[A-RP] Gerüchte in Sturmwind

Die Aldor
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Der namenlose Fischer blickt kurz über seine Schulter.
„Hey. Kennste den da?“
Colton Schmidt blickt sich um.
„Den Glatzkopf?“
„Ja.“
„Was ist mit dem?“
„Den sah ich kürzlich mit so hohen Tieren in der Burg verschwinden.“
„Und?“
„Was macht so einer, der in diesen Kreisen verkehrt, hier bei den Kanälen, wo es dreckig ist und nach Fisch stinkt?“
Colton Schmidt zuckt mit den Schultern.
„Wer weiß das schon…?“
Der Fischer blickt den Glatzkopf kurz hinterher, der sich mit so nem Schlägertyp gerade in ner dunklen Ecke traf.
´Was die wohl zu besprechen hatten? Besser man harkt da nicht nach. Ist besser fürs eigene Leib und Leben. Und diesen blonden Schlägertypen sah man auch zuvor noch nicht in der Stadt.´

"Ich sachet Dir, das nimmt noch'n schlimmes Ende." Düster sah der Mann in den trüben Inhalt seines Bierhumpens, als würde er die Zukunft daraus lesen wie aus einem Kaffeesatz. Seinen Suffbruder schien das eher zu amüsieren, fing der doch schlicht an zu lachen. "Has'e selbst schuld. Dass'e nich vom Storch komm'n, solltes'e langsam wissn. Wenn'e Dich beeilst, schaffs'e das Dutzend, bevor'e Gossvater wirs'."

Der Andere liess seinen Kopf auf den Tresen fallen. Dumpf traf die Stirn das Holz, bevor er murmelte "Kanns'e nich mal Dein dummes Maul halt'n..."
Der Eine kicherte betrunken vor sich hin. "Stell Dir ma' vor, 's wird noch'n Mädel. Has'e bald'n ganzen Hühnerstall voll. Wenn die ma' alle heiraten, wat gibse denen als Aussteuer mit? 'n paar Körner?"
Prustend lachte er bei seinen eigenen Worten los und verteilte eine stattliche Menge Spucke-Sprühnebel um sein leeres Glas herum.
Der arme Tropf ließ den Spott mit knirschenden Backenzähnen über sich ergehen und antwortete mit Grabesstimme "'s Dach is' kaputt. Die Schafe ha'm allesamt Fäule an'ne Klauen und wegen dies'm Sauhund Johan hat's Heu Schimmel. Bevor's erste Balg heiratet, lieg ich mit'm verdammt'n Herzkasper unter'er Erde." Er hob den Kopf wieder hoch und wischte sich mit beiden Handflächen über die geröteten Augen, die im Anschluss müde vor sich herblinzelten. Tiefe Sorgesfalten hatten sich in sein gegerbtes Gesicht gegraben, als er den Humpen leerte.

Sein Freund bekam wohl doch einen Anflug von Mitleid, als er ihm einen Rempler verpasste. "Mach Dir ma nich zuviele Sorg'n. Es is doch immer jut gegang'n, aye? Un' wenn alle Stricke reiss'n, leihs'e Dir einfach'n paar Kröt'n."
Die Worte ernteten ein Kopfschütteln. "Wer soll'n mir noch was leih'n. Der Bank gehört mein Hof eh schon zur Hälfte. 's verschissene Froilein hat beim letzen Ma schon gesacht, wir bekomm'n nix mehr."
Nachdenklich wog sein Thekenkumpel das Haupt. "Angeblich gib's da so'n Kerl. Der gibt einem wat, wenn die Bank'n Hahn schon lange zujedreht hat. Frach'se den ma." Der andere rümpfte die Nase. "Was'n für'n Kerl?"

Ein knappes Schulterzucken begleitete die Antwort. "Weiß nich'. Aber Carl sacht,'s hat was mit'm Barbier zu tun." Er schenkte seinen Freund einen spöttelnden Seitenblick. "Is' doch praktisch, kanns'e Dich gleich kahl schern lass'n. Dann fressen Dir Deine Weiber auch nich mehr die Haare vom Kopp."
Der Vater von bald elf Töchtern nuschelte matt: "Ich hab doch gesacht, Du soll's 's Maul halt'n.."

Nur einer von den beiden Trunkenbolden fing lauthals an zu lachen. Der andere liess die Stirn zurück auf den Tresen fallen..
"Jetzt pass ma' auf, was ich letztens gesehen hab'! Glaubst' mir _nie_", beginnt der alte Trunkenbold zu seinem jüngeren Kollegen. Beide lehnen sie mehr schlecht als recht auf der abgekratzten, versifften Theke des Schweins in der Altstadt. Um andere Gäste scheint der alte Kerl sich keine Gedanken zu machen, so poltert seine Stimme durch die hölzerne Inneneinrichtung, lässt die arme Schankmaid nicht zu selten gar zusammenzucken.

