[A-RP Gilde] Kal'Delar

Die Aldor
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Staub um Staub wirbelt auf, während die Füße sie immer weiter trugen. Die ohnehin schon wenigen Grünflächen des Gebirges wurden dünner und dünner, bis von ihnen nichts mehr übrig war. Langsam wurde die Farbe des Gesteins immer heller, das kräftige Orange des Steinkrallengebirges ließ nach und schließlich überquerten sie die Grenze zu Desolace.

Das tote Land. So wurde Desolace einst genannt und viele tun es auch heute noch. Ein kaltes, lebensfeindliches Land, was selbst mit der Cenariuswildnis und den Bemühungen der dortigen Druiden noch lange nicht zu dem geworden ist, was es sollte. Basilisken, Hyänen, Kodos oder irgendwelche Echsen und Skorpione dominieren die Gegend, stellen angesichts der aufsteigenden Bedrohung durch die Naga an der Küste allerdings das geringere Übel dar.
Dies alles war bekannt und damit konnte die Gruppe rechnen. Nicht aber mit dem, was ihnen über den Weg lief.

Der seichte Nieselregen hatte die Gebirgskette, sowie das umliegende Tal der Gegend in einen dichten Nebel getaucht. Die Sicht war extrem gering und bei der wenigen Vegetation gab es kaum irgendwelche Orientierungspunkte. Somit blieb ihnen die Bestie, die sich plötzlich aus dem Nebel schälte, bis zum Schluss gänzlich verborgen. Nur die stampfenden Schritte sorgten dafür, das es Aufmerksamkeit erregte.
Regungslos und starr blieben sie stehen, versuchten zu Lauschen und diesen grünen Schleier zu identifizieren, der scheinbar auf sie zu kam.
Plötzlich schauten sie in das riesige Gesicht eines toten Schädels, der an einen Raptor erinnerte. Langsam schälte sich das groteske Konstrukt aus Knochen aus dem Nebelschleier, starrte auf die Gruppe hinab und öffnete das große Maul, um einen entsetzlichen Schrei hinaus zu pressen, der Mark und Bein erschütterte und Haare zum sausen brachte.

"LAUUUUFT!"
Ten brüllte aus voller Kehle und endlich wurden sie sich bewusst, was da überhaupt vor ihnen stand. Selbst Riven, so tapfer und furchtlos sie auch war, verschlug es bei diesem fürchterlichen Gebrüll des Knochenkonstruktes die Sprache und auch wenn sie bereits ihre Gleve in der Hand hielt, nahm auch sie die Beine in die Hand und rannte los.
Erst der rettende Aufstieg auf die Gebirgskette konnte das monströse Viech abschütteln. Ungläubige Augenpaare starrten auf die Bestie hinab, die mit ihren Sprüngen erst aufgab, als das Gestein nach ließ und es keinen Halt fand.
Sicherlich passte diese groteske Knochenfigur perfekt in die umliegende Umgebung und machte dem Namen des toten Landes alle Ehre. Klar war aber auch, das dieses Wesen ganz sicher nicht von allein auferstanden war, um ahnungslose Reisende zu verschlingen.
Langsam schälten sich die uralten Ruinen aus dem dichten Nebel, die sie nie hätten durchqueren müssen, wenn dieses monströse Knochenkonstrukt nicht da draußen mitten in der Pampa sein Unwesen treiben würde. Es war natürlich abzusehen, das auch hier nicht die Friedlichkeit auf sie warten würde, die verlassene Gegenden eigentlich hätten bieten können.
Gemächlichen Schrittes setzen sie einen Fuß vor den Anderen, blieben dicht zusammen und ließen die Blicke in sämtliche Richtungen schweifen, höchste Aufmerksamkeit war geboten. Der Nebel machte die Wegfindung schwieriger, allerdings war dies im Gegensatz zum Ungetüm außerhalb das geringere Übel.

