[A-Rp-Gilde] "Der Flug des Kranichs"

Die Aldor
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Der letzte Push ist ja eeeeeeeeeeeeeeewig her. Mea Culpa. Ich war einfach zu faul, endlich mal das, was ich so den ganzen Tag schreibe, auch abzutippen. Das wird noch nachgereicht, vorläufig gibt's erstmal nen ooc Push. :D
Tanz am See

Wie so oft suchte Ynari die Einsamkeit. An das Alleinsein hatte sie sich gewöhnt. Oft begrüßte sie es sogar. Die Kal’dorei war es gewohnt, dass stets Blicke auf ihre ruhten. In der Fremde waren es die Blicke der Menschen gewesen, die ihr gefolgt waren, wo immer sie hingegangen war. Sie war ein Exot gewesen, ein Kanarienvogel in einem Haufen Spatzen.

Auch in Darnassus folgten ihr die Blicke der anderen Kal’dorei. Wachsame Blicke. Misstrauische Blicke.

Ynari war es gewohnt, dass Blicke ihr folgten. Schon früh hatte sie gelernt, sorgsam zu wählen, welche Gefühle sich auf ihrem Gesicht spiegelten, welche Gefühle sie der Welt zeigte und welche Gefühle sie tief in ihrem Inneren verborgen hielt.

Von Zeit zu Zeit jedoch genoss sie es, den Blicken zu entkommen, zumindest für eine Weile. Daher führten ihre Schritte sie über die Terrasse der Krieger in Richtung Torhaus. Den Schildwachen nickte sie im Vorübergehen respektvoll zu. Im Gürtel ihres Gewandes steckten zwei Fächer. Als sie das Torhaus passiert hatte, beschleunigten sich ihre Schritte ein wenig. Bald hatte sie ihr Ziel erreicht: ein kleiner See, durch Bäume und Gebüsch halb vor den Blicken verborgen.

Ynari hielt inne. Sie nahm sich einen Augenblick Zeit und ließ den Blick über den See schweifen. Das Wasser glitzerte im Sonnenlicht. Mit einem leisen Seufzen öffnete sie wieder ihre silbernen Augen, ohne bemerkt zu haben, dass sie diese kurz geschlossen hatte. Mit langsamen Schritten ging sie zu jener Stelle, an welcher sie so oft geübt hatte. Heute beschloss sie, zu ihrer eigenen Erbauung, den Tanz des Winters zu tanzen. Imrayon war nicht hier um ein Instrument zu spielen, also würde sie sich die Musik einfach vorstellen müssen.

Die Kal’dorei atmete tief durch.

Ein einzelner klagender Ton erklang. Ynaris Körper wurde steif, das Gesicht ausdruckslos. Langsam ließ sie ihren linken Fuß nach vorn gleiten. Dann verharrte sie wieder still. Ein weiterer klagender Ton erklang. Ynari ließ den rechten Fuß nach vorn gleiten. Ihre Mimik war scheinbar entspannt, brachte Ruhe zum Ausdruck. Vor ihrem inneren Auge beschwor die Kal’dorei ein Bild : Laub, das zu Boden gefallen war, Bäume, deren nackte Zweige sich in einen eisengrauen Himmel streckten. Es wurde kälter. Reif bildete sich auf den Ästen und auf dem Gras. Bis auf den heulenden Wind war es still.

Ynari wurde kalt.

Noch ein klagender Ton erklang. Die Kal’dorei ging abermals einen Schritt vor. Sie WAR der Winter, einsam, ungeliebt, kalt, das Ende aller Dinge. Ein Gefühl stieg in ihre auf, eine Mischung aus Trotz und Trauer. Wenn man sie fürchtete, dann sollten die kleinen Lebewesen einen Grund haben, sie zu fürchten!

Langsam hob sie einen Arm und deutete auf eine Pflanze. Ihr Blick wurde durchdringend, bedrohlich. Noch ein Schritt.

Plötzlich warf Ynari den Kopf in den Nacken und die Arme hoch. Wie von Sinnen wirbelte sie herum, drehte sich mit rudernden Armen schnell um die eigene Achse, taumelte, fing sich wieder. Sie wurde zum Sturm, die Pflanze zum Wald. Der Sturm jaulte, pfiff und tobte. Er wütete durch den Wald, bog Bäume, brach Äste, donnerte gegen den Boden. Er näherte sich einer Siedlung der kleinen Lebewesen. Klein wie Ameisen, rannten sie in ihre Häuser, flohen vor dem grimmigem Winter, sperrten ihn aus.