"'s kann ich dir jez' noch net sagen, ob ich's dir glaube, aber ja... Fang ma' an, hälts' ja sonst eh nicht die Fressleiste...", brummelt der Angesprochene vor sich hin. Es war ja auch ein langer Arbeitstag und seine Knochen schrien förmlich danach, endlich in ihr Bett zu sinken und sich soweit zu erholen, dass man am nächsten Tag zumindest aus den Federn kam.

"Also!", beginnt der Alte sogleich, völlig unbeeindruckt von der schlechten Laune des anderen Mannes. Die Linke fuchtelt wild in der Luft herum, als er seine Erzählungen scheinbar bildlich untermalen will, beinahe völlig fassungslos wirkt er gar.
"Bin ich letztens so beim Stall hinten vorbei, eh. Und weißt'e, was ich da seh'?! So'n Alter kommt dorthin und bekommt von den Weibern einfach so ein riesiges, schwarzes Pferd. Ohne Dreck! Und pass auf. Kommt noch besser. Der Kerl sieht aus, als wär'a kurz vorm Friedhof, mit Gehstock und scheinbar'n kaputten Bein, und der schnappt sich einfach das Pferd und haut mit dem ab. Was will'n der mit dem? Der kann ja nich' mal selbst geh'n un' dann will'a reiten auch noch?"

"Vielleicht holt'as ja für seine Frau, weil'as selbst nimmer kann, was weiß ich, he? Aber was redes' du überhaupt, du bist ja selbst schon kurz vorm Grab. Da schau!" Und der rechte Zeigefinger des Jüngeren deutet hinab zum schmutzverkrusteten Stiefel des älteren Säufers. "Hast sogar noch'n Dreck vom Grube schaufeln an'n Füßen!"

"Geh, trink dein Bier aus und halt'n Schlapfen. Bin ja noch net fertig. Ich bin dann nämlich zu einer von den Weibern beim Stall hin und hab' die gefragt, ob'se weiß, wieso der Alte's Pferd braucht. Und weißte, was se sagt?! Mit den Schultern hat's gezuckt, als wär's nix. Und dann sagt'se mir: Du, der will wohin reiten. Vor ein paar Tagen hat der uns das gebracht und für einige Nächte bezahlt... Kommt wieder, hat er gemeint." Klatschend treffen die Handflächen des Erzählers zusammen und nicht nur sein betrunkener Freund an seiner Seite, sondern auch die Schankdame schrecken für einen Herzschlag zusammen.
"Ich sag's dir, der kommt net wieder. Der fällt vom Pferd und kann nimmer aufstehen."

Kopfschüttelnd wendet sich der jüngere Mann um, nachdem er das Bier ausgetrunken und den leeren Krug auf dem Tresen abgestellt hatte. So macht er sich dann daran, den Weg nach Hause und schlussendlich in sein Bett anzutreten während der Alte wohl noch weiter trinkt und weiteren Gästen fassungslos seine Geschichte auf die Augen drückt.
An der Hafenpromenade steht auf der Rabattenumrandung nahe des Abstiegs zum Hafen hinunter eine verwaiste, gut verkorkte Flasche, die kaum angerührt worden zu sein scheint. Entweder war sie ohnehin schlecht abgefüllt oder der Besitzer hat nicht mehr als drei Schlucke daraus genommen.

Der Kenner wird am Etikett sehen, dass es sich dabei um einen nicht unbedingt hochwertigen, aber doch annehmbaren Sturmwinder Whisky handelt.

Jemand mag gesehen haben, dass ein schlecht gelaunter, nobel gekleideter Kerl mit roter Mähne dort gesessen hat. Ob das seine Flasche war? Er ist wohl teureres Gesöff gewohnt? Vielleicht hat ihn der Geschmack des Fusels so verärgert. Oder hatte er vor sich damit zu betrinken und hat es sich dann anders überlegt?