Je tiefer sie in das Gefilde eindrangen, desto lauter wurden die Stimmen, die durch die Ruinen drangen. Sie klangen nicht bedrohlich, wie man vielleicht hätte erwarten können. Eher machte sich ein Gefühl des zu Hause seins breit. Wohlig warm, eingemurmelt in einer Decke und am Kaminfeuer sitzend, während draußen der Schneesturm tobte. Doch woher kamen diese Stimmen? Den gesamten Weg, den sie bisher zurück gelegt hatten, wart nichts außer alte, zerfallene Gemäuer zu sehen und doch wollte dieses angenehme Gefühl nicht weichen.

Ein lautloser Windhauch fegte über die Köpfe hinweg und plötzlich fanden sie sich in einer großen, reich verzierten Halle wieder. Die Säulen waren mit Ranken umschlungen, Moos wuchs an den Wänden und Fackeln mit reinstem Mondlicht erhellten den großen Saal. Das Stimmgewirr verstummte und die zahlreichen, anwesenden Kaldorei richteten ihre Blicke auf sie, schoben sich an die Seite der Halle und formten einen Durchgang, als hätte man auf die Gruppe gewartet.
Nun war auch der große Kamin zu sehen, der am Ende des Ganges in die große Mauer eingebettet war. Seine flackernden Flammen warfen sanfte Schatten auf die Märchengestalt, die ihre melodische Stimme erhob und rhythmisch zu ihrem Gesang tanzte.
Mit bezaubernden Blicken, einer Sirene gleich, lockte die Kaldorei die Gruppe zu sich und zog sie regelrecht in ihren Bann.

Die alabasterfarbene Haut der singenden Schönheit begann zu tropfen und sich merkwürdig zu verformen. Die weiß leuchtenden Augen begannen, in einem teuflischen Rot zu flackern und die Haare zerflossen in einem Schwall zu Boden. Wie einhundert starre Wachsfiguren zerschmolzen sie und ihre Anhänger zu grotesken Fratzen, die ihre schwarzen Klauen nach der Gruppe ausstreckten. Ein Alptraum, wie er im Buche steht und das Märchen von der farbenfrohen Hochgeborenenszene wart verschwunden.

Ein schriller Schrei der ehemaligen, tanzenden und singenden Schönheit beschwor einen weiteren, lautlosen Windstoß, der den Traum einer uralten Epoche in tausend kleinen Partikeln davon trug. Zurück blieb nur eine steinerne Statue, inmitten verlassener, uralter Ruinen in Desolace.
OOC Push!

Noch immer haben wir es nicht aus Desolace heraus geschafft, werden aber voraussichtlich heute Abend das heiß begehrte Artefakt geangelt bekommen, wenn der Plan aufgeht und nicht wieder spontan eine Gemeinheit aus meinem Spielleiterhirn sprudelt :)
Sofern es sich IC ergibt und man sich dort ausnahmsweise mal einig ist, könnte Feralas unser nächstes, vorläufiges Ziel sein.

Wir sind immer noch eine kleine Reisegruppe in entspannter Runde, daher freuen wir uns weiterhin über mögliche, neue Reisebegleitungen. Wer also Interesse an einer Langzeitreise hat, auf der allerlei Dinge passieren und man nie so genau weiß, wohin es tatsächlich führt, der melde sich einfach hier im Thread oder noch besser im Spiel direkt!

Grüßle
Asaciel/Naydra
Elune adore, Schwestern! Sehe ich es richtig, dass es kein Teehaus/keine Teelichtung gibt, momentan, da ihr auf Reisen seid? Ich erinnere mich noch schwach daran, dass es hieß, ihr wolltet die Teelichtung evtl. wieder aufnehmen?
Huhu Lilla!

Die Teelichtung betreiben wir ja schon eine ganze Weile nicht mehr. Ich erinnere mich nur noch daran, das du sie einen Abend weiter geführt hast. Ich nehme an, für weitere Abende hatte deine Zeit nicht gereicht?
Ansonsten war es seitdem bei uns nicht im Gespräch, sie doch nochmal weiter führen zu wollen. Zumal ich davon ausgegangen bin, das du das machen wolltest :)
Es kam mal intern die Idee auf, sie sporadisch zu bespielen, wenn du doch keine Zeit dafür findest, aber das wurde nicht weiter thematisiert.