Ynari wirbelte weiter. Die Musik wurde lauter, schwoll zu einem Tosen an, fast unerträglich, fast schmerzhaft. Sie wurde zum Heulen des Sturms.

Und plötzlich…
…war Ynari nicht mehr nur der Sturm allein. Sie war ein Wanderer, ebenso einsam und allein, wie der Winter. Er ging eine Straße entlang, kämpfte sich müde Schritt um Schritt vorwärts, den Mantel fest um seinen Körper geschlungen. Das Gasthaus, den warmen, sicheren Platz, hatte er noch nicht erreicht und er spürte bereits den Sturm in seinem Nacken. Verzweiflung umklammerte sein Herz, denn er fürchtete sich.

Für den Sturm war der Wanderer nicht mehr als eine Ameise. Er tobte über diesen hinweg, ohne Gnade, ohne Reue. Ynari wirbelte und drehte sich. Sie musste sich konzentrieren um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Die Musik wurde noch lauter, heulte, war hektisch und schnell, ließ ihr Herz rasen….
….und endete abrupt.

Ynari hielt in der Bewegung inne. Der Sturm war vorbei. Der Winter sah sich um. Er wanderte ruhelos umher, streifte durch Wälder, Täler.

Ynari schritt einen Kreis ab, drehte sich um die eigene Achse, langsam diesmal. Die Musik wurde ruhig, leise. Der Winter fühlte das Ende seiner Zeit nahen. Die Tage wurden wärmer und heller. Langsam, widerwillig, aber sich der Unausweichlichkeit seiner Niederlage bewusst, zog er sich zurück in die Berge um dort zu warten.

Die Kal’dorei zog sich ein paar Schritte zurück. Noch einmal ließ sie ihren starren Blick über den See gleiten, dann nahm sie eine entspannte Körperhaltung an und entspannte gleichermaßen ihre Mimik.

Die Übung war beendet.
Nachts am Strand.
Halt suchen
zwischen den Sternen


(irdisch von Gesine Becker)

Nach Ausflügen in weitentfernte Galaxien und andere Fantasyreiche bin ich wieder zurück. Die Gemeinschaft auf Die Aldor ist eben doch einzigartig und unerreicht. ;)

Für Anfragen an mich oder die Gilde mir einfach eine ingame Nachricht schicken, da ich viel auf meinen anderen Charakteren bin. Oder einfach in Kranichflugchannel nach mir fragen.
Dann mal willkommen zurück. :) Und liebe Grüße an Angrom, wenn er bei euch noch herumgeistert.
Der Zwerg dankt für die freundlichen Grüße. ;)
Aus aktuellen Anlaß ein freundlicher Stups für die Gilde.

Am Sonntag dem 27.4. gibt es einen Plotabend für unser Rp-Projekt im Teufelswald.

http://eu.battle.net/wow/de/forum/topic/9751085977#8
In Anbetracht des aktuelllaufenden Teufelswaldplots noch eine Werbung für die stilvollste Gilde auf den Server. :)
Obwohl wir ingame natürlich sehr bescheiden sind, sei uns das Eigenlob gestattet.
Ein kleiner Push für uns! Wir sind wieder da, in kleiner, aber feiner Anzahl. Unser Konzept steht immer noch so, wie es hier dargestellt wurde. Wer sich für eine Mitgliedschaft interessiert, der kann gerne jeden von uns ansprechen, wenn wir on sind.
Teldrassil stand in Flammen. Keiner hatte es kommen sehen.

Teaghen hatte seit Tagen so ein Gefühl gehabt. Sein Instinkt sagte ihm, dass es zu ruhig war. Spannung lag in der Luft. Das hatte er schon einmal erlebt, damals, in Gilneas. Er hatte unruhig geschlafen, seine Kinder in der Nähe behalten. Er sorgte sich um seine Frau. Die Erntehexe war im Teufelswald und half Imrayon bei seiner Mission. Er hatte gehört, dass die Horde das Eschental angegriffen hatte. Mal wieder. Einige der Truppen waren abgezogen worden. Hier in Darnassus waren keine Soldaten nötig. Sie waren hier sicher. Oder?