Einer Schnaps-Nase, der die Flasche in die Hände fallen könnte mögen die Fragen nach dem Woher und Weshalb wohl völlig egal sein.
Zum Wohl!
"Ey!", dröhnte die scharrende Stimme eines Bettlers zu seinem Saufkumpanen. "Hast'e die Schmierereien da schon geseh'n?" Nach gestellter Frage ertränkte er seine faulige Mundhöhle mit brennendem Schnaps.
"Sicher hab' ich datt! Wie könnt ich nich', eh? Die janze scheeß Stadt is voll davon!", erwiderte besagter Saufkumpan' und entriss seinem Freund die Fuselflasche aus den dreckigen Händen.
"Moira. Hast'e 'ne Ahnung was datt zu bedeuten hat?" Da man nun keine Flasche mehr in den Händen hatte, stellte der eine Bettler wieder eine Frage.
"Ney', keene Ahnung. Is' bestimmt 'n Name von irgendner Schnalle die irgendn armer Wicht in sein Bettch'n krieg'n will."
Daraufhin lachte der Andere und so unterhielten sich die beiden Trunkenen noch ein paar unbedeutende Sätze darüber, ehe es zum nächsten Thema überging.


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Spätestens als die ersten Sonnenstrahlen sich über das triste Grau der Sturmwinder Mauern gelegt hatten war es in aller Munde. Waschweiber tuschelten aufgeregt, Bettler lachten und schwatzten darüber, selbst der ein oder andere von besserer Gesellschaft ließ sich zu ein paar Worten hinter vorgehaltener Hand hinreißen.
Die Stadt hatte einen neuen Schmierfinken.
Über Nacht geschah es und gesehen hatte es Niemand. Oder doch? Das liegt wohl an jedem selbst herauszufinden.
Kein Durchgang wurde verschont, kaum einer Wand wurde Gnade erteilt. In Großbuchstaben zieht sich bunte Farbe über die grauen Steine hinweg. Blau, Rot, Grün, Gelb, Rosa – Doch ganz gleich welcher Farbton es ist, sie zeigen alle das gleiche Wort: ''M O I R A"

MOIRA, MOIRA, MOIRA, MOIRA, MOIRA!

Die Stadt munkelte schon zum Mittag über die Bedeutung dieses Wortes. Ein Anagramm? Ein Name? Eine Abkürzung? Niemand sollte es so recht wissen, doch genau so bunt wie die Farben waren auch die Gerüchte die sich die kreativen Köpfe Sturmwinds erdachten. Am lautesten wurde das Stimmengewirr, als die ersten damit anfingen die Dunkeleisenkönigin zu verdächtigen. Nun, nicht sie direkt – Doch vielleicht ihre Anhänger. Was sollte das werden – Ein Sturz des Sturmwinder Königreichs? Man wollte es eigentlich nicht hoffen.

Lediglich der Kathedralenplatz schien hauptsächlich von der Farbe verschont worden zu sein. Nur bei den Übergangen zum Viertel wurde etwas Farbe aufgetragen und am Waisenhaus. Ein einzelner Schriftzug an der Kathedralenrückwand.

Wenn man etwas genauer drüber nachdenkt, dann sind es nicht nur die hellen Farben oder die Masse an Schriftzügen die sie auffällig machen, sondern auch dass sie alle so positioniert wurden dass sie irgendwie irgendwann gesehen werden müssen.

Die Farbe lässt sich mühselig abwaschen. Eine Aufgabe die man wohl ungezogenen Schülern oder ungeliebten Bediensteten erteilt. Der Regen und die allgemeine Witterung wird diese Schmiereien wohl irgendwann wieder weg gespült haben... Hoffentlich.

( OOC: Für "genauere" Informationen - http://eu.battle.net/wow/de/forum/topic/14381030415 )
In den frühen Morgenstunden des zweiten Tags der neuen Woche wurde eine junge Frau aus Sturmwind unvermittelt mit dem Tod eines jungen Mannes konfrontiert. Julia Gallina, Besitzerin der gleichnamigen Weinkellerei an den Kanälen zwischen Handels- und Magierviertel wurde, als sie wie jeden Morgen ihren Laden auf schloss, von einem schrecklichen Anblick erschüttert. Sie musste den in den Kanälen schwimmende Körper eines jungen Mannes erblicken, der sich in den Wasserpflanzen nahe der Außenmauer der Stadt verfangen hatte.

Sofort wurde die Stadtwache informiert und Priester der Kirche gerufen. Leider kam für den jungen Mann, der inzwischen als Markus Weinstein, Botenläufer des königlichen Kurierdienstes Sturmwind identifiziert werden konnte, jede Hilfe zu spät. Nach Angaben der Priester trieb der junge Mann wohl schon einige Stunden im Wasser der Kanäle und ist wohl irgendwann in der Nacht verschieden. Als Todesursache wurde von der Stadtwache "Ertrinken" angegeben.