Gruß
Nach einem Tag der Rast machten sie sich daran, einen Plan zu schmieden. Einen Plan, an das Bruchstück des Artefakts zu kommen, was inmitten von Mannorcs Zirkel lag. Jenem Gebiet im toten Land, welches noch immer von den Dämonen bewohnt wurde und regelrecht vollgestopft mit ihnen ist.
Sicher, mit einer 4 Mann starken Truppe, einer Säblerin und einem Uhu würde das doch ein Kinderspiel werden!

Die alten Ruinen, in denen sich die Dämonen aufhielten, hatten sie mittlerweile erreicht. Bereits die Außenbereiche luden dazu ein, den Rückzug anzutreten, doch das wäre sicherlich nicht der Sinn der Sache gewesen. Klar war, Naydra würde nicht mitkämpfen können und ihr Leben somit in die Hände von Ten, Cyandris und Riven legen, sodass sie ihren Uhu lenken konnte. Lenken, um die Ruinen zu durchsuchen und das Artefakt an sich zu bringen.
Glücklicherweise verlief diese waghalsige Mission erfolgreich, wenngleich nicht ohne einen Preis dafür zu zahlen.


OOC:

Morgen, also Montag, sind wir in der Cenariuswildnis in Desolace anzutreffen. Da ich mich so gerne wiederhole: Gerne dürfen sich Interessenten mit in das Geschehen hinein spielen!
Die Elfen schienen Rachnel zäher, je öfter sie ihnen begegnete und durch ihre Länder wanderte.
Und wundersamer. Auf eine manches Mal mystische, fast bedrohliche Art, die Rachnel dennoch in ihren Bann schlagen konnte.
Er hatte es getan. Der Elf.
Von beeindruckender Gestalt, die so viele ungenannte Geschichten aufschlug und keine wahrhaft erzählte. Ein Bilderbuch der Geheimnisse.

Es fiel ihnen so leicht, allein durch ihre Erscheinung zu beeindrucken. Ob sie das wussten, die Elfen? Aber selbst dieser schien eine Besonderheit zu sein.
Hätte er nicht entschieden, sich zeigen zu wollen; die Menschen hätten ihn nie bemerkt, wurde Rachnel irgendwann klar. Silberaugen im Farn. Ein warmer Windhauch. Verborgene Pranken und Reißzähne, gegen die auch die Worgen niemanden hätte schützen können, selbst wenn sie da gewesen wäre. Den Elfen aber kostete es nur ein Wort. Und den Willen, es auszusprechen.
Während Rachnel es nicht einmal verstanden hatte.
Und der majestätische wie angsteinflößende Säbler hatte in aller Ruhe und Eleganz seines räuberischen Wesens von seinem Objekt der Begierde abgelassen und den Reiter ohne Sträuben mit sich getragen, der eine wohlplatzierte Warnung hinterließ.
Und danach so lautlos verschwand, wie er beobachtet hatte.

Sie waren also näher, als Rachnel vermutete...


OOC: Besser spät, als nie. Ein Push und kleiner Dank für das unverhoffte und schöne RP. Ein Beweis, dass es Rnd-Open-World-RP eben doch gibt. :D
Ich stand gerade völlig auf dem Schlauch und dachte schon, ich hätte eine solche Begegnung tatsächlich vergessen. Aber gemeinte Person hat mich aufgeklärt :D
Danke für den Push und vielleicht treffen wir ja auch noch aufeinander?

Heute Abend geht es bei uns in der Cenariuswildnis weiter, ein guter Zeitpunkt dazu zustoßen! :) Unser nächstes Ziel ist noch immer Feralas, wenngleich sich das natürlich noch ändern kann.
Langsam ging es voran, als sie die Cenariuswildnis verließen und Richtung Feralas aufbrachen. Natürlich hatte der Druide gute Arbeit geleistet, keine Frage. Doch auch er wirkte keine Wunderheilung und mahnte Ten an, sich zu schonen. Die hauchdünne, neu gewachsene Haut auf seiner Wunde würde eine Weile brauchen, bis sie sich soweit entwickelt hat, dass sie Schutz bietet.