Er nahm gerade Felle von den Trockenrahmen, als der erste Einschlag zu hören war. Teaghen hielt inne. Ein zweites Donnern war zu hören, wie das Donnern eines Gewitters. Nur bebte bei einem Gewitter nicht der Boden. Besorgt ließ er die Felle Felle sein und suchte eine Schildwache. Die Kaldorei, die er auf den Straßen sah, wirkten beunruhigt. Sie tuschelten nervös untereinander. Eine der wenigen Schildwachen trat auf eine Gruppe zu. Teaghen lief sofort hin. Er hörte nicht, was die Kaldorei fragten, sah nur den besorgten Gesichtsausdruck der Schildwache.
Dann hörte er diesen einen Satz, den er die letzten Tage gefürchtet hatte:
„Der Baum wird angegriffen.“
Sein Herz setzte einen Schlag aus.
Panik brach unter den Kaldorei aus.

Sie war von Argus zurückgekehrt, müde des Krieges, müde der Kämpfe. Seit der Öffnung des Portals und Draenor war Shaniale von einem Kampf in den nächsten gestolpert. Draenor war aufwühlend gewesen. Es zu sehen, bevor es durch Felmagie zerborsten war, hatte ihr Herz mit Trauer und Wehmut gefüllt. Sie hatte dafür gekämpft, dass diesem Draenor nicht das Gleiche widerfuhr. Sie hatte für die Freiheit der Draenei gekämpft, gegen die Eiserne Horde. Wehmut war Entschlossenheit gewichen.
Dann war sie dem Feind auf die Zerschmetterten Inseln und schlussendlich nach Argus gefolgt, gemeinsam mit anderen Abenteurern. Die Draenei war fest entschlossen, diesmal den Kampf zum Feind zu tragen.
Die junge Verteidigerin fühlte sich wie Butter, zu dünn auf zu viel Brot verstrichen. Sie brauchte eine Atempause. Ihre Wunden waren verheilt und sie freute sich auf Tage der Muse und des guten Essens. Shaniale freute sich auf Gespräche und Gelächter mit Freunden, auf Ruhe, Meditation und Gebet. Hier in Darnassus wollte sie all das finden.
Dann hörte sie das Donnern und spürte das Beben. Unruhe brach auf den Straßen aus, sie hörte verhaltene Schreie. Die Draenei zögerte nicht und begann, rasch ihre Rüstung anzulegen. Mit ihrem Hammer in der Hand trat sie auf die Straße.
Die ersten Häuser hatten Feuer gefangen. Shaniale konnte Schreie aus den Häusern hören. Sie zögerte nicht einen Moment. Die Draenei rannte in voller Rüstung zu den Häusern. Sie wollte einer Schildwache zubrüllen, eine Eimerkette zu bilden, doch die Schildwache versuchte bereits, eine solche zu organisieren.
Shaniale lief zu einem der brennenden Häuser. Die Fassade brannte. Sie hörte panische Schreie aus diesem. Shaniale lief in das Haus hinein. Rauch stach ihr in die Augen. Hitze schlug ihr entgegen. Sie verlor kurz die Orientierung, dann hört sie Husten und Rufen. Sie orientierte sich und eilte in die obere Etage des Hauses. Dort fand sie zwei Kaldorei. Sie waren verängstigt.
„Folgt mir nach drraußen!“, rief sie.
Ynari hatte gezeichnet, als der Beschuss begann. Sie griff nach ihrer Tasche, verstaute ruhig ihre Notizbücher und ging nach draußen. Brände waren ausgebrochen. Feuer und Rauch tobte durch die Straßen. Sie spürte Angst in sich aufsteigen, kämpfte diese jedoch sofort herunter. Sie hatte jetzt keine Zeit für Angst.
Die Kaldorei hätte sich in Sicherheit teleportieren können. Doch weitere Kraniche waren in der Stadt. Wehrlose waren in Gefahr. So oft war sie von ihrem eigenen Volk wegen dem Nutzen arkaner Magie angefeindet worden. Jetzt würde sie diese Magie nutzen um so viele wie möglich zu retten.
Sie sah sich um. Der Hauseingang eines nahen Gasthauses brannte. Durch die Flammen hindurch konnte Ynari Kaldorei sehen. Sie lief schnellen Schrittes zu dem Gasthaus. Ihre Hände formten die Gesten, ihre Finger zeichneten Runen in die Luft, ohne dass Ynari darüber nachdenken musste. Die Bewegungen waren ihr in Fleisch und Blut übergegangen. Kälte breitete sich innerhalb weniger Herzschläge kegelförmig von ihren Händen aus, löschte das Feuer.
Sie wandte sich zu den Kaldorei – eine Frau mit Kind.
„Folgt mir zum Tempel.“, sprach Ynari ruhig, darauf bedacht, keine Gefühle preiszugeben. Die Kaldorei nahm ihr Kind bei der Hand, bedankte sich hastig bei Ynari und folgte ihr. Ynari sah in den Augen der Kaldorei, dass der Dank aufrichtig war. Keine Arroganz, keine Abscheu. Nicht jetzt.
Während Teldrassil um sie herum in Flammen stand, führte Ynari ruhig und besonnen die Kaldorei durch die Flammen. Ihre Magie ebnete ihnen den Weg. Sie retteten weitere Kaldorei aus den Flammen, ehe sie den Tempel erreichten.