Bereits am gestrigen Morgen wurde schon eine Wasserleiche nah der Altstadt aus den Kanälen gezogen. wie sich die Stadtbevölkerung erinnern mag. In Anbetracht der sich häufenden Vorfälle werden nun Überlegungen angestellt einen Zaun oder eine Mauer um die Kanäle zu errichten um in Zukunft solche tragischen "Unfälle" zu vermeiden, so ein Sprecher der Stadtwache. Ob ein Bezug zwischen dem Ertrunkenen vom gestrigen Morgen und dem Tod des jungen Beamten hergestellt werden kann ist fraglich.

Die Stadtwache ermittelt weiter und hat inzwischen eine Belohnung von 10 Silber für jeden Hinweis ausgesetzt, der zur Aufklärung der Umstände des Dahinscheidens des jungen Sturmwinder Beamten beitragen kann.
H: "Eh, haste das mitbekommen mit dem einen Kerl da? Is einfach zun Wachen gelatscht und hat sich festnehmen lassen!"
S: "Wie jetz? Wieson das?"
H: "Keine Ahnung, eh? Rivers hat ihn kurz im Kaffee Viereck gesehn bevorse ihn entlassen haben...weißte ja, die eine Nacht da wegen Saufen."
S: "Und? Hatter sich gewehrt oder was? Ich mein den Kerl, nich Rivers."
H: "Ne, wohl überhaupt nich. Hat sich seelenruhig abführen und einknasten lassen. Sogar gelächelt hatter, sachte Rivers."
S: "Komischer Kerl...wer geht denn freiwillich ins Verlies, eh?"
H: "Frag mich nich....der Kahn von dem is aber auf jeden Fall noch im Hafen sacht Pounder. Wenn auch bereit zum Auslaufen."
S: "Hm...seltsam."
Mit der auslaufenden Flut verläßt ein Schiff den Hafen und setzt Südkurs.
Vorn am Bug steht ein Mann mit rotem Hemd und Augenklappe, die Arme vor der bandagierten Brust verschränkt wirkt er sehr zufrieden.
Ein Nachtangler machte in der Nacht vom 13.05. auf den 14.05. am Teich hinter dem Zwergenviertel, einigen als "Olivias Teich" bekannt, eine grausige Entdeckung:

Im Wasser wurde die Leiche eines Mannes um die 30 Jahre gefunden. Er war ungefähr 190 Zentimeter groß und etwa 120 Kilogramm schwer und trug eine Glatze. Gekleidet war er beim Fund noch in eine fleckige Leinenhose, der Oberkörper und die Füße waren entblößt.
Aus dem Rücken wurde ein etwa 50 Zentimeter x 30 Zentimeter Stück Haut herausgeschnitten. Von der entfernten Hautfläche fehlte jede Spur.

Augenzeugen berichten, dass umgehend die Wachen gerufen wurden, die ihrerseits festgestellt haben wollen, dass die Leiche noch nicht lange tot gewesen sein kann. Außerdem wurde in einem Gebüsch nahe des angrenzenden Bauernhofs ein nach Met und Rum stinkendes Hemd gefunden, das von der Größe der Leiche zugeordnet werden könnte. Auf der Halbinsel nördlich des Teiches konnten Blutspuren sichergestellt werden.

Angeblich soll die Wache Hilfe erbitten.
Die Stadt lag bereits lange im Dunkeln, wurde nur von den beiden Sicheln der Monde, den Sternen und ab und an einer einsamen Laterne beschienen. War es schon am Tage nicht unbedingt warm, so wurde es in der Nacht dann doch noch kälter und all die Obdachlosen und Säufer, die in dieser Nacht keine Zuflucht gefunden hatten, rollten sich zusammen und verkrochen sich in windstilleren Ecken und Gossen.

Auch in der Altstadt gab es zwei Gestalten, die sich – Rücken an Rücken – in eine Häusernische gedrängt hatten um die Nacht zu verschlafen. Einer von den beiden wachte allerdings immer auf, sobald nur eine Ratte an seinem Stiefel zu nagen begann und so fand er nie richtig erholsamen Schlaf. Sein Nachbar hatte da weniger Probleme, ins Land der Träume zu sinken, denn der schnarchte sogar manchmal leise vor sich her.

Auch, als das Geklapper von Hufen sich durch die Straßen näherte und von den steinernen Wänden widerhallte, sodass es in der Stille unnatürlich laut erklang.