Es dauerte gut die halbe Nacht, in der sie sich durch das karge, tote Land schleppten und ständig auf der Hut sein mussten, damit ihnen kein Raubtier einen überraschenden Besuch abstattete. Nicht, das dieses riesige Knochenvieh nochmal auf die Idee kam, ihren Weg zu kreuzen. Riven hatte schließlich schon angekündigt, bei der nächsten Begegnung sicherlich nicht den Schwanz einzuziehen, womit der Rest erleichtert aufatmen konnte, als sich die ersten Auswüchse von Feralas ankündigten und von besagtem Besuch jede Spur fehlte.

Riesige Bäume ragten in den Himmel und ähnlich wie jene im Eschental wollten sie kaum einen Blick auf das Himmelszelt gewähren. Doch auch das dicke Blätterdach des Dschungels vermochte es nicht, den starken Regen aufzuhalten, der hier in den südlichen Gefilden Kalimdors wütete.
"Richtig... es ist Regenzeit." murmelte Naydra vor sich hin, während sie die Nase auch sogleich ins wohlige Nass streckte. Im Gegensatz zu ihren Freunden, die allesamt missmutige Gesichtszüge an den Tag legten, hatte sie gegen den Regen nichts einzuwenden. Gegen die feucht warme Luft allerdings schon. Der Schweiß würde ihr sicherlich in Strömen von der Stirn fließen, wenn die Laune von Mutter Natur ihn nicht direkt fortwaschen hätte. Mit dem bisschen Leder, welches ihren Körper bedeckte, konnte sie sich dennoch glücklicher schätzen, als die anderen. Wie es Riven in ihrer Rüstung wohl ergeht? Zugegeben, sie hatte keine Ahnung von Halbelfen, aber wer schwitzt bei diesem Klima denn nicht? Einzig die Mondfederfeste würde wohl ein wenig Linderung verschaffen, wurde sie doch an der befreienden Küste errichtet.

Weiter gruben sich die Füße durch den matschigen, aufgeweichten Erdboden. An manchen Stellen gleichte es einem Sumpf und machte das Vorankommen natürlich umso anstrengender, besonders Ten hatte mit seiner Verletzung zu kämpfen.
Doch so viel Meckerziegen der Regen auch anlockte, die reichhaltige Vegetation in Feralas war gewaltig und jedes Auge, welches sie ignorierte, gehörte eingedrückt. Bäume in verschiedenen Größen, soweit das Auge reichte. Farne, Lianen, Blumen in allen Formen und Farben. Die Zwillingskolosse, die stolz in den Himmel ragten und schon sie allein einen Besuch wert waren.
Eulen, Falken, Singvögel... Hirsche, Säbler, Hippogryphen, Treants und uralte Urtume. Nicht zu vergessen die Glühwürmchen, die ihr Licht auf die Tropfen und kleine, gebildete Bächlein warfen und den Dschungel in ein Glitzermeer verwandelten.

"Wenn das so weiter geht, stecken wir bald bis zum Hals in matschiger Erde. Ich will hoffen, die Zeit der gewaltigen Stürme, die mit der Regenzeit einhergehen, ist bereits vorbei. Andernfalls... hrm..."
Fast so schnell, wie sie die Mondfederfeste betreten hatten, verließen sie jene auch wieder. Während Naydra den Schildwachen eine Erklärung ablieferte, wieso sie so ein überaus monströses Artefaktstück mitschleppten, bekamen die anderen eine kleine Unterkunft zugewiesen, um sich wenigstens für eine kleine Weile vor dem Regen verstecken zu können. Ten nutzte die Zwangspause, um sich und seiner Verletzung eine Verschnaufpause zu gönnen, außerdem um einen Brief zu schreiben und fragwürdige Langeweile Motive auf die äußere Hülle zu kritzeln.