Sterne tanzten vor seinem Auge, als ein Kaldorei gegen Teaghen prallte. Er rappelte sich schnell auf, bevor andere ihn niedertrampeln würden. Alle flohen in Richtung Tempel. Es war für ihn, als müsste er gegen den Strom schwimmen. Von Sekunde zu Sekunde wurde er verzweifelter. Hoffentlich waren Lilly und Rose in Sicherheit. Was, wenn er sie nicht fand? Was, wenn ihnen etwas geschehen war? Er verdrängte diese Gedanken schnell und kämpfte sich weiter in Richtung Haus.
„Falsche Richtung! Du musst zum Tempel!“
Ein Gilneer packte Teaghen und zog ihn mit sich.
„Lass mich los! Die Kinder!“, rief er und stemmte sich gegen den Griff des anderen Mannes.
„Da hinten ist nichts mehr. Da brennt alles!“
„LASS MICH LOS!“
Teaghens Stimme ging in ein Knurren über, als seine Knochen sich verbogen und die Muskeln zu platzen schienen. Krallen, Zähne und Fell wuchsen ihm. Endlich ließ der andere ihn los und kümmerte sich um seine eigene Rettung.
Teaghen ging auf alle viere und rannte los. Die Kaldorei wichen ihm nun aus, anstellen ihn anzurempeln. Dann waren keine Kaldorei mehr, die ihm den Weg versperrten.
Vor ihm waren nur noch Flammen.
Teaghen stellte sich auf.
„ROSE?“, brüllte er aus Leibeskräften. „LILLY?“
Teaghen wagte sich weiter vor, immer wieder diese Namen brüllend. Keine Antwort, doch er wollte nicht aufgeben. Was, wenn sie noch dort waren? Er würde es sich nie verzeihen, wenn Teaghen nicht bis zum letzten Moment gesucht hätte.
Er nahm Anlauf, sprang durch die Flammen und rollte sich im Gras ab. Der Rauch stach in seine Nase und brannte in seinen Augen.
Wieder brüllte er die Namen der Kinder, lief weiter.
„Papa!“
Lilly. Endlich! Er rannte in die Richtung. Wieder waren Flammen in seinem Weg. Über das Feuer hinweg konnte er die Kinder sehen. Sie hatten sich unter der Treppe eines Hauses versteckt.
Erneut nahm Teaghen Anlauf und stieß sich vor den Flammen mit allen Vieren ab. Diesmal fing sein eingerissener Ärmel Feuer. Es tat weh als er sich abrollte. Er winselte. Lilly und Rose rannten nun zu ihm. Die Mädchen hatten geweint und waren verängstigt. Dankbar schloss Teaghen seine Mädchen in die Arme. Sie lebten noch! Beim Licht, sie lebten noch.
Sie mussten von dem Baum runter! Aber wie? Mittlerweile brannte der ganze Baum.
„Klettert auf meinen Rücken und haltet euch fest.“
Die Mädchen gehorchten. Sobald er das Gewicht der Kinder auf dem Rücken spürte, rannte Teaghen wieder los. Der Tempel war das stabilste Gebäude in ganz Darnassus, also rannte er in die Richtung.
Shaniale hustete. In ihrer Rüstung war es unerträglich heiß. Sie fühlte den Schweiß zwischen ihren Schulterblättern herab rinnen. Die Haare klebten ihr im Nacken. Rauch versperrte ihr die Sicht.
Gerade suchte sie einen Weg durch die Flammen zum Tempel, drei Kaldorei und eine Gilneerin hinter sich, als sie ein Kreischen hörte. Die Stimme eines Tieres ganz nah.
Die Draenei hielt inne und sah sich um. Aus den Flammen vor ihr brach ein Hyppogryph hervor. Das Tier brannte. Es rannte panisch vor den Flammen weg und kreischte vor Schmerzen und Angst. Ein Moment wurde zu einer Ewigkeit. Shaniale sah jedes Detail, jede brennende Feder. Die Flammen, die zwischen den Federn züngelten. Den Rauch, den das Tier hinter sich her zog. Die schreckliche Schönheit dieses Moments. Die Entgültigkeit.
Dann verschwand der Greif zwischen den Flammen und Shaniale konnte nichts mehr tun. In der Hitze spürte sie nicht, wie ihr Tränen über die Wangen liefen.
Die Gilneerin drängte panisch darauf, dass sie weiterliefen. Shaniale riss wandte sich ab und lief weiter. Sie würde sich für den Rest ihres Lebens an diesen Moment erinnern.