Die Männer schliefen Rücken an Rücken, durch die kühle Nacht dazu gezwungen, die Wärme des Anderen zu suchen. Würden sie sich anders hinlegen, so würden sie noch mehr davon spüren… doch vermag man sich nicht mal auszumalen, was ein Passant bei diesem Bilde denke würde.
Einer der beiden, derjenige, der rechts schlief, hatte keinerlei Probleme damit, nach den paar Bier, erholsamen und tiefen Schlaf zu finden, doch sein Nachbar hatte weniger getrunken und wachte auch ohne Alkohol bereits dann auf, wenn seine Frau nicht still im Bett liegen blieb.

Dass nun auch noch Hufgeklapper sich durch die Straßen näherte, verbesserte die Sache leider nicht. Der Säufer, der auf der linken Seite lag, setzte sich nun auf und rieb sich die Augen um anschließend in die, von den Laternen beleuchteten, Straßen zu blinzeln in denen sich dieser Störenfried fortbewegte. Ein Mann, dunkel gekleidet, mit einem Hut und einem Umhang um den Schultern, saß auf dem Rücken eines stattlichen, schwarzen Pferdes. Selbst in dem spärlichen Licht war es nicht zu übersehen, dass der Sattel des Tieres keineswegs abgenutzt oder alt erschien, der Reiter jedoch umso mehr.

Der Hut des Mannes war abgegriffen und hing traurig von dessen Kopf, sein Vollbart wirkte schlecht oder gar nicht gepflegt. Und auch im Umhang erkannte man das ein oder andere Loch und der Saum war zerfleddert. Zwar konnte der Kerl, der so hinterhältig seines Schlafes beraubt wurde, nicht die rechte Seite des Duos sehen, doch war er vielleicht nicht der Einzige, der in dieser Nacht noch spät auf den Straßen wanderte. Dieser hätte dann gewiss noch die Schnallen um das rechte Bein des Mannes bemerkt. Von der Mitte der Oberschenkel an bis hinab zum Knöchel war in regelmäßigen Abständen eine lederne Schlaufe befestigt um es an seinem Platz zu halten.

Wer macht denn so spät noch einen Ritt durch die Stadt?, dachte der Mann bei sich. Doch war er auch recht erleichtert, als er sich hochhievte, um die Häuserecke spähte und die beiden Richtung Stall verschwinden sah. Jetzt kann mich das dämliche Viech wenigstens nicht mehr vom Schlafen abhalten, folgerte er in Gedanken und ließ sich wieder zurücksinken.

Es dauerte ein paar Momente, in denen der Mann erneut versuchte, in den Schlaf zu sinken, da wurde er wieder von einem leisen, regelmäßigen Klappern davon abgehalten. Er hob den Kopf an und richtete den Blick gen der Richtung des Stalls, vermutete er doch, dass der Kerl mit Hut wieder für die Störung verantwortlich war. Und tatsächlich bewegte sich eine Gestalt vom Stall weg, wieder mit Hut und Umhang… doch auch mit einem Gehstock, auf den sie sich stützte. Das rechte Bein bewegte der Mann bei seinen Schritten nicht mit, es schien, als wäre es gelähmt.

Verwirrter konnte der vom Schlaf Beraubte gar nicht mehr sein, als das Hütchen nun auch noch genau die andere Richtung einschlug, von der es gekommen war.

Ob das Schwein noch geöffnet hat?, fuhr es dem Mann durch den Kopf, war es doch genau der Weg, den er zuvor mit seinem Freund gekommen war und der geradewegs zu der Taverne führte. Er war sich sicher, dass er dort morgen von seiner seltsamen Entdeckung berichten würde.
Vom Hafen dringen lautes Gelächter und die Stimmen von allerlei verschiedenen Wesen durch die Nacht. Der Markt war in vollem Gange. Auch andernorts in Sturmwind brach das Nachtleben über die Stadt herein. Die Sonne war bereits untergegangen, doch all die Säufer und Feiernden waren gerade erst erwacht. Niemand scherte sich um die kleine, dürre Gestalt, die weiter oben am Hafen ziellos umherwanderte. Manch ein Passant könnte sie mit sich selbst sprechen gehört haben, doch schreckten die Verbände um ihr Gesicht einen Jeden ab, der den Versuch unternahm, sich ihr zu nähern.

Am Ende interessierte sich auch niemand für sie als sie einsam am Abgrund stand. Vor ihr ging es viele Meter weit hinab. Einzelne Hafenarbeiter wuselten noch umher und natürlich die Gäste des Hafenmarkts. Doch stand die kleine Gestalt irgendwann nicht mehr dort und man sah sie auch nicht mehr weggehen.

