügung als was wir im RP auftauchen. Ob man dann bespielt wird oder nicht, ist die andere Frage. Meine persönliche Meinung ist eben, das jeder für sich selbst entscheiden sollte welche Rolle, wenn Adel der jenige spielen möchte. Aber finde ich es persönlich, da möchte ich auch keinem ans Bein pinkeln etwas krass wenn jemand einen Herzog oder höheres als Fürst / Fürstin ausspielt. Ich möchte damit auch keinen persönlich angreifen aber es gibt Dinge die lassen das ganze halt einfach ich finde das richtige Wort gerade nicht, darum nutze ich "OP" wirken. Mir ist einfach auch oft augefallen sollte es ein Konflikt RP geben das gerne Leute sich dann einen höheren Rang erstellen um dem niederen Adel ans Bein zu pinkeln oder versuchen über die Person zu bestimmen.. Ich weiß nicht ob das manche hier auch so sehen.

Noch zu dem Punkt das Adelige mit hohem Rang nicht selbst nach Leuten suchen oder gar selbst einkaufen oder andere Dinge tun....
Es kommt immer auf den Hintergrund der adligen Person an und nicht jeder ist eben so von der Persönlichkeit das er sich von vorn bis hinten bedienen lässt. Manche Dinge müssen eben aufgebaut werden. Klar kann man NPCs bespielen wenn es nicht anders geht oder einem die Leute fehlen aber trotzdem gibt es auch Leute die gerne einen Spieler dafür hätte um darum selbst gerne tätig werden und die Augen offen halten. Finde ich auch persönlich viel spanndender als jedesmal schlicht den NPC zu emoten. Aber jedem das seine! Ich fühle mich eben angesprochen, da mein Char gerne durch die Stadt läuft und gerne mal "dem Volk" hilft und sich um das Wohlbefinden der Leute sorgt.

Aber wünsche euch auf jeden Fall noch einen schönen Sonntag!
04.11.2018 13:14Beitrag von Dunkelklang
Heiho zusammen :)
Wie man sieht bin ich Hordler und dazu gesagt ich habe kaum bis negative Erfahrungen zwecks Adels-RP gemacht.

Mir kamen spontan ein paar Fragen auf...
Die Vorschläge und Kommentare sind hier alle recht interressant, teils auch gut... Aber so wie ich das kenne wird eine Diskussion im Forum nicht den gewünschten Effekt haben :(

Daher: Ist es im Adels RP überhaupt möglich, dass die Leute kontrollierter die Titel nutzen? Denke nicht.
Zudem: Das, was ich beobachten durfte war eher ein gegeneinander Schaffen der Spieler auf Aldor. Serverweit. Egal wo.
Sehr bedauerlich, wie ich finde. Glaub bei der Allianz gibt es nicht mal eine Art Stammtisch? Wird vermutlich bei den ganzen Dickschädeln auch nicht funktioniert. *thinking*

Grüße


Es ist leider wirklich schade das die Adeligen untereinander sich nicht wirklich regelmässig zusammen setzen in einem Rat wie es eigentlich wirklich sein sollte. Man könnte wirklich darüber nachdenken das zu tun. Ich kann mir dazu ja was einfallen lassen und das vielleicht mit dem ein oder anderen beginnen auszuarbeiten. Danke jedenfalls für den kleinen Kick der Motivation! :)
Ich denke das Wort das du suchst, oder das zumindest meiner Meinung besser dazu passt ist "leer". Natürlich kann ich mir einen alten Fürsten erstellen um ein vermeintlich hohes Ansehen zu erwirken. Das macht denjenigen aber weder besser, noch wirkt es authentisch. Vor allem, weil Rollenspieler die das aufgrund deiner geschilderten Intention tun ohnehin nicht verstanden haben, dass Adelstitel eben keiner Hierachie unterliegen.

Ein gut ausgespielter Ritter mit 3 Freisassen neben sich macht da für mich schon deutlich mehr her, als ein dem Erdboden entsprungener Fürst, der mit nichts als seinem Titel im Flagg auf dem Kathedralenplatz herumsteht, oder als besonders überspitztes Beispiel eine Fürstin, die mit einem süffisanten Grinsen einen Grafen in Empfang nimmt und ihm schon die Hand zum Handkuss hinhält.

Wichtig ist eben, dass es auch Rollen hinter meiner Rolle gibt. Und dass ich weiß, was ich da überhaupt spiele. Erst dann wirke ich authentisch und wenn ich das geschafft habe, dann kommt Einfluss in Form von Rollenspiel mit anderen Rollenspielern, denen meine Rolle gefällt, von ganz alleine.
04.11.2018 13:54Beitrag von Nîghtmarê
Aber jedem das seine! Ich fühle mich eben angesprochen, da mein Char gerne durch die Stadt läuft und gerne mal "dem Volk" hilft und sich um das Wohlbefinden der Leute sorgt.


So lang du dich dann auch noch wohlfühlst wenn die anderen Adeligen darüber die Nase rümpfen und ihre Abneigung auch deutlich machen?

Nimm an der Unterhaltung teil!

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