Selbst jetzt trauten die Mondpriesterinnen ihr und den anderen Arkanisten nicht. Jemand mit weniger Disziplin hätte die Priesterinnen angeschrien. Ynari blieb ruhig.
„Wir öffnen die Portale nach Sturmwind! Nur so können wir so viele wie möglich retten!“, tobte einer der Arkanisten.
Ynari sah sich um. Um sie herum war ein Lazarett errichtet worden. Verwundete und Verängstigte wurden von den Mondpriesterinnen und den Heilern der Gilneer versorgt.
„Der Einsatz arkaner Magie ist hier untersa...“, begann die Mondpriesterin.
„Tut es.“
Eine andere Mondpriesterin trat hervor. Sie sah jung aus, blickte ernst die anderen Priesterinnen an, dann die Magier.
„Rettet so viele wie möglich. Wir sorgen für Ordnung bei der Evakuerung.“
Ehe die anderen Mondpriesterinnen etwas sagen konnten, formte Ynari die Gesten und öffnete ein Portal nach Sturmwind.
„Wir halten die Portale so lange offen, wie wir können. Bleibt hinter dem Portal nicht stehen,, sondern geht weiter.“, sagte sie ruhig und konzentriert.
Die junge Mondpriesterin begann, Anweisungen zu geben. Zuerst traten Kinder mit ihren Eltern durch die Portale. Ynari bemerkte sie nicht. Sie konzentrierte sich auf das Aufrechterhalten ihrer Magie.
Um sie herum konnte die Kaldorei den Baum sterben fühlen.
Er hatte sich mit den Kindern zur Terrasse der Handwerker vorgekämpft, als Teaghen Shaniales helle Rüstung aufblitzen sah.
Sie bemerkte ihn erst, als er auf sie zurannte.
„Shaniale! Wohin?“
„Zum Tempel! Die Magierr haben Porrtale nach Sturrmwind geöffnet.“
Shaniale gestikulierte in Richtung des Mondtempels. Teaghen wurde schwer ums Herz. Als Gilneer war er hier immer anders behandelt worden, als ein Fremder. Und doch....das Haus und die Erinnerungen machten Darnassus zu seinem Zuhause. Und nun hatte die Horde es ein zweites Mal zerstört.
„Die Kaldorei geben den Baum auf?“, fragte er.
Shaniale nickte stumm. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, wandte Teaghen sich um und wollte zum Tempel rennen. Da spürte er ein Rutschen auf seinem Rücken. Als er sich umdrehte, sah er noch Rose im Rauch verschwinden.
„Rose! Komm zurück!“
Shaniale rannte bereits Rose hinterher.
„Brring Lilly in Sicherrheit. Ich hole Rrose!“, rief sie, ehe sie ebenfalls im Rauch verschwand. Lilly begann zu weinen. Er beschloss, Shaniale zu vertrauen und rannte zum Tempel.