Ausnahmsweise waren sich alle einig, die Wartezeit auf den Uhu sinnvoll zu nutzen und sich schon jetzt zum Turm von Estulan zu begeben. So wenig wie die Hochgeborenen aus dem alten Eldre'thalas auch mitgenommen haben mögen, es bestand eine Chance, dass das gesuchte Wissen darunter war und der Gruppe weiterhelfen würde, was dieses Artefakt anging. Sicherlich hätte man die Hochgeborenen auch direkt um Rat fragen können, aber wer befasste sich schon gerne mit diesem arroganten Pack, wenn man doch lieber in ihre Bücher gucken konnte? Außerdem wäre es vielleicht doch klüger, diesen magischen Gierlappen erst gar nicht über die wahren Beweggründe aufzuklären.

Selbstverständlich, wie sollte es auch anders sein, bekamen sie den Zugang zu den kleinen Archiven im Turm nicht ohne Gegenleistung. Und jene hatte es in sich. Die Hochgeborene, an die sich die Gruppe wenden sollte, befand sich zur Zeit auf einer Expedition in den Ruinen von Rabenwind und auf sie hätte man gut ein paar Tage warten müssen, bis sie zurück kehrte.
Warum sie nicht einfach dorthin gegangen waren, statt zwei Schriftrollen in den düsteren und gefährlichen Außenbereichen von Eldre'thalas zu suchen, blieb wohl ein unausgesprochenes Rätsel. Aber was wäre schon ein Abenteuer, wenn man sich solch Gefahren entgehen lassen würde? Immerhin warteten nur ein paar Oger darauf, ihnen die Köpfe abzubeißen, von uralten Geistererscheinungen mal abgesehen, würde das doch ein Spaziergang werden. Der einzige Trost bestand wohl darin, das es sich lediglich um die Außenbereiche handelte.
Ein äußerst schwacher Trost.
Darnassus, Tempel des Mondes

Konzentriert und mit zusammen gekniffenen Augen betrachtete Kaladria ihr für heute vollendetes Werk. Mit routinierten Bewegungen glitten die Hände über den Stoff, um die Ränder und Knoten zu überprüfen, welche soeben entstanden waren. Begabte Weberfinger hatte sie bereits in die Wiege gelegt bekommen und besonders damals in ihrem Noviziat kamen jene öfter zum Einsatz, als es heute der Fall war. Gern erinnerte sie sich an jene Zeit zurück, als sie sich an der Stelle von Faenyel befand und umso mehr erfüllte es ihr Herz mit Freude, dass es schon bald genau andersherum sein würde.
Bald schon würde Faenyel ihre Weihe erhalten und Kaladria wäre nicht mehr Diejenige, welche sie ständig für irgendwas um Erlaubnis bitten musste. Sie wäre nicht mehr Diejenige, die ihr mit langwieriger Ritualkunde das Ohr abkaut oder ihr für mancher Augen sinnlose Aufgaben erteilt.
Was sie aber wohl bleiben würde, wäre eine Ansprechpartnerin. Diejenige, die ihr weiterhin unterstützend zur Seite steht, sollte Faenyel sie brauchen.

Ein Lächeln huschte ihr über die Lippen. Das Geschenk war noch lange nicht fertig, viele Fäden mussten noch eingefärbt und verknotet werden, doch das würde warten müssen. Mit fließenden Bewegungen erhob sie sich von dem kleinen Hocker, streckte sich einmal ausgiebig und verließ die kleine Kammer, die sie in einem Seitenflügel des Tempels bewohnte.
Das tägliche, gemeinsame Gebet würde ihr helfen, für das Kommende die richtige Entscheidung zu treffen. Brunnenblick war alles andere, als durchschaubar und doch hatte sie einen Funken Hoffnung, das er tatsächlich die Wahrheit sagte.
Sie ließ den Oberkörper wieder nach hinten sacken und schloss für einen kurzen Moment die Augen, noch immer eine relativ normale Atmung anstrebend. So lag sie dort, inmitten der Leichenberge voller Dämonen, Schildwachen und Säblern. Lediglich den Oberkörper hatte sie befreien können, denn die Beine spürte sie noch immer nicht.
Sie öffnete erneut die Augen und blickte in das weiße Blütenmeer, welches sich um den uralten Tempel herum ausgebreitet hatte. Viele Jahre hatte sie hier verbracht, im Zentrum von Isildien. Die großen Säulen erstreckten sich bis in den Himmel, welcher von zahlreichen, hell leuchtenden Sternen dominiert war. Sie spürte das weiche Moos unter ihren Füßen, das immer währende Laub, welches Jahr für Jahr den Weg hinab auf die Erde fand und sich wie ein Teppich über den Boden legte. Ihre Füße trugen sie weiter, vorbei an Ranken, kleinen Brunnen und schwirrenden Irrwischen.