Später könnte man vielleicht nur noch eine Wache richtung des Kathedralenplatzes flitzen gesehen haben, Arme und Oberschenkel mit roter Farbe – oder Blut – verschmiert. Man hatte sie wieder gefunden, doch leider erinnerte sie da mehr an eine aufgeplatzte Wassermelone. Ob sie selbst gesprungen war? Oder hatte sie jemand gestoßen?

Den armen Hafenarbeiter, der sie gefunden hatte, sah man die Tage darauf viel zu oft und viel zu lange im Schwein herumhängen und sich betrinken.
Zwei !@#$%^ sitzten am abend in einem Gasthaus und wärmen sich in der Hoffnung der Schankwirt bemerkt, wobei sie sich unterhalten.

Der lumpige eddy: "Du sag mal Fred hast mitbekommen das heute nahe des Ärztehauses auf die Blonde Soldatin da nieder geschossen wurde? Du weist schon welche ich meine die die was dich letzt von der Bank an der Kathedrale vertrieben hat wo da gepennt hast!"
Fred hebt ne braue und furcht kurz die Stirn: "Du meist die Wohlbert. Ne habe nich mitbekommen. Erzähl was ist passiert"
Ein Mann leder gekleidet wende sich zu den beiden und gesellt sich dazu: "Schankwirt zwei tee mit rum für die beiden hier!" *Spricht er laut ehe er düster die stumm senkt: * " das will ich auch hören"
Der lumpige eddy schluckt hörbar ehe er zu erzählen beginnt: "die ging vom Ärztehaus so nen Kerl nach der fasselte was von ratten. Die ging um die ecke und er kamm aus ner vertiefung schoss ihr in die Schulter und sie ging zu Boden! Dann Kamm diese Frau Glas heißt die glaube und noch so eine kenne nicht die lief zum ärztehaus aber da wahr nur ne stotternde Aushilfe und die sollte nen Hund hollen. Dachte die meinte nen tier. Aber das was dann Kamm hätte auch eins sein können. Aber ne des wahr ne Frau die hat auch nicht so komisch geradet. Habe kein Wort verstand aber das von Glas. Die fasselte was von gift und die Wohlbert röchelte nur noch als die sie zum kopfgeld aus brachten. Als ich mein die ist tot. Gesehen habe ich die seit dem nicht mehr!
Fred: " ach erzähl keine Märchen die ist wache und Soldatin so schnell sterben die nicht!"

Der man in Leder: "wen das einer von den ratten wahr würde ich nicht darauf wetten das sie noch lebt!"
Ab hier hüllen sich die drei in schweigen.
Unter dem Gesinde der Stadt munkelt man, dass in der Burg Löwenwacht wieder Licht brenne - Sogar im Herrenhaus! Ebenso habe man gesehen, dass die Regentin des Hauses fortan wieder dort hausen würde. - Was tratscht man nicht alles unter dem Hauspersonal -

Hofdame Luisa: "Gisell, hast du es auch gehört? Die Gräfin ist nach Hause zurück gekeht. Sie bat mich, einige Dinge für die Räumlichkeiten zu besorgen."

Magd Gisell: "Ja, es ist mir zu Ohren gekommen ~ Also hat sie sich erholt?" fragt sie erstaunt

Hofdame Luisa: "Wohl habe sie sich erholt, ja - Sie wirkt fröhlich und voller Energie. So hat sie sogar veranlasst, dass man die gesamten Räumlichkeiten der Burg mit weißen Rosen beschmückt - Was glaubst du, was es für eine Arbeit war, so viele Blumen aufzutreiben" spricht sie seufzend

Magd Gisell: "Es wäre wünschenswert, wenn es fortan gut läuft. Es war schließlich keine leichte Zeit, für diese arme Frau - vom Hausherren betrogen, also wirklich." spricht sie kopfschüttelnd

Hofdame Luisa: "Wäre ich sie gewesen hätte ich ihn erwürgt - Betrügen ... und das als Paladin... Sind das etwa die Tugenden?" ebenso kopfschüttelnd

Magd Gisell: "Ich denke nicht, aber was vergangen ist, soll auch in der Vergangenheit bleiben. - Sie wird mit frischem Mut voranschreiten, da bin ich mir bewusst."

Hofdame Luisa: "Du hast recht - Sie schöpft ihre Kraft wohl nun aus den Quellen des Lichts - Endlich hat sie den richtigen Weg gefunden." sie lächelt sanft

Magd Gisell: "Woher weißt du was?"