Die Portale aufrechtzuerhalten, kostete Ynari Willenskraft und Konzentration. Ihr Kopf fühlte sich an, als würde er gleich platzen. Sie wusste nicht, wie lange sie noch sie Kraft aufbringen konnte, das Portal aufrechtzuerhalten. Sie musste einfach. Vage erkannte sie Yeshinna, die Verletzte durch das Portal brachte und Ororo, die sich ebenfalls um Verletzte kümmerte.
Teldrassil starb im Feuer. Ynari spürte es. Jeder Kaldorei spürte es. Sie hörte Stimmen wimmern. Manche weigerten sich, den Baum zu verlassen. Gilneer, die gerade sich gerade eine neue Heimat aufgebaut hatten, verloren diese erneut. Die Stimmen der Kaldorei und der Menschen verschwammen zu einem einzigen Summen.
Ihre Kräfte schwanden. Sie würde das Portal nicht mehr lange aufrechterhalten können. Doch da spürte sie etwas, am Rande ihrer Wahrnehmung. Mana. Der sterbende Baum setzte Mana frei. Kurzentschlossen traf Ynari eine Entscheidung. Späte hätte sie noch genug Zeit, sich deswegen Vorwürfe zu machen. Die Kaldorei begann, das Mana des sterbenden Baumes zu kanalisieren und damit das Portal zu speisen.
„Rrose?“
Der Rauch ließ Shaniale husten und brannte in ihren Augen. Sie war dem Mädchen zur Heulenden Eiche gefolgt, hatte sie aber aus den Augen verloren. Shaniale würde nicht ohne Rose gehen. Das hatte sie versprochen.
„RROSE!“, rief sie erneut. Ihre Stimme ging abermals in ein Husten über. Es war so unerträglich heiß. Vor Rauch und Hitzeflimmern sah die Verteidigerin nichts mehr. Die Heulende Eiche knackte über ihr. Ein Bersten erklang. Ein massiver Ast stürzte auf sie herab. Mit einem Hechtsprung durch die Flammen wich Shaniale dem Ast aus. Mühsam rappelte sie sich auf. Die Rüstung wurde immer lästiger durch die Hitze. Einzelne Riemen waren verbrannt und gerissen.
„RROSE!“, schrie Shaniale und kämpfte sich weiter in die Heulende Eiche vor. Sie hatte so ein Gefühl, dass sie das Kind dort finden würde. Sie hoffte, dass sie das Kind dort finden würde.
Endlich hört Shaniale ein Husten. Sie kämpfte sich in die Richtung vor. In den Flammen sah die Draenei eine Bewegung.
„Shani!“, rief Rose hustend.
Shaniale rannte nun. Rose stand vor einem Feuer und traute sich nicht weiter. Sie hatte die kleinen Fäsute geballt, hielt irgendetwas fest. Shaniale sprang durch die Flammen. Die Rüstung schützte sie vor dem Feuer. Größtenteils.
Sie nahm Rose rasch in die Arme. Das Kind quiekte, als es gegen die Rüstung gedrückt wurde. Shaniale achtete nicht darauf. Jede Sekunde in diesem Flammeninferno brachte sie beide dem sicheren Tod näher. Sie wusste nicht, wie lange die Magier die Portale offen halten konnten. Also nahm sie Anlauf, sprang erneut durch die Flammen und rannte so schnell sie konnte. Shaniale erflehte stumm denn Beistand des Lichts und betete, dass sie nicht zu spät waren.