Der große Torbogen, der den Eingang des Tempels darstellte, baute sich vor ihr auf. Langsam schritt sie hindurch, ließ den Blick in all ihrer Erinnerung durch die große Kammer gleiten, bis ihr Blick auf den zentralen Brunnen fixiert war. Die Gestalt, dessen Füße im Brunnen verschwunden waren, blickte auf Kaladria hinab. Sie wirkte größer, als jede andere Kaldorei und doch sah sie nicht nach einer der Ihren aus. Sie wirkte astral, ihre Gestalt leuchtete wie helles Mondlicht und das Gesicht gab keine genauen Konturen preis.
"Mutter?" drang es aus Kaladrias Kehle, als die astrale Gestalt ihre Hand nach ihr ausstreckte. Sie griff nach ihr, ohne eine Antwort erhalten zu haben. Ein Gefühl der Geborgenheit und Wärme empfing sie.
Die Umarmung einer liebenden Mutter.


Asaciel riss die Augen auf. Noch immer schwirrte die Vorstellung von Kaladrias Tod in ihren Träumen herum. Der Umstand, dass sie es nicht geschafft hatte zu der Einheit hinzu zu stoßen, machte es nicht gerade einfacher, die Trauer zu verarbeiten. Der Fall der Priesterin und das Verschwinden von Thelran Brunnenblick stellte die Einheit der Arkanwacht auf eine harte Probe, riss die Struktur gänzlich auseinander und der Tempel hatte die Hände damit zu tun, jene Einheit wieder zu besetzen und neu zu strukturieren.
Was genau nun mit ihr passieren würde, wusste Asaciel nicht. Sie war kein Teil mehr davon und so war es für sie Zeit, zu alten Wurzeln zurück zu kehren. Sie würde Befehle vom Tempel erhalten, sie ausführen und ihre Freunde, die Kal'Delar, mit zu den verheerten Inseln schleifen.
Das kleine Mädchen rannte durch Darnassus, so schnell es die kurzen Beine tragen konnten. Die kindliche Energie des Körpers ließ erst nach, als sie den großen Torbogen des Tempels erreicht hatte. Rasch verbeugte sie sich vor den Tempelwachen, mäßigte dann ihr Tempo, als sie in die heiligen Gemäuer eintrat.

Sie legte den Kopf in den Nacken, um die Statue der Haidene in voller Pracht begutachten zu können, schloss dann für einen Augenblick die Augen.
"Ishnu alah, Mutter Mond. Ich hoffe, du hast den Tag gut geschlafen!"
Sie öffnete die Augen und taperte breit grinsend durch den Tempel, bis die gesuchte Person gefunden war.

"Mutter, ich muss dich etwas fragen. Es ist ganz dringend!" Hibbelnd stand die kleine Kaldorei vor der Mondpriesterin und schaute ihr aufgeregt in die Augen, als sich jene in die Hocke begab.
"So dringend, dass es kurz vor der Lehrstunde sein muss?"
"Ja, wirklich! Weißt du, da war doch diese Gehörnte...-"
"Draenei, Liebes."
"Jaja, genau. Diese Draenei. Sie erzählte mir von diesem Ding, mit dem man besser in den Himmel schauen kann. Kannst du mir sowas nicht besorgen? Biiiitteee?"
"Hm... ich weiß nicht. Was möchtest du denn damit?"
"Ich möchte Elunes Gesicht sehen! Alle reden immer davon, wie wunderschön sie ist. Mir reichen die gemalten Bilder nicht. Ich will sie sehen! Darf ich?"
*Daumen hoch*
Süss ;D
Hehe, ja. Sowas Ähnliches habe ich geträumt und habe dann über die Sichtweise eines Kaldorei Kindes nachgedacht. Fand ich ganz interessant :)

Und hier nun noch etwas Offizielles: Wir sind zurück!