Hofdame Luisa: "Nun - Ich habe sie oft an der Kathedrale des Lichts stehen sehen, wie sie sich dort mit Klerikern unterhielt - da verweilt sie wohl den ganzen Tag ~ Aber ich muss nun weiter. Es gibt noch viel zu erledigen." sie winkt mit der linken und wendet sich auch schon zügigen Schrittes in richtung Handelsviertel

Magd Gisell: "Mach es gut!" ruft sie ihr noch hinterher
Am Abend des 24.05. wurde wieder ein grausamer Fund gemacht. Man fand einen Toten am Friedhof hinter einem Baum. Zwei Bürgerinnen wurden angeblich darauf aufmerksam, weil sie eine Blutspur bemerkten. Andere behaupten, eine von beiden hätte ihren Mann gesucht.

Leider gibt es zu dem Zustand des Toten keine stichhaltigen Gerüchte, das weiß wohl nur die Wache. Aber man sagt, es würde sich thematisch neben einen Mord einreihen, der wenige Wochen zuvor stattfand.

Wieder ist die Stadtwache auf Zeugen angewiesen, heißt es.

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Hier zum ersten Post:
http://eu.battle.net/wow/de/forum/topic/1820963174?page=17#329
Ein ganz normaler Tag in Sturmwinds Handelsviertel.

Bäckerin: Hast du schon gehört, Tilda? Die eingebildete Blonde. Du weißt schon die Frau von dem Jahnke. Die hat mir erzählt, dass am Kanal zum Magierviertel ein Nähstübchen aufgemacht hat.

Kundin: Ach wirklich? Wo soll das denn sein?

Bäckerin: Auf der anderen Kanalseite. Am Verlies (Engine Verzauberungskunstladen). Soll ein kleiner gemütlicher Laden sein.

Kundin: Na wenigstens braucht man dort kaum Angst vor Überfällen zu haben. Der Dieb, der dort einbricht muss ganz schön unterbelichtet sein.

Bäckerin: Das sag mal. Aber wenn die Jahnke da eingekauft hat, muss ich da auch mal hin. Das Kleid sah traumhaft aus und soll gar nicht so teuer gewesen sein. Aber bei der Qualität... wer es glaubt... Also ich würde so gut angezogen ja nicht einkaufen gehen, aber vielleicht kann ich dort eine neue Schürze bekommen.

< Die Kundin schmunzelt vor sich hin und bezahlt das Brot, welches schon in ihrem Einkaufskorb liegt. Gut gelaunt verlässt sie dann den Laden. Auf der Straße erblickt sie ein bekanntes Gesicht und fröhlich winkend geht sie der Frau entgegen.>

Hallo Marie. Hast du schon von dem neuen Schneiderstübchen gehört? Die Bäckerin sagte, dass die Jahnke dort ein schickes Kleid gekauft hat. Da sollten wir auch mal hin. Sonntag soll wohl der beste Tag sein oder auf Termin....

< So oder ähnlich beginnt dann wohl das gute, alte 'Stille Post' Spielchen und man könnte an dem einen oder anderen Ort davon gehört haben...oder auch nicht.>
Ein ärmlich gekleideter mann eilt schnellen Schrittes durch die Stadt. Über den Kathedralen platz zu verborgenen Baum. Darin wartet ein Herr in Schwarzer Kleidung und diese nicht vom schlechten stand. Aber nicht von Adel. Er errichtet seinen Blick auf den Armen mann und spricht mit düsterer stimme:
"was hast du heraus gefunden? Ist die Wohlbert nun wirklich tot?!"
Der Ärmlich gekleidete schnaufte tief durch ehe er zu sprechen begann:
" nein ist sie nicht. Habe sie aus dem Kopfgeld Haus kommen sehen auf Krücken. Die geht damit aber komisch so wie affen im Wald. So als könne die nicht damit laufen!"
Der Kerl in schwarz schmunzelt kurz ehe er zwei Silberlinge auf den Tisch legt, ehe er an dem Kerl vor bei geht und leise raunt: "hast du gut gemacht und meld dich wenn was neues gibt" schweigend schiebt er sich aus dem Ausgang und ging seines weges
Der Türsteher vom Roten Humpen soll Montag abend, nach Anbruch der Dämmerung, auf einer der Brücken verprügelt worden sein. Vermutlich ein abgewiesener Gast. Irgendwer will aber auch den Kurzen gesehen haben, der zum Kleinod gehört. Ob sich da was Größeres anbahnt?
*An den Schwarzen Brettern Stormwinds tauchen nach und nach saubere, seriös wirkende Zettel auf. In der oberen Ecke besitzen sie das Wappen Stormwinds. Liest man den Zettel, so liest man....*

Bürger des Reiches seiner geschätzten Majestät!