Die junge Mondpriesterin ging erst durch das Portal, als die Verletzten bereits hindurch gebracht worden waren. Sie wahrte Würde und Eleganz, die ganze Zeit über. Ynari hätte sie dafür bewundert, wäre sie nicht zu sehr damit beschäftigt, den Zauber weiterhin zu speisen. Mittlerweile spürte sie eine warme Flüssigkeit, die ihr aus der Nase und über die Lippen lief. Sie konnte die Hand nicht heben, um sich das Blut aus dem Gesicht zu wischen.
Sie wusste, dass Shaniale und eines der Kinder noch fehlten. Teaghen hatte es ihr zugebrüllt, solange, bis Ororo ihn durch das Portal gezogen hatte.
Die anderen Arkanisten waren durch die Portale nach Sturmwind gegangen, nur noch sie war da. Sie wurde nur noch von ihrem Willen auf den Beinen gehalten. Ihre Sicht war verschwommen, Ynari konzentrierte sich nur noch darauf, das Portal offen zu halten. Im Tempel war es unerträglich heiß geworden. Flammen schlugen durch den Eingang in den Tempel hinein.
Plötzlich hörte sie ein Scheppern und das Knallen von Hufen auf dem Steinboden.
„Ynarri!“
Shaniale. Ynari konnte die Draenei nur verschwommen erkennen. Sie rannte auf das Portal zu, das Kind auf dem Arm. Hitze folgte den beiden. Sobald die beiden das Portal passiert hatten, schritt Ynari rasch durch und schloss das Portal.
In Sturmwind umfing die Kaldorei Dunkelheit, als sie das Bewusstsein verlor.
OOC: Uns gibt es noch. Im Moment spielen wir das neue Addon und positionieren uns neu im Zuge der jüngsten Ereignisse.

Wer Interesse hat, kann gerne in den Kanal "kranichflug" kommen.
*hebt den Daumen* Schee ;)
Teldrassil brannte.
Das Feuer, das den gigantischen Baum verschlang war ebenso gewaltig und meilenweit zu sehen. Eine noch größere Rauchwolke wälzte sich in den Himmel und verdunkelte alle Sterne. Auch Mutter Mond war verhüllt.
Ein einzelner Kaldorei in der robusten Kleidung eines Waldläufers stand auf einer Klippe, von der man die Wälder der Dunkelküste überblicken konnte. Viele kannten ihn unter dem Namen Imrayon Klingenwind. Die befreundeten Furbolgs des Teufelswalds hatte ihm den Namen Arraei gegeben. Der Anblick der brennenden Wälder und des brennendes Teldrassils brannte ebenso in Imrayons Herzen. Den Brandgeruch, der vom Meer in Richtung Land getragen, konnte er bis hier in die hohen Hänge des Gebirges riechen. Mit dem Wind konnte er auch die Echos der Schreie hören. Die Kriegsschreie der Orcs und ebenso die Schreie ihrer Opfer. Imrayon ballte die Faust so fest den Griff seines Bogens, bis die Knöchel weiß wurden.
Irgendwo dort oben auf Teldrassil war Imrayons Schwester Ynari. Er konnte ihre Schmerzen, ihre Angst aber auch ihre stählerne Entschlossenheit spüren. Sie lebte, aber sie litt Schmerzen. Ein Echo dieser Schmerzen fühlte er ebenfalls. Auch lebten einige seiner Verbündeten und Klansmitglieder in Darnassus. Ihr Schicksal war ungewiss.
Viele Meilen Wald und Wasser trennten Imrayon von Teldrassil. Selbst ohne die feindlichen Truppen an der Dunkelküste würde er zwei Tage für die Strecke brauchen. Sein treuer Hippogryph erholte sich immer noch von einer Verletzung und konnte daher nicht fliegen.
Die Erinnerungen an die Schlacht um Nordrassil drangen ungebeten in Imrayons Gedächtnis. Damals hatte die brennende Legion den heiligen Weltenbaum angegriffen. Durch das Opfer des Baums wurde der Kommandant der Legion vernichtet und die Nachtelfen ihrer Unsterblichkeit beraubt. Welchen Preis mussten die Nachtelfen für die Vernichtung Teldrassils zahlen?
Ohnmächtige Wut und Trauer vermischten sich zu einem schmerzhaften Knäuel in seinen Eingeweiden.
Er hatte viel zu spät von dem Angriff der Horde auf die Dunkelküste erfahren. Schon seit einigen Jahren unterstütze Imrayon die Druiden des Wisperwindhains bei der Heilung des Teufelswaldes. Vor einigen Tagen hatte Imrayon eine große Kolonne Orcs und Trolle durch den Teufelswald in Richtung Norden marschieren sehen. Er hatte vermutet, dass sie auf dem Weg nach Winterquell waren.
Allen Anzeichen zum Trotz hatte er gehofft, dass sie nicht auf einem Kriegszug waren. Sie hatten kein schweres Gepäck, sondern nur ihre Äxte in den Händen. Die Krieger bewegten sich mit der unglaublichen Geschwindigkeit, die nur Hordekrieger über längere Zeit durchhalten konnten. Aber er hatte nichts getan, um die Orcs aufzuhalten.
Die Trauer, die Wut und die Scham in Imrayons Eingeweiden brannten mit einem kalten Feuer. Das Leder um den Griff des Eisenfederbogens knarrte in Imrayons geballter Faust.
Mit einem Rascheln von Gras und Zweigen betrat ein anderer Beobachter die Klippe. Mit einem Ausatmen entspannte sich Imrayon und wandte den Blick von dem brennenden Baum ab. Ein Furbolg mit einem Ritualszepter nährte sich dem Rand der Klippe. Der Furbolg bewegte seine massige Gestalt erstaunlich leichtfüßig durch das Unterholz. Imrayon kannte ihn als Laubhüter Bowarf, ein Schamane seines Stammes.
Der Schamane schnüffelte ausgiebig und schniefte kurz darauf. Sein Geruchssinn war noch empfindlicher als der Imrayons. Er grollte langgezogen.
Dann wandte er seine Schnauze Imrayon zu und musterte ihn lange.
„Was wirst du jetzt tun?“ fragt Bowarf.
Imrayon wartete die rituellen sieben Atmenzüge. Furbolgs wie Nachtelfen schätzten Geduld und bedachtes Vorgehen.