Nach dem Wegfall beider Führungspositionen in der Arkanwacht (Thelran und Kaladria), hat es die Einheit mit den übrigen Mitgliedern IC ziemlich zerschossen, weshalb jene sich nun wieder alten Wurzel zugewandt haben und die Schwesternschaft damit beschäftigt ist, die Besetzung der Arkanwacht neu zu füllen bzw. die Einheit an sich um zu strukturieren.
Die Arkanwacht wird also an neuer Stelle weiter geführt, näheres erfahrt ihr von dort selbst, wenn die Umstrukturierung abgeschlossen ist.

Hier soll es aber nun weiter um die Gemeinschaft der Kal'Delar gehen, dessen Mitglieder für nur kurze Zeit in Darnassus zu finden sein werden. Auch uns wird es demnächst auf die verheerten Inseln ziehen, um den Kampf gegen einen uralten Feind aufzunehmen.
Daher suchen wir nun wieder verstärkt nach neuen Gesichtern, die sich uns anschließen möchten.
Infos, wann genau wir zu den verheerten Inseln aufbrechen, werden folgen. Voraussichtlich Anfang/Mitte Oktober, soviel kann ich schon mal sagen.

Es grüßt
Asa
*von Seite 3 zerrt*

Und da sind die genauen Infos! Heute Abend werden wir letzte Reisevorbereitungen treffen, bevor wir am Mittwoch dann endlich in See stechen, um am Kampf gegen die Legion teilzunehmen.

Charaktere, welche vielleicht noch eine Möglichkeit brauchen, dorthin zu gelangen, können sich gern heute Abend OOC, wie auch IC bei mir melden. Da ich keine genauen Infos habe, wie lange man IC per Schiff zu den Inseln bräuchte, werden wir die Schiffsreise zumindest an 2-3 Abenden ausspielen, je nachdem. IC kann man dann davon ausgehen, länger unterwegs gewesen zu sein.

Es grüßt
Asa
Die Ansprache der Mondpriesterin, welche den Schildwachentrupp anführte, ließ das Feuer in den Herzen der Besatzung entflammen. Sie alle hoben ihre Waffen gen Himmel, im Chor schallten ihre Worte wieder und man hatte das Gefühl, der Gesang war über das weite Meer hinaus zu hören.

Nachdenklich fuhr sich Asaciel übers Kinn, als die Szene langsam ihr Ende fand. Mit der Wächterin hatte sie bereits gesprochen, die Dämonenjäger verhielten sich unauffällig und Ten war mit dem stinkenden Kraut versorgt, was seinen Magen beruhigen sollte. Elryniel war in sich gekehrt und Meliria, so schien es, wollte wenigstens die Fahrt genießen, bevor sie den kommenden Schrecken ins Auge sehen musste.
Andererseits, so mutmaßte die alte Schildwache, war sich die junge Kaldorei vermutlich nicht im Klaren darüber, was sie wirklich erwartete. Erzählungen und Warnungen klangen vielleicht furchteinflössend und mögen im besten Fall zur Vorsicht animieren, doch die Realität schlug einem zumeist mitten ins Gesicht.
Am Ende des Schiffes angekommen, fixierte Asaciel den schimmernden Horizont. Den Mond, wie er das weite Meer in Elunes Licht tauchte und noch nichts von dem zu sehen war, was die Gruppe erwarten würde.