Euer König fordert Euch zu Unterstützung und Mitwirkung auf! In den vergangenen 25 Jahren wuchs und gedieh unser Sturmwind zur größten Bastion der Menschheit mit einem Rückgrat aus fruchtbaren und ertragreichen Ländereien. Doch wenngleich jede größere Bedrohung abgewandt, jeder Angriff auf das Reich zurückgeschlagen wurde, sind unsere Feinde noch immer zahlreich, die Bedrohungen für Reich und Bürger vielleicht mannigfaltiger denn je.

So höret den Ruf, der Euch zu Ruhm und Ehre und der Gewissheit verhelfen mag, dieses, unser, prosperierendes Sturmwind und sein Volk zu sichern, zu schützen und in Gerechtigkeit für folgende Generationen zu bewahren:

Die 117. Kompanie der königlichen Streitkräfte rekrutiert, um ihre Reihen neu zu füllen. Das Einsatzgebiet der mit dem ruhmreichen Beinamen "Löwensturm" versehenen Einheit erstreckt sich von der Hauptstadt selbst bis in die entlegensten Winkel des Herrschaftsbereiches seiner Majestät.
In diesem Einsatzbereich umfasst die Vielzahl der Aufgaben je nach Order sowohl den Wachdienst innerhalb Sturmwinds Mauern, die Verteidigung der Stadt gegen jedwede Art von Angriff, als auch die Sicherung des Landfriedens in direkt unter hochherrschaftlicher Kontrolle stehender Gebiete, die Verteidigung von Ortschaften und Dörfern und Sicherung der Grenzbereiche des Reiches.

Das optimale Eignungsalter für eine Rekrutierung liegt zwischen 16 und 30 Jahren. In besonderen Fällen sind Ausnahmen möglich.
Militärische Erfahrungen und Vorkenntnisse werden nicht erwartet, können jedoch Vorteile für die Aufnahme in die Reihen des Militärs mit sich bringen. Unter Erfahrungen und Vorkenntnisse fallen unter anderem die Zugehörigkeit zu einer Miliz, der Dienst innerhalb der Truppen einer der geschätzten Sturmwinder Adelsfamilien und Edelleute sowie eine nachweisliche Ausbildung an einer oder mehreren Waffenarten.

Folgt noch heute dem Ruf Eures Königs und meldet Euch bei einem Offizier der 117. Kompanie, zu finden im Dienste der Krone oder der Kaserne, oder sendet ein Schreiben mit Eurem Rekrutierungswunsch zu Händen der Kompanieführung.

König und Land zählen auf Dich und Deinen Einsatz. Ehre dem König, Sieg der Allianz!
Magerer Gauner: "Hör'ma, gestern hat mich so'n Typ angequatscht."

Stinkender Trunkenbold: "Achja? Na und?"

Magerer Gauner: "Pass auf, wollte mich für irgend'ne Sache rumkriegn. Für's Allgemeinwohl, bla bla. Kannste dir das vorstellen? MICH." *grunzt*

Stinkender Trunkenbold: *Lacht kehlig auf* "Echt jez'? Man erkennt doch vom Rotkamm aus noch bis nach Westfall was du für einer bis."

Magerer Gauner: "Ja... ja, er meinte nur dass das nichts ausmacht, jeder kommt für die Eiserne Wacht in Frage."

Stinkender Trunkenbold: "Was für'n Ding?"


Neuerdings sieht man Typen mit einem neuen Banner durch die gesamte Stadt wandern.

Ein weißer Turm auf Eisengrauem Hintergrund. Nur eines von vielen, oder doch nicht?

Hört man Gespräche zwischen den Wappenträgern und Passanten kann man Wortfetzen wie "Licht", "Nether" und "Eiserne Wacht" aufschnappen.
Mächtig Stoff zum lästern, ohja!
In der gesamten Stadt verbreitet sich langsam die Kunde von einem Fest, einem großen Fest innerhalb der sicheren Mauern des Schlosses. Aus allen Himmelsrichtungen werden Leckereien, Stoffe und edle Güter eingeschifft um das diesjährige Sonnenwendfest zu etwas besonderem zu machen. Man soll es in den oberen Schichten der Gesellschaft wohl nicht so schnell vergessen. So tuscheln die Hafenarbeiter das eine große Lieferung am Achtundzwanzigsten Tage diesen Monats ankommen soll. Unter dem Schutz der Wachen sollen diese Güter dann vom Hafen abgeholt und in einer großen Karawane durch die Stadt zum Schloss gebracht werden. Doch werden sich die armen Bürger dieser Stadt sich so etwas gefallen lassen, oder fordern sie auch ein Stück vom Kuchen?

Nimm an der Unterhaltung teil!

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