„Lasst uns Orcs jagen.“

Blut fließt. Zorn brennt. Tod erwacht. Krieg ruft.
Rache für Teldrassil!
Am Dienstag starten wir unseren Plot an der Dunkelküste und im Eschental.

Wir werden ab kommenden Dienstagabend ingame einige Nachtelfensiedlungen in Nordkalimdor besuchen und dort aktiv nach Mitstreitern für den Kampf gegen die Horde suchen. Dabei können wir dann ingame mit anderen Spielern ins Gespräch kommen.
Kleiner Push - viel Erfolg auf eurem plot!
An einigen Anschlagtafeln in Nordkalimdor und den östlichen Königreichen wurde kürzlich folgender Aufruf angeschlagen.

Meine Freunde,

hört ihr, wie die Bäume der Dunkelküste nach Befreiung rufen?
Merkt ihr, dass der Wald stirbt und verwüstet wird?
Seht ihr die Tränen eurer Kinder in ihren Augen?
Vernehmt ihr noch die Laute der Vögel in den Bäumen?
Ich höre sie nicht.
Die Vögel sind in Sicherheit geflogen.
Und mein Volk stirbt langsam auch.
Wollt ihr das die Bäume wieder leben und
unsere Kinder fröhlich sind?
Wollt ihr von Vogelgesang geweckt werden?

Denn dann müssen wir uns nun endlich entscheiden.
Wir können nicht immer weiter weg ziehen, um zu versuchen dem Bösen zu entweichen.
Ich sage euch, wir müssen zum Sturm werden, der die Erneuerung in diesem Wald bringt. Was sagt ihr dazu?

Die Orcs, die Goblins und die Untote sind die Pest und müssten ausgemerzt werden.
Ihre Vernichtung unserer Heimat und die sinnlose Töten muss aufhören.
Also rüstet euch mit Waffen auf, zieht durch die Wälder und vernichtet alle, die die Natur nicht respektieren.
Macht euch zum Sturm, der die Erneuerung bringt.
Verbreitet euch wie ein Schatten über die Orcs und bringt Kunde in jede Stadt die auf euren Weg liegt. Um dass sich noch mehr Krieger diesem Pfad sich uns anschließen.

Hört ihr, Freunde.
Wie schon die Bäume euch segnen und die Kunde weiter bringen.
Nun lasst uns losziehen.
Um das dieser Ruf gerecht wird.

Für Gilneas, für Teldrassil und für die Allianz

gezeichnet: Imrayon Klingenwind, Flug des Kranichs
Mittwochs findet aktuell der Eschentalplot an.

Für Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung. :)

Nimm an der Unterhaltung teil!

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