Grimmig verzog sie das Gesicht, knallte die blanke Faust auf das Holz des Geländers.
"Du hättest sie auf Teldrassil lassen sollen, du dummes altes Weib. Es war egoistisch, die anderen mit zu nehmen. Ihre Leben, noch so jung und so wertvoll... und du schleppst sie mit in die Hölle."
Die dunkle Schwärze der Nacht umhüllte das Schiff und man hatte trotz nachtelfischer Augen schon fast Probleme damit, Himmel von Meer zu unterscheiden. Die dicken Wolken am Himmel verhießen nichts Gutes und das Antlitz der Mondmutter vermochte es nicht, ihnen Trost zu spenden.

Stetig wurde das Schiff schneller, je stärker der aufkommende Wind in die Segel drückte. Es dauerte nicht lang und auch der seichte Regen setzte ein, der leichten Nebel mit sich brachte.
Fast schon bedrohlich sah die Miene der alten Schildwache aus, die von spielenden Schatten der Fackel dominiert wurde. Sie führte den Wetzstein in einer argen Grimmigkeit über die Klingen, dass kaum Zweifel aufkommen konnten, wohin die Reise führt.
Kaum hatte sich der Rest ihrer Freunde zu ihr gesellt, verschwand die Hoffnung auf eine ruhige Weiterreise.

Ein Blitz zuckte durch den Nachthimmel, färbte die Wolken in ein bedrohliches felgrün und ließ keinen Donner erklingen. Für einen kurzen Moment war es vollkommen still, bis die ersten Befehle über das Schiff gebrüllt wurden. Nur ein paar Augenblicke später mischten sich jene bereits mit den unheilvollen Schreien der Teufelsfledermäuse, die von den anwesenden Illidari augenblicklich angekündigt wurden.

Wind und Regen hatten bereits solche Ausmaße erreicht, dass man locker von einem heftigen Sturm sprechen konnte. Ein Sturm, der riesige Wellen mit sich brachte, welche wuchtig über das Deck schwappten und bereits drei Schildwachen mit in die Tiefe rissen.
Plötzlich waren nicht nur die angreifenden Teufelsfledermäuse ein riesiges Problem, sondern das Schiff, welches drohte jeden Moment zu sinken.
Die Schildwache erstarrte. Für einen Moment wirkte sie gar unfähig, sich zu bewegen. Ihre Kameradinnen, so fähig sie auch waren, wurden wie einfache Puppen von den Krallen der Teufelsfledermäuse geschnappt und in die Lüfte gezerrt. Andere schafften es nicht, sich auf dem Schiff zu halten und wurden mit der nächsten Welle, die über das Deck schwappte, mit in die tosenden Fluten gerissen.
Verzweifelte Schreie erklangen aus den unteren Decks. Fässer und ein dicker Balken hatten sich gelöst und den Weg versperrt, sodass es für sie kein Entkommen gab, während das Wasser stetig hinein lief. Niemand war in der Lage zu helfen, zu groß war das Chaos, welches auf dem restlichen Schiff tobte.
Die Schildwache wusste das. Sie wusste, sie konnte nicht helfen. Sie kannte das Gefühl der Hilflosigkeit und wusste, es würde noch lange an ihr nagen.

Die Gedanken, die durch ihren Kopf schossen, dauerten vielleicht einen Augenschlag und doch fühlten sie sich an, wie endlose Schauergeschichten. Schwerfällig wandte sie sich ab, schnappte sich das nächstbeste Seil und band es sich um den Bauch. Als sie ihre Freunde erreicht hatte, gab es für sie nur noch einen Ausweg, um nicht mit samt dem Schiff in die Tiefe gerissen zu werden.
Das Seil würde die Grupep beisammen halten, so glaubte sie. Und so wagten sie den Sprung ins Meer, noch bevor das Schiff gänzlich vollgelaufen war und in den Fluten versank.
Ooc Info!

Nach dem wir auch endlich mal an die Küste von Val'Sharah (wortwörtlich) gespült wurden, sind wir nun auch dort anzutreffen. Am Tempel der Elune haben wir Lager bezogen und genau dort kann man uns die nächste Zeit antreffen, sofern wir nicht auf einer Mission sind.

Mit dem eigentlichen Plot geht es am Mittwoch weiter, bis dahin sind sicherlich ein paar von uns dennoch am Tempel zu finden.

Nimm an der Unterhaltung teil